Gewaltverbrechen Thema bei der CDU

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Gestalteten die CDU-Kreisversammlung in der Stadthalle: (von links) MdL und Kreisvorsitzender Thorsten Schick, Landtagskandidat Ralf Schwarzkopf, Referentin Roswitha Müller-Piepenkötter und MdB Dr. Matthias Heider.

Meinerzhagen - Wohnungseinbruch, Raubüberfall, Mord: Fast sechs Millionen Straftaten gibt es pro Jahr in Deutschland.

„Jeder kann Opfer werden“, betonte Roswitha Müller-Piepenkötter am Donnerstagabend in der Stadthalle. Die Juristin, von 2005 bis 2010 NRW-Justizministerin und aktuell Bundesvorsitzende der Opferorganisation Weißer Ring, referierte während der CDU-Kreisversammlung.

Gut 40 Zuhörer zeigten großes Interesse an der Arbeit der bundesweit tätigen Opferorganisation. Der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Thorsten Schick führte zusammen mit dem örtlichen CDU-Landtagskandidaten Rolf Schwarzkopf in das Thema ein. „Im heimischen Raum sind laut meiner Information 18 Stellen für Polizeibeamte nicht besetzt“, kritisierte Schwarzkopf die Politik der rot-grünen Landesregierung. Das Thema Sicherheit, so seine Einschätzung, bewege daher die Menschen. Der Weiße Ring hat die Zahl der Straftaten in den einzelnen Bundesländern miteinander verglichen. Nordrhein-Westfalen schneide in vielen Belangen schlecht ab, ergänzte die Referentin. Ihr Fazit: „Wenn ich Einbrecher wäre, würde ich nach NRW gehen.“ Vortrag und Diskussion zeigten allerdings, dass es überall böse Menschen gibt. Deren Opfern helfen die ehrenamtlich tätigen Mitabeiter des Weißen Rings. Und mehr noch: Auch vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Kriminalität im Alltag werden unterstützt. Es gibt bundesweit 420 Außenstellen – eine davon mit sieben Helferinnen und Helfern im Märkischen Kreis. Dank des vereinseigenen Seminarsystems seien diese optimal auf ihre Einsätze vorbereitet.

Wolfgang Exner, Besucher des CDU-Abends, kennt die Arbeit des Teams. Er berichtete von einer Zunahme bei den Delikten gegen ältere Menschen. „Wir sind natürlich für alle da, die um Hilfe bitten“, betonte er. Durch die gute Zusammenarbeit mit den Fachkliniken im Kreisgebiet habe sich in letzter Zeit die schnelle psychologische Hilfe für Opfer von Verbrechen deutlich verbessert. Erstaunt waren die Besucher über die mögliche Dauer der Betreuung durch den Weißen Ring. „Nach einem Mordfall haben wir die betroffenen Angehörigen über zehn Jahre lang unterstützt“, so Exner.

Der Weiße Ring hilft und begleitet die Betroffenen, bis sie das Leben nach einer Straftat wieder alleine meistern können. Wie wichtig diese Unterstützung sein kann, verdeutlichte ein Besucher, der von einer unsensiblen Opfervernehmung durch die Polizei berichtete. Roswitha Müller-Piepenkötter konnte in diesem Zusammenhang auf den neuen Forschungsbericht der Hilfsorganisation verweisen. Neben einer besseren Ausbildung der Ermittler werden darin spezielle Fachanwälte für Opferrecht gefordert.

Den Jahresetat in Höhe von rund 15 Millionen Euro finanziert der Weiße Ring allein durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Daher endete die informative CDU-Kreisversammlung denn auch mit der Bitte um noch mehr Unterstützung für den Opferschutz.

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