Infrastruktur im Stadion

Nach dem Oberliga-Aufstieg: Politik und Stadt wollen dem RSV helfen

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Sportlich betrachtet spielt der RSV Meinerzhagen (hier Jubelfotos nach dem Spiel in Schüren) in der nächsten Saison in der Fußball-Oberliga. Oberligatauglich ist die Infrastruktur an der heimischen Oststraße allerdings nicht in allen Bereichen.

Meinerzhagen - „Herzlichen Glückwunsch an den RSV Meinerzhagen! Wir sind stolz auf Euch!“. Die CDU Meinerzhagen gratulierte dem RSV Meinerzhagen auf Facebook bereits zwei Spieltage vor Saisonschluss zum Oberliga-Aufstieg.

Am Mittwoch nun sagte Bürgermeister Jan Nesselrath Hilfe seitens der Stadt zu. Er werde sich in den politischen Gremien für eine Unterstützung einsetzen, kündigte er an. Gemeint ist damit das „in die Jahre gekommene“ Stadion an der Oststraße, also eine oberligataugliche Infrastruktur.

Nesselrath hatte sich am Mittwoch zu einem Ortstermin im Stadion eingefunden. Danach teilte die Stadt mit: „Die ganze Stadt freut sich mit dem Traditionsverein. Der bereitet sich nun auf die kommende Saison vor – auch, indem er die teilweise in die Jahre gekommene Stadion-Anlage mit erheblichen finanziellen Eigenmitteln in Schuss bringt.“ Wie die städtische Unterstützung bei diesem Vorhaben genau aussehen könnte, das werde nun kurzfristig zwischen Verwaltung, Politik und Verein erörtert, wurde mitgeteilt. 

Überdachte Tribüne ist ein Wunsch

Der Verein freut sich über diese positive Entwicklung – und hofft nun auf breite Unterstützung, um die Rahmenbedingungen an die hohe Spielklasse anzupassen. In einem Interview, das „Macher“ und Trainer Nuri Sahin jetzt mit der MZ führte, sprach der Fußballprofi aus Meinerzhagen das Thema Unterstützung konkret an. Um die Oberliga stemmen zu können, bedarf es demnach externer Hilfe. Eine überdachte Tribüne, bessere Umkleiden, Renovierung des Vereinsheimes, ein stärkeres Flutlicht, zusätzliche Imbissstände – Wünsche, die der Vorsitzende Dirk Rebein jetzt möglichst mit Hilfe von Sponsoren und der Stadt angehen möchte.

Eine wesentliche Rolle wird dabei die heimische Politik spielen. Geht es ums städtische Stadion an der Oststraße, führt kein Weg am Rat vorbei. Wie sehen führende Lokalpolitiker die Entwicklung des RSV? Sind sie dazu bereit, städtisches Geld in die Hand zu nehmen, um beispielsweise eine überdachte Tribüne zu realisieren? 

Thorsten Stracke (CDU) sendet für die Christdemokraten ein „deutliches Signal“ an den RSV, was die künftigen Rahmenbedingungen angeht: „Die CDU wird sich dafür einsetzen. Gemeinsam mit Stadt und Verein werden wir eine sehr gute Lösung und ein Gesamtkonzept finden, das stimmig ist und alle zufriedenstellen wird.“ Auch in Sachen überdachter Tribüne kann sich Stracke persönlich gut vorstellen, einen Weg zu finden, „der alle zufriedenstellt“. Er selbst sei bei fast allen Heimspielen im Stadion und wie die gesamte Meinerzhagener CDU stolz auf die Erfolge des Vereins. „Ich hoffe jetzt auf Nachhaltigkeit, und ich danke Nuri Sahin für seinen Einsatz“, sagt Stracke. Der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten betont aber auch, dass der finanzielle Rahmen, was die Anpassung der Infrastruktur angeht, für die Stadt verkraftbar sein müsse.

Auch Rolf Puschkarsky (SPD) hat die Entwicklung des RSV in den vergangenen Jahren verfolgt. Was die gewünschten Verbesserungsmaßnahmen in Sachen Infrastruktur angehe, befinde man sich in der Meinerzhagener SPD derzeit in einem Diskussionsprozess. „Die SPD unterstützt alle Dinge, die sinnvoll und notwendig sind. Wir freuen uns über den Erfolg des RSV Meinerzhagen und sind bereit, über Veränderungen im Stadion ergebnisoffen zu diskutieren“, fügt er hinzu.

Kai Krause (FDP) ist der Höhenflug des RSV Meinerzhagen keinesfalls entgangen. „Wir werden zu dem Verein stehen“, verspricht er. Jetzt müsse man konkret darüber sprechen, wie sich was realisieren lasse. „Da sind wir offen für Gespräche. Der RSV ist jetzt schließlich ein Aushängeschild für unsere Stadt, über das wir uns sehr freuen können.“ Krause legt allerdings Wert darauf, die Realisierung nötiger Maßnahmen „auf breite Schultern zu verteilen“. Er sagt: „Die Stadt allein wird das sicherlich nicht stemmen können. Wir wären allerdings die Letzten, die ,nein’ sagen würden, wenn noch andere mit im Boot wären. Aber dabei müssen wir immer die städtischen Finanzen im Auge behalten.“

Raimo Benger (UWG) hatte mit seiner Anfrage während der letzten Ratssitzung das Thema RSV und dessen Erfolge bereits öffentlich angesprochen. Er rät jetzt zu diesem Vorgehen: „Machen. Es geht nun darum, sich möglichst schnell an einen Tisch zu setzen. Dazu könnte die Stadt einladen. Dann müssen wir herausfinden, was der RSV Meinerzhagen selbst aufbringen kann – etwa mit Sponsoren – und anschließend im Rat über einzelne Projekte entscheiden.“ Benger betont noch einmal: „Der RSV ist jetzt ein Aushängeschild, ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Stadt.“

Karl Hardenacke (Bündnis 90/Die Grünen) ist selbst fußballinteressiert und „schwarz-gelb angehaucht“. Er hegt große Sympathien für Nuri Sahin und dessen Engagement. „Das ist schon außergewöhnlich, sich bei so einer Karriere an seine Heimatstadt und seine Herkunft zu erinnern“, sagt Hardenacke. In seiner Fraktion sei bisher allerdings noch nicht über den RSV und dessen Wünsche gesprochen worden. „Aber was machbar ist, das sollte die Stadt tun“, meint er. Dabei sei es auch wichtig, Sponsoren zu finden. Hardenacke will aber auch andere heimische Vereine und Sportarten nicht aus den Augen verlieren, was deren Unterstützung angeht. Dass im Stadion Oststraße einiges im Argen liege, sei ihm bekannt. „Bei Toiletten und Umkleiden beispielsweise könnte die Stadt helfen. Für die überdachte Tribüne könnte dann vielleicht ein Sponsor gefunden werden“, überlegt er. 

Georg Follert (Linke/Piraten) steht der Aufwertung der Infrastruktur an der Oststraße grundsätzlich positiv gegenüber: „Wenn es um Sachen geht, die jetzt verwirklicht werden sollen, sind wir grundsätzlich dabei. Der RSV ist ein Aushängeschild und befindet sich nach dem Aufstieg in einer Ausnahmesituation. Was machbar ist, sollte umgesetzt werden.“ Dabei, so Follert, gelte es allerdings, die städtischen Finanzen im Auge zu behalten. Er habe gehört, dass von Investitionen in Höhe von 1,5 Millionen Euro die Rede sei. „Das würde die Stadt allein natürlich überfordern“, sagt Georg Follert.

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