Leerständen wird der Kampf angesagt

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Leerstehende Ladenlokale sollen aus dem Stadtbild verschwinden. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Das Problem ist nicht neu: Leerstehende Ladenlokale in den Stadtzentren tragen nicht zur Attraktivität einer Kommune bei.

Das ist auch in Meinerzhagen so. Doch welche Möglichkeiten haben Politik und Verwaltung, diesem Missstand zu begegnen? Auch um diese Frage ging es am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt.

Die Thematik war „verpackt“ in den Tagesordnungspunkt „Regionale 2013-Projekt ,Oben an der Volme'. Innenstadt Meinerzhagen – Programm Urbanität/Perspektiven für die Innenstadt Meinerzhagen“.

Jutta Gruß-Rink vom Düsseldorfer Büro Architektur, Stadtplanung, Stadtentwicklung (ASS) war mit ihrer Kollegin Anna Lerch zu Gast in der Sitzung. ASS betreut das Regionale-Projekt und berät die Stadt in allen Belangen, die mit dieser Thematik zu tun haben. Am Montag erläuterten Gruß-Rink und Lerch, wie Meinerzhagen in Sachen „Zentrum“ auf einen guten Weg gebracht werden könne. „Priorität ist, die Funktionsfähigkeit der Innenstadt wieder herzustellen. Das geht zunächst vor Schönheit“, machte Gruß-Rink klar. Aus ihrer Sicht muss dazu nun die Mitverantwortung der Bürger und der Immobilienbesitzer in diesem Bereich eingefordert werden. Dazu soll auch ein Instrument dienen: Der Verfügungsfonds „Zentrum Meinerzhagen“ und die Gewährung von Zuwendungen. Die Idee dazu ist einfach: Zunächst sollen 80 000 Euro bereitgestellt werden, mit denen Investitionen beispielsweise von Privatleuten oder Gewerbetreibenden finanziert werden. 50 Prozent der zuschussfähigen Maßnahme sollen dabei vom Antragsteller selbst übernommen werden, die anderen 50 Prozent sollen aus Mitteln der Städtebauförderung und der Stadt Meinerzhagen beigesteuert werden. Wie die Mittel vergeben werden, soll ein Gremium entscheiden, das mit Vertretern aus Verwaltung und Politik besetzt wird. 2014 und 2015 soll der Fonds eingesetzt werden, bei Erfolg könnte er später auf bis zu 120 000 Euro aufgestockt werden. Finanziert werden sollen kleinere Projekte wie etwa Equipement für Veranstaltungen oder Material für Werbung.

Ein weiteres wichtiges „Standbein“ in Sachen Attraktivitätssteigerung der Innenstadt ist das so genannte „Quartiersmanagement“. Leerstände sollen dabei genau erfasst werden, eine ständige Aktualisierung der Datenbank ist inbegriffen. Außerdem soll ein Büro in einem leer stehenden Ladenlokal – möglicherweise an der Hauptstraße – eingerichtet werden, das „Quartiersbüro“. Es wird an drei halben Tagen pro Woche geöffnet sein und dient als „Schnittstelle“. Verwaltung, ASS und Stadtmarketing werden dort als Ansprechpartner für die Bürger vertreten sein. „Interaktive Prozesse sollen dort in Gang gesetzt werden, Immobilienbesitzer und die gesamte Bürgerschaft können hier ihre Anregungen einbringen oder sich schlicht über alle Details der Regionale-Projekte informieren. Zum Thema „Quartiersmanagement“ soll am 15. Juli ab 19 Uhr in der Stadthalle auch eine Informationsveranstaltung stattfinden.

Einstimmig beschloss der Ausschuss am Montag, dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu diesen Punkten zu folgen. Jetzt muss der Rat entscheiden. ▪ beil

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