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Corona-Impfung: Seniorenheim meldet beeindruckende Infektionszahl

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Von: Jürgen Beil

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Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner des Langemann-Hauses sind inzwischen geboostert, haben ihre dritte Impfung gegen Covid-19 hinter sich.
Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner des Langemann-Hauses sind inzwischen geboostert, haben ihre dritte Impfung gegen Covid-19 hinter sich. © Beil, Jürgen

An die Zeit im November und Dezember 2020 mag im Wilhelm-Langemann-Haus niemand mehr denken.

Meinerzhagen – Damals grassierte das Corona-Virus in der Senioreneinrichtung der Perthes-Stiftung an der Mühlenbergstraße. Zwischenzeitlich waren mehr als 40 Bewohner beziehungsweise Mitarbeiterinnen an Covid-19 erkrankt. Und heute? „Keine Infizierten, also auch keine Impfdurchbrüche“, meldet die Leiterin Ingrid Papst. Die Impfungen wirken also, der Beweis ist durch den Jahresvergleich erbracht.

Fast alle geboostert

Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner sind im Langemann-Haus inzwischen geboostert, haben die dritte Spritze erhalten. Einige wenige warten noch auf ihren Piks. „Wir halten genau nach, bei wem die Zweitimpfung länger als sechs Monate zurückliegt. Dann setzen wir uns mit den jeweiligen Hausärzten in Verbindung, die dann, vorausgesetzt Impfstoff ist vorhanden, die Impfung vornehmen“, erläutert Ingrid Papst.

Die Schutzvorkehrungen sind im Langemann-Haus trotz der Impfungen in der vierten Welle noch einmal hochgefahren worden. Für die Mitarbeiter bedeutet das viel Arbeit: „Wir testen an sechs Tagen in der Woche. Durchgeimpfte Mitarbeiter werden zwei bis dreimal getestet, nicht geimpfte täglich vor Dienstbeginn. Bei Bewohnern führen wir die Tests drei Mal pro Woche durch, ausgenommen sind diejenigen, die bereits geboostert sind und bei denen die dritte Impfung mindestens zwei Wochen zurückliegt“, beschreibt Ingrid Papst die derzeitige Praxis.

Allgemeine Impfpflicht

Außerdem kommt kein Besucher in die Einrichtung, der nicht getestet ist – und diese Regelung gilt unabhängig vom Impfstatus.

Der größte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Langemann-Haus ist geimpft. Für die Minderheit der Nicht-Immunisierten ist der Aufwand durch die Tests jedoch hoch. Würde sich Ingrid Papst angesichts dieser Situation vielleicht sogar eine allgemeine Impfpflicht wünschen? „Ja. Eine solche Regelung würde ich durchaus begrüßen. Und vielleicht könnte man das Personal in bestimmten Berufen dann ja auch vorziehen“, hat die Leiterin eine klare Meinung.

So oder so – aufgrund der großen Sicherheitsvorkehrungen ist im Langemann-Haus sogar Advents- und Weihnachtsstimmung eingezogen. „Zurzeit bieten wir die Weihnachtsessen an. In drei Gruppen aufgeteilt, wird den Bewohnern dabei ein Drei-Gänge-Menü serviert, pro Wohnbereich eines. Und auch Advents-Kaffeetrinken sind geplant, neun Gruppen werden dafür gebildet. Davon haben einige schon stattgefunden“, berichtet eine angesichts von null Infektionen im Haus glückliche Ingrid Papst, die aber weiter vorsichtig bleibt.

Aurelia: Keine Infizierten

Der ambulante Pflegedienst Aurelia hat seinen Sitz ebenfalls an der Mühlenbergstraße, schräg gegenüber vom Langemann-Haus. Vermieter Jochen Sting kann auch für seine zwölf Bewohner der Demenz-Wohngruppe eine gute Nachricht verkünden: „Niemand ist bei uns mit dem Corona-Virus infiziert.“

Und was hält er von einer Impfpflicht für Pflege-Fachkräfte? „Nichts. Eine solche Regelung nur für Angehörige von Berufen im Gesundheitssektor würde ich nicht richtig finden. Dann müsste man doch besser die Impfpflicht für alle einführen. Warum soll das für eine Krankenschwester gelten, für eine Lehrkraft aber nicht?“, findet Sting.

Die Demenz-Wohnungen von Aurelia sind begehrt, kürzlich ist eine davon frei geworden. Wenn alle Bewohner ihre Räume verlassen und im Gemeinschaftsraum beisammen sitzen, läuft bei Aurelia auch ein spezieller Luftreiniger, den Jochen Sting angeschafft hat. Und auch im täglichen Umgang miteinander und wenn Besucher ins Haus kommen, sind die Schutzvorkehrungen hoch: „Geimpfte Mitarbeiter werden zwei Mal pro Woche getestet, ungeimpfte täglich. Das gilt auch für jeden Besucher. Dafür haben wir im Eingangsbereich eine eigene Teststation aufgebaut“, berichtet Jochen Sting.

Keine Impfdurchbrüche

Alle gesund, keine Infizierten. „In der APD-Demenz-Wohngemeinschaft „Leben in Meinerzhagen“ an der Genkeler Straße gibt es ebenfalls aktuell keine Impfdurchbrüche, weder bei den Mietern, noch bei den Mitarbeitern in Pflege und Betreuung. Das teilte auf MZ-Anfrage Björn Schulte aus der Pflegedienstleitung der APD-Gruppe mit. Schulte weiter: „In allen Impf-Fragen hält sich die APD streng an die gültigen aktuellen Verordnungen und Gesetze. Die Entwicklung der Diskussion um eine allgemeine Impfpflicht wird mit Spannung verfolgt. Nach wie vor setzt die APD zur Erhöhung der Impfbereitschaft auf Aufklärung und Motivation der Mitarbeitenden sowie auf die Entscheidung, beim Impfen selbst als gutes Vorbild voranzugehen.“

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