G9-Initiative geht in die nächste Runde

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Christina Först und Marcus Hohenstein halfen bei der Versendung der Unterlagen tatkräftig mit.

Meinerzhagen - Es waren wahre Papierberge, in denen sich die G9-Befürworterin Christina Först jetzt wiederfand: Die Meinerzhagenerin ist maßgeblich an der Umsetzung des Volksbegehrens beteiligt, für das noch bis zum 4. Januar 2018 Unterschriftenlisten in allen Kommunen Nordrhein-Westfalens ausliegen.

Damit geht für Först und ihre Mitstreiter der Kampf um die Rückkehr zur neunjährigen Abilaufbahn an Gymnasien in die entscheidende Phase.

Zwar läuft das Volksbegehren bereits seit dem 5. Januar, Unterschriftenlisten liegen in diesen Tagen unter anderem in der Buchhandlung Schmitz, im Kaffeeklatsch oder bei Ärzten aus. „Hier kann man sich direkt eintragen oder Listen mit nach Hause nehmen und sie wieder dort abgeben, etwa um Porto zu sparen“, erklärt Christina Först. Insgesamt ein Jahr lang haben die Unterstützer die Möglichkeit, sich einzutragen.

Große Hoffnung setzen Först und die übrigen Initiatoren jedoch auch auf jene Listen, die erst ab dem 2. Februar bis zum 7. Juni in den Rathäusern ausliegen – in Meinerzhagen im Bürgerbüro. Um die 396 Verwaltungssitze in NRW mit Unterschriftenlisten zu versorgen, mussten jetzt in Gummersbach mit Hilfe von Christina Först und Marcus Hohenstein aus Siegen Pakete gewogen, verpackt und adressiert werden. „Die 65 000 Listen wogen insgesamt mehr als 810 Kilogramm“, berichtet Först, die nun auf die Unterstützung der Nordrhein-Westfalen hofft. Die Ziele:

- Rückkehr bzw. Wahlfreiheit zum Abitur an Gymnasium nach dem 13. Schuljahr,

- Beginn der zweiten Fremdsprache ab Klasse 7,

- Halbtagsunterricht mit 30 Wochenstunden (Ganztagsangebot nur freiwillig, ähnlich des offenen Ganztags an Grundschulen).

Bekanntlich wurde die Schulzeit an Gymnasien seit 2005 auf acht Jahre gekürzt. Die Folge: das sogenannte „Turbo-Abi“, das etwa Nachmittagsunterricht notwendig macht und für die Schüler nach Meinung der G8-Gegner zu viel Stress und zu wenig Freiräume etwa für Sportvereine bietet. Da die Zahl der sogenannten Jahreswochenstunden am Gymnasium deutschlandweit festgelegt ist (265), haben Schüler am G8-Gymnasium nach Angaben der Initiative durchschnittlich 33,1 Stunden Unterricht in der Woche. „Bis zum Jahr 2013 waren es beim Abitur nach 13 Jahren 29,4 Schulstunden. Damit hatten die Kinder in den Klassen 5 bis 10 im Allgemeinen sechs Stunden Unterricht am Tag, so dass sie gegen 13.20 Uhr die Schule verlassen konnten“, heißt es von den G9-Unterstützern, die zudem kritisieren, dass mit dem Turbo-Abi die siebte Unterrichtsstunde verboten und durch eine 60-minütige Pause ersetzt wurde. In der Folge ende der Unterricht an den meisten Gymnasien in der Klasse 6 an einem Tag und ab Klasse 7 an zwei Tagen in der Woche erst um 15.50 Uhr.

Ohne aktive Werbung für ihre Sache wird das Ziel, rund 1 061 000 Unterschriften zu erhalten, schwer zu erreichen sein: Wahlbenachrichtigungen werden für das Volksbegehren nämlich nicht verschickt. Und noch etwas ärgert Christina Först: dass zu jenen Sonntagen, an denen die Verwaltung für die Eintragung in die Listen geöffnet sein muss (19. Februar, 26. März, 30. April, 28. Mai), nicht der Termin der Landtagswahl gehört. „Da hätten wir sicher noch mehr Aufmerksamkeit erzielen können“.

Ansprechpartnerin in Kierspe: Carolin Krafft (Haunerbusch 20, Tel. 01 60/1 58 52 12, E-Mail carolin_krafft@t-online.de), in Meinerzhagen: Christina Först (Gerichtstraße 6, Tel. 01 77/8 63 56 22, E-Mail englishforkids@t-online.de).

Internet: www.g9-jetzt-nrw.de

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