Zwei Gruppen wechseln zum Schöneck

Kindergarten Schürfelde steht vor dem Umbruch

+
Keine Spur von Abschiedsstimmung: Den Standort Schürfelde will die Awo als Sitz für den Heilpädagogischen Kindergarten zwar aufgeben, doch das Angebot soll an anderen Stellen bestehen bleiben. Investiert wird weiter – so freuten sich Erzieherinnen, Fördervereinsvertreter und natürlich die Kinder am Montag über die neue Einrichtung des Toberaums.

Meinerzhagen - Der Heilpädagogische Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt in Schürfelde steht vor einschneidenden Änderungen: Die Einrichtung wird mittelfristig in dieser Form aufgelöst, die Kinder sollen gemäß dem Inklusionsziel ortsnaher betreut werden – eventuell auch an der Genkeler Straße. Mit Bekanntgabe dieses Wandels wollen Vertreter der Awo auch Gerüchten entgegentreten, nach denen eine ersatzlose Streichung des Angebots befürchtet wurde.

Von Frank Zacharias

„Es wird keine Einschränkungen geben. Die Eltern müssen keine Angst haben“, betont Johannes Anft, Betriebsleiter der Awo-Einrichtungen im Märkischen Kreis, „wenn es Veränderungen gibt, dann nur positive.“ Mit der Neuausrichtung reagiere die Awo auf den Inklusionsgedanken, der eine 100-prozentige Belegung der Einrichtung durch förderbedürftige Kinder nicht vorsieht. Im Idealfall, so erklärt Anft, teile sich die Betreuung auf in zwei Drittel so genannter „Regelkinder“ und einem Drittel mit Förderbedarf. Eine Marke, von der der Heilpädagogische Kindergarten in Schürfelde weit entfernt ist: Dort wird neben den 48 Mädchen und Jungen mit Förderbedarf derzeit kein einziges nichtbehindertes Kind betreut. Eine neue Organisationsstruktur, so die Hoffnung, könne dieses Missverhältnis aber beenden.

„Wir haben ja versucht, Eltern nichtbehinderter Kinder die Anmeldung in Schürfelde schmackhaft zu machen. Aber das funktioniert dort einfach nicht“, so Anft. Die Lage sei zu dezentral, selbst das Angebot eines kostenlosen Taxi-Dienstes habe nicht gefruchtet. Also muss die Awo nun nach Alternativen suchen – und zumindest in Lüdenscheid ist sie bereits fündig geworden.

Zwei der aktuell sechs Schürfelder Gruppen werden wahrscheinlich schon ab August 2016 in der einstigen Grundschule Schöneck in Lüdenscheid betreut, die übrigen vier sollen in anderen Städten des Südkreises untergebracht werden. Im Gespräch sind unter anderem Räume im bald leer stehenden Hauptschulgebäude an der Genkeler Straße. Fest stehe aber noch nichts – erst im kommenden Monat werde sich der Meinerzhagener Rat mit dem Thema befassen, sagte Johannes Anft am Montag auf Anfrage der MZ. In welchem Jahr das Gebäude in Schürfelde also aufgegeben wird, stehe aktuell noch gar nicht fest.

Und so lautet die klare Botschaft der Awo: Anmeldungen für Schürfelde sind weiterhin durchaus erwünscht – und sogar notwendig, um das Angebot aufrecht erhalten zu können. „Was wir nicht gebrauchen können, ist das Gefühl der Eltern, ihre Kinder nicht mehr betreut zu wissen“, so Anft. Zumal weiterhin in den Heilpädagogischen Kindergarten investiert wird: Am Montag freuten sich Einrichtungsleiterin Sabrina König, Erzieherin Gaby Hildebrandt und die Fördervereinsvorsitzende Juditha Berger über die neue Einrichtung des Toberaums, dessen Inventar in die Jahre gekommen war. Nicht nur eine Spende des Lüdenscheider Dachdeckerunternehmens Borau ermöglichte die rund 3500 Euro teure Anschaffung, auch einer engagierten Lüdenscheiderin verdanken die Verantwortlichen die Modernisierung: Renate Klose kochte für den Kindergarten Marmelade ein und „verkaufte“ die Gläser gegen einen Spendenbeitrag – 1700 Euro kamen so zusammen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare