Grünewald: Straße im zweiten Bauabschnitt fertiggestellt

Nur zwei Oberflurabgänge deuten auf den rund 200 Kubikmeter fassenden unterirdischen Löschwasserbehälter hin.

MEINERZHAGEN - Während jeder im Vorbeifahren am interkommunalen Gewerbegebiet Grünewald den Baufortschritt am Pressevertriebszentrum verfolgen kann, muss man zur Ansicht eines „grundlegenden Erschließungsdetails“ zunächst ins Gebiet hineinfahren.

Dort hatten die Arbeiter der Firma Gebrüder Schmidt in dieser Woche mit dem Einbau der Asphaltschichten den Straßen- und Kanalbau im zweiten Bauabschnitt die Maßnahme weitestgehend abgeschlossen. Über diese Zufahrt kann nunmehr in wenigen Wochen auch der Lieferverkehr des Pressevertriebszentrums abgewickelt werden.

Zurzeit sind dort die Arbeiten am Innenausbau und an der Fassade, aber auch die Pflasterarbeiten und die Herrichtung der Umlage in vollem Gange.

Auf einer Fläche von rund 14 300 Quadratmetern siedelt sich das neu gegründeten Logistikunternehmen der Pressebranche an und will zum Ende des Jahres seinen Betrieb aufnehmen. Bei ihm handelt es sich um zwei alteingesessene Unternehmen der Branche aus Hagen und dem benachbarten Bundesland Hessen, die am neuen Standort künftig ihre Aktivitäten unter dem neuen Firmennamen „Pressevertrieb Meinerzhagen“ bündeln werden (MZ berichtete).

Durch den Verkauf des Areals flossen rund 715 000 Euro als Kauferlös in die Kasse der Entwicklungsgesellschaft Interkommunales Gewerbegebiet Grünewald.

Ein dicker Brocken für das Geschäftsjahr 2013

Mit dem Abschluss des Vorjahres, also dem Geschäftsjahr 2012, beschäftigt sich in kürze die Gesellschafterversammlung mit ihren Vertretern aus den beteiligten Kommunen Meinerzhagen und Kierspe. Für den Vertreter aus Meinerzhagen, CDU-Ratsherrn Wilfried Turk, liegt dementsprechend auch schon die Anweisung des Rates auf dem Sitzungstisch. Nach Vorberatung im Haupt- und Finanzausschuss sieht die Vorlage vor, dass „Herr Wilfried Turk angewiesen wird, den Jahresabschluss 2012 festzustellen, den Jahresverlust auf die neue Rechnung vorzutragen, der Geschäftsführung ... und dem Aufsichtsrat für das Jahr 2012 Entlastung zu erteilen.“

Geprüft wurde der Jahresabschluss im Vorfeld durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Lüdenscheid. Beanstandungen ergaben sich dabei nicht, sodass ein uneinge-schränkter Prüfvermerk erteilt wurde.

Ein wichtiger Fakt im Jahresabschluss ist, dass auch im Jahr 2012 ein Verlust zu verzeichnen war. Zwar viel dieser um rund 60 000 Euro geringer aus als im Vorjahr, er beträgt aber immerhin 81 605,14 Euro.

Warum dieses so gekommen ist, erläutert der Lagebericht eindringlich: „Nach Abschluss der Erschließungsarbeiten des 1. Bauabschnittes, der neben einer Erschließungsstraße auch die Ver- und Entsorgungsleitungen beinhaltete, ist es gelungen, den ersten Grundstücksverkauf zu tätigen (...) Der zu verzeichnende Zahlungsmitteleingang konnte jedoch nicht zur Reduzierung bzw. Tilgung der bestehenden Kreditverbindlichkeiten genutzt werden, da durch die erste Ansiedlung die Errichtung einer Pumpstation zur Beseitigung der Abwässer notwendig wurde. Neben den Aufwendungen für die Grundsteuern führen daher im Wesentlichen die Finanzierungskosten zu dem (...) auszuweisenden Jahresfehlbetrag in Höhe von 81 605,14 Euro.“

Für die Ansiedlung des Pressevertriebes war die jetzt abgeschlossene Herstellung des zweiten Bauabschnitts zwingend notwendig, da sonst keine geordnete Zufahrt möglich gewesen wäre. Mit diesem neuen Straßenstück und seinem am Ende befindlichen stattlichen Wendehammer – mit einem Durchmesser von 34 Metern – verbunden, ist auch ein interessantes „Erschließungsdetail“ für das Gewerbegebiet.

Um einer erhöhten Löschwassernachfrage aus betrieblichen Gründen nachkommen zu können, wurde im Seitenbereich der Straße ein rund 200 Kubikmeter fassender Löschwasserbehälter angelegt. Dazu nutzte man „normale“ Abwasserrohre aus GFK, mit einem Durchmesser von drei Metern. Diese wurden an ihren Enden mit „Blindkappen“ versehen und auf einer Länge von etwa 30 Metern in der Erde „versenkt“. Zwei „Oberfluranschlüsse“ ermöglichen der Feuerwehr zukünftig den direkten Zugriff. Die Kosten hierfür betragen rund 100 000 Euro. Bei der Geschäftsführung der Gesellschaft geht man davon aus, dass sich – wie bereits im Fall des Pressevertriebes – auch andere „Nutzer“ dieser Anlage an deren Kosten beteiligen werden.

Ebenso gibt es aus der Sicht der Verantwortlichen die Hoffnung, dass sich die „finanzielle Situation“ der Gesellschaft in Zukunft positiv entwickeln kann. Im Lagebericht 2012 heißt es dazu: „Bedingt durch die Kosten für den notwendigerweise zu erstellenden 2. Bauabschnitt wird es zunächst nicht möglich sein, Kredite zu tilgen und den Finanzierungsaufwand zu senken. Die Ausgaben für die Finanzierung, Werbeaufwendungen sowie die laufenden Kosten der Gesellschaft könnten jedoch im Jahr 2014 bedingt durch den Verkauf eines großen Grundstücks gedeckt werden und somit erstmalig zu einem positiven Ergebnis der Gesellschaft führen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Kosten für die Erschließungsaufwendungen in voller Höhe aktivierbar sind.“

Für die Zukunft des Gewerbegebietes und der damit verbundenen finanziellen Situation der Gesellschaft, wird es besonders wichtig sein, im jetzt vorhandenen, erschlossenen Bereich, weitere Betriebsansiedlungen realisieren zu können. - jjh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare