Initiative Stolpersteine bald auch in Meinerzhagen?

Herbert Langenohl (Zweiter von rechts) zusammen mit dem Künstler Gunter Demnig (Zweiter von links) am Stolperstein in Balve.

MEINERZHAGEN ▪ Herbert Langenohl und Rolf Janßen von der „Initiative Stolpersteine Meinerzhagen“ trafen am Mittwoch den Künstler Gunter Demnig persönlich. Anlass war die Verlegung eines Stolpersteins in der Stadt Balve.

In Balve gab es nur einen jüdischen Mitbürger, David Bondy. Er wurde 1942 in das damals so genannte „jüdische Altersheim“ in Unna gebracht und von dort aus in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er ermordet wurde. Erstaunt stellten die beiden Vertreter der heimischen Initiative fest, dass der Stolperstein zum Gedenken an ihn unmittelbar vor der Wand eingelassen wurde, an der schon eine Gedenktafel für David Bondy angebracht war. „Das zeigt, welchen besonderen Stellenwert Stolpersteine haben“, so Herbert Langenohl.

Erstaunt waren die beiden auch, als sie auf Nachfrage von Rolf Janßen erfuhren, dass der Rat der Stadt gar nicht erst mit der Angelegenheit befasst worden sein soll. Der Stellvertreter des Bürgermeisters erläuterte nach Auskunft der beiden Volmestädter: „Wir haben das dem Rat nur mitgeteilt. Das ist ja ein Aushängeschild für die Stadt Balve.“

„Die Stadt Balve hat denn auch die Kosten für den Stein und die Verlegung übernommen. In Meinerzhagen sollen der Stadt keine Kosten entstehen. Die 43 Stolpersteine sollen von Privatpersonen oder Vereinen finanziert werden. Die Stadt braucht bloß als Grundstückseigentümerin die Erlaubnis zu geben, sie zu verlegen“, so Langebnohl und Janßen.

Angeregt worden war die Verlegung des Stolpersteins von der Hauptschule Balve. Ein Schüler und eine Schülerin der zehnten Klasse begrüßten den Künstler und die Anwesenden und gaben eine Erklärung ab, warum es für sie wichtig sei, dass dieser Stein verlegt wurde. Für sie sei es unbegreiflich, dass ein angesehener Bürger nur seines Glaubens wegen deportiert und ermordet wurde. Der Stein solle mitten im Alltag eine Mahnung sein, dass so etwas nie wieder passieren dürfe.

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