Pogrom in Meinerzhagen: Erinnerung an den Tag der Schande

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Rolf Janßen erläuterte den (nur wenigen) Teilnehmern der Gedenkveranstaltung, was am 10. November 1938 in Meinerzhagen mit den jüdischen Mitbürgern geschah.

Meinerzhagen - Es war ein Ereignis, das den 9. und 10. November 1938 zum Tag der Schande machte – nicht nur in den deutschen Großstädten, sondern auch in Meinerzhagen.

Die Judenverfolgung anlässlich der Reichspogromnacht führte auch an der Volme zu grausamen Szenen. Am Dienstagvormittag erinnerte die Initiative Stolpersteine Meinerzhagen an die „Judenaktion“, die nachweislich zur Verhaftung von Nathan Stern, Julius Stern, Max Rosenthal, Emil Stern und Leo Stern führte.

Rolf Janßen erinnerte in einer Ansprache an den Ablauf jenes 10. November 1938, der nicht zuletzt dank der Stadtarchivarin Iris Zezulak-Hölzer rekonstruiert werden kann. So beweist ein Fernschreiben der Staatspolizei Dortmund, dass um 6 Uhr „Maßnahmen gegen Juden“ und die Zerstörung derer Geschäfte und Wohnungen angeordnet wurde. Männliche Juden sollten festgenommen werden. „Zu diesem Zeitpunkt hatte die jüdische Gemeinde ihre in der Firma Knoche angemieteten Räumlichkeiten bereits aufgegeben“, erinnerte Janßen. Die Einrichtung habe sich zuletzt bei Nathan Stern als letztem Vorsteher der jüdischen Gemeinde im Haus Zum Alten Teich 2 befunden. Laut Augenzeugin haben SS-Männer Einrichtungsgegenstände und Kultusgeräte aus dem Haus geschafft, um sie zu verbrennen. Der Aufforderung, Deutschland innerhalb weniger Wochen zu verlassen, konnten die Betroffenen nur schwer nachkommen. „Die ganze Welt machte ihre Grenzen dicht“, so Janßen, der eine Parallele zur aktuellen Flüchtlingssituation zog.

Lediglich neun Meinerzhagener waren der Einladung zum Gedenken gefolgt. Doch die hinterließen auffällige Spuren des Gedenkens, indem sie an den Stolperstein-Standorten Rosen niederlegten.

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