Bewohner der Meinerzhagener Wohngemeinschaft bleiben noch außen vor

Impftermin für Demenz-WG „Aurelia“ abgesagt

Für die Demenz-WG Aurelia wurde der Impf-Termin abgesagt.
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Bei „Aurelia“ werden Mitarbeiter und Besucher getestet. Geimpft wird in der Einrichtung wohl vorerst nicht.

Viele Angehörige der dementen Bewohner in der Wohngemeinschaft „Aurelia“ an der Mühlenbergstraße sind sauer. Obwohl ihre Verwandten größtenteils diverse Vorerkrankungen haben und meist über 80 Jahre alt sind, werden sie wohl vorerst nicht gegen Covid-19 geimpft. Auch Aurelia-Inhaberin Julia Knips versteht die Welt deshalb nicht mehr.

Meinerzhagen – Ein Grund für die Absage könnte sein, dass „Aurelia“ als ambulanter Pflegedienst firmiert – und die würden vorerst nicht berücksichtigt, sagt Julia Knips. Die im Haus fest eingerichtete Wohngemeinschaft wäre dann aber gar nicht berücksichtigt worden.

Bestellung der Impfdosen war verschickt

„Das ist ungeheuerlich. Die Angehörigen regen sich sehr auf, was ich nachvollziehen kann“, sagt Julia Knips. Sie hatte für den heutigen 15. Januar bereits einen Impftermin für die zwölf Bewohner der Demenz-WG und die Mitarbeiter, die das wünschen, bei der Kassenärztlichen Vereinigung angemeldet. Auch mit dem Impfarzt habe es eine entsprechende Vereinbarung gegeben. „Unsere Bestellung der Impfdosen war im Auftrag der Angehörigen schon losgeschickt, doch dann kam die Absage. In einem Telefonat mit dem Märkischen Kreis wurde uns mitgeteilt, dass wir als ambulanter Pflegedienst noch nicht an der Reihe seien“, erläutert die Aurelia-Inhaberin und fügt hinzu: „Das haben wir dann auch von der Kassenärztlichen Vereinigung erfahren.“

Wohngemeinschaft und Seniorenheim: Gleiches Klientel

Verstehen kann sie dieses Vorgehen nicht: „De facto ist in unserer Wohngemeinschaften dasselbe Klientel untergebracht wie in Seniorenheimen. Nur die Versorgung auf den Zimmern erfolgt ambulant.“ Außerdem habe man auch dieselben Testkonzepte wie Seniorenheime. Knips: „Unsere Mitarbeiter werden alle drei Tage getestet und auch die Besucher, die zu uns ins Haus kommen, werden jeweils einem Test unterzogen. Außerdem haben wir teure Luftfilter angeschafft, um unsere Bewohner zu schützen.“

Wann „Aurelia“ nun Besuch vom Impfarzt bekommen wird, weiß Julia Knips noch nicht. Aber sie lässt nicht locker: „Für den 29. Januar habe ich die nächste Impfstoff-Bestellung losgeschickt. Mal sehen, was nun passiert.“ Nach einer MZ-Anfrage beim Märkischen Kreis scheint sich jetzt allerdings eine positive Entwicklung anzubahnen: „Wir haben bei der Kassenärztlichen Vereinigung sehr wohl noch einmal darauf hingewiesen, dass Aurelia auf die Liste mit den Einrichtungen gehört, in denen jetzt geimpft werden muss“, erläuterte Kreis-Pressesprecher Hendrik Klein. In diesem Zusammenhang habe der Kreis auch darauf aufmerksam gemacht, dass es in der Einrichtung eine feste Demenz-Wohngemeinschaft gebe, fügte Hendrik Klein hinzu.

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