Interkommunales Gewerbegebiet Grünewald

Noch gibt es keinen Verkauf von Flächen im interkommunalen Gewerbegebiet Grünewald.

MEINERZHAGEN ▪ 25 Hektar Bauland in verkehrlich und topografisch bester Lage, davon aktuell schon 6,5 Hektar voll erschlossen. Das interkommunale Gewerbegebiet Grünewald der beiden Volmestädte Meinerzhagen und Kierspe kommt gleichwohl nach wie vor nicht so recht aus den Startlöchern. Noch gibt es keinen Kaufvertrag für Flächen mit einem ansiedlungswilligen Unternehmen. Am Montag im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Meinerzhagen ging es um die Konsequenzen aus dieser Situation: Die beiden Städte als Gesellschafter der EG Grünewald müssen nochmals jeweils 68 000 Euro auf ihren Kapitalanteil nachschießen.

Der heute in der ersten Sitzung nach der Sommerpause ebenfalls vorgelegte Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2010 endete bei einer Bilanzsumme von 4,343 Millionen Euro mit einem Jahresverlust von 96 587 Euro.

Hinter den Kulissen laufen offenbar intensive Bemühungen um erste Ansiedlungen in Grünewald. Doch Konkretes gab es dazu gestern nicht – jedenfalls nicht im öffentlichen Teil der Sitzung, an der auch die Geschäftsführerin der Entwicklungsgesellschaft Grünewald, Petra Gothe, teilnahm.

Die vorgeschlagene Aufstockung des Stammkapitals der Entwicklungsgesellschaft von bisher 80 000 Euro um insgesamt 150 000 Euro auf dann 230 000 Euro fand in der Sitzung gleichwohl eine breite Mehrheit. Die einzige Gegenstimme kam vom Grünen-Vertreter Paolino Barone.

Barone hatte zu den beiden die EG Grünewald betreffenden Tagesordnungspunkten einen insgesamt acht Punkte umfassenden, im Tenor recht kritischen Fragenkatalog vorgelegt. So wurde unter anderem nach den aktuellen Quadratmeterpreisen für Flächen in Grünewald und deren Einordnung im Vergleich zu anderen Gewerbegebieten in der Nachbarschaft gefragt. Bürgermeister Erhard Pierlings, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der EG Grünewald ist, wollte dazu öffentlich keine Details nennen und verwies auf den nötigen Verhandlungsspielraum, den man sich gegenüber Interessenten durch mögliche Festlegungen nicht nehmen lassen wolle. Die Preishöhe bewege sich im Vergleich zu Angeboten in anderen Kommunen der Region „im mittleren Bereich“, sorgte er aber immerhin für eine gewisse Einordnung.

Zur nächsten Ratssitzung erbat der Grünen-Vertreter für seine Fraktion noch weitere genauere Informationen, so unter anderem über die bislang angefallen Kosten und die daraus resultierenden Zins- und Tilgungsleistungen. Barone kritisierte zudem, dass nach Einschätzung seiner Fraktion zu wenig werbliche Anstrengungen für die Vermarktung von Flächen in Grünewald unternommen würden. Das im Wirtschaftsplan für Werbung ausgewiesene Budget von rund 10 000 Euro erscheine zu gering, um wirkungsvoll Akquise betreiben zu können.

Das interkommunale Gewerbegebiet Grünewald, das von den beiden Städten Meinerzhagen und Kierspe gemeinsam ausgewiesen und finanziert wird, wurde schon 2002 durch die Zustimmung des Regionalrates bei der Bezirksregierung Arnsberg auf den Weg gebracht. Mit der konkreten Erschließung von Flächen wurde dann aber erst im vergangenen Jahr begonnen. Der erste Teilabschnitt ist nunmehr baureif.

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