GEW informiert mit Dokumentarfilm über Inklusion

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Für den Dokumentarfilm „Ich. Du. Inklusion.“ begleitete Regisseur Thomas Binn über zweieinhalb Jahre die Schüler einer Inklusionsklasse.

Meinerzhagen - Mit einer Filmvorführung will die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) darauf aufmerksam zu machen, dass Inklusion nicht nur eine Aufgabe für Schulen ist.

„Es ist immer noch ein ganz heißes Eisen“, sagt Anette Kulosa-Regh, Vorsitzende des Ortsverbands Kierspe/Meinerzhagen. Die GEW habe sich für die Inklusion stark gemacht, anfängliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Rechtsanspruches auf Inklusion in der Schule seien allerdings vorauszusehen gewesen. „Derzeit aber hören wir von den Beteiligten – auch hier vor Ort – mit immer mehr Nachdruck: Inklusion? Ja! Aber so, wie es zurzeit laufen soll, geht es nicht!“, sagt die Gewerkschafterin.

Der Lehrermangel in allen Schulformen spiele bei der Inklusion eine besondere Rolle, so Kulosa-Regh: „Kinder gehen verloren, weil sie nicht entsprechend berücksichtigt werden können.“ Die Schulen müssten mit ausreichend Personal, aber auch mit dem nötigen Material ausgestattet sein, um die Inklusion von Schülern mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung sowie die mit Lernschwächen gewährleisten zu können.

„Es ist uns ganz wichtig, dass das Thema Inklusion kein Inseldasein im Schulbereich führt“, sagt Kulosa-Regh. Inklusion müsse stattdessen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gedacht werden. „Das ist für alle ein Thema.“ In Schulen seien alle Kinder und Lehrer in irgendeiner Form von der Inklusion betroffen, aber im Alltag blieben Menschen mit einem Handicap oft außen vor, weil ihre Bedürfnisse nicht mitbedacht würden, sagt Kulosa-Regh. Sie seien beispielsweise weniger mobil oder benötigten die Hilfe von Begleitern.

Um eine breitere Öffentlichkeit über das Thema zu informieren und wenn möglich auch in einen Austausch mit der Politik zu treten, zeigt der GEW-Ortsverband Kierspe/Meinerzhagen einen Dokumentarfilm, der sich mit der Materie auseinandersetzt. „Ich. Du. Inklusion. – Wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft“ soll denjenigen einen Einblick in die Herausforderungen der Inklusion geben, die nicht direkt an dem Umsetzungsprozess in den Schulen beteiligt sind.

Für seine 90-minütige Dokumentation – Kinostart war bereits im Mai – begleitete Regisseur Thomas Binn zweieinhalb Jahre lang fünf Grundschüler mit und ohne Unterstützungsbedarf. Sie sind Teil des ersten offiziellen Inklusionsjahrgangs an der Geschwister-Devries-Grundschule in Uedem (Kreis Kleve). Der Film wird am Donnerstag, 23. November, um 20 Uhr bei den City-Lichtspielen an der Stadthalle Meinerzhagen gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Die lokale GEW-Vorsitzende Kulosa-Regh hofft, dass viele Bürger und auch Vertreter der örtlichen Politik die Filmvorführung besuchen und sich an der anschließenden Diskussion darüber beteiligen. Geklärt werden soll, unter welchen Bedingungen Inklusion gelingen kann. 

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