Immobilienmarkt hat nach Flaute wieder Tritt gefasst

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Die Meinerzhagener Baugesellschaft vermarktet gerade diese im Bau befindliche Reihenhaus-Wohnanlage im Baugebiet Werlsiepen und kann hier auch weitere attraktive Baugrundstücke anbieten. Die Nachfrage hat deutlich angezogen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Nachfrage nach Immobilien und Baugrundstücken hat im vergangenen Jahr in Meinerzhagen nach einer vorangegangenen Flaute wieder spürbar angezogen. Die Zahl der Kauffälle erhöhte sich auf insgesamt 228. 2008 waren es nur 179. Der dabei erzielte Geldumsatz lag bei 21,8 Millionen Euro, im Vorjahr bei 18,9 Millionen Euro.

„Das Jahr 2011 brachte dem Immobilienmarkt im heimischen Raum die höchsten Umsatzsteigerungen der letzten 14 Jahre“, konstatiert Diplomingenieur Christoph Jochheim-Wirtz, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Märkischen Kreis. Der Gutachterausschuss hat knapp 2700 Kaufverträge über bebaute und unbebaute Grundstücke aus dem Jahr 2011 analysiert und die Ergebnisse in einem umfangreichen Bericht ins Internet (http://www.maerkischer-kreis.de Stichwort Planen, Bauen und Wohnen) gestellt. Erfasst werden dabei die Entwicklungen in 13 der insgesamt 15 Kreiskommunen. Iserlohn und Lüdenscheid gehören nicht dazu.

Dazu Jochheim-Wirtz weiter: „Es liegen uns 2 686 Grundstückskaufverträge aus dem Jahr 2011 vor, das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wurden insgesamt 302 Millionen Euro umgesetzt.“ Betrachtet man die drei großen Teilmärkte der bebauten und unbebauten Grundstücke sowie der Eigentumswohnungen, beträgt der Anteil am Gesamtaufkommen bei den bebauten Grundstücken 45 Prozent, bei den unbebauten Grundstücken 35 Prozent und beim Wohnungseigentum 20 Prozent. Die langfristige Entwicklung zeigt hier eindeutig eine starke Abnahme der Neubauten bei gleichzeitiger Zunahme von Investitionen in Bestandsimmobilien. Unter den bebauten Grundstücken nehmen mit 68 Prozent die Ein- und Zweifamilienhäuser den größten Anteil ein. Insgesamt wechselten in 586 Fällen die Eigentümer, das bedeutet einen Anstieg um 11 Prozent. Die meisten freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern wurden zu einem Preis zwischen 150 000 und 225 000 Euro verkauft, wobei die Preise in den jüngeren Baujahresklassen leicht gestiegen sind.

Die höchsten Umsatzsteigerungen von mehr als 50 Prozent verzeichneten die Gewerbeimmobilien, die nach dem Einbruch in 2008/2009 wieder den Stand vor der Wirtschaftskrise erreichten.

Bei den Verkäufen von Eigentumswohnungen zeigten sich mit über 15 Prozent deutliche Umsatzsteigerungen sowohl bei der Anzahl als auch beim Geldumsatz. Die Preise für ältere, nicht modernisierte Objekte verlieren dabei an Wert.

Die Nachfrage nach Wohnbauland ist weiterhin rückläufig. Kreisweit wurden nur 101 Baugrundstücke sowie 26 Erbbaurechtsbestellungen registriert. Wie im vergangenen Jahr sind die Grundstückspreise überwiegend stabil geblieben, Änderungen an den Bodenrichtwerten wurden nur punktuell vorgenommen. Es sind jedoch erhebliche regionale Preisunterschiede u.a. in den Neubaugebieten festzustellen.

Die Preise für Gewerbebauland stagnieren seit Jahren zwischen 30 und 60 Euro pro Quadratmeter. Der Umsatz in diesem Marktsegment nahm insbesondere beim Geld- und Flächenumsatz stark zu.

Weitere Fakten und Zahlen, angereichert mit zahlreichen Grafiken und Tabellen, enthält der jetzt durch den Gutachterausschuss veröffentlichte Grundstücksmarktbericht 2011. Dazu erläutert der Geschäftsführer Holger Peters:

„Auf über 60 Seiten finden sich Erbbauzinssätze, Liegenschaftszinssätze, Indexreihen und Rohertragsfaktoren oder Durchschnittswerte für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke. Ab sofort steht der Grundstücksmarktbericht zum Download im Internet, ergänzend dazu die Bodenrichtwertkarte 2012 mit über 1 400 Bodenrichtwerten. Über eine Zoomfunktion können beliebige Ausschnitte im Kreisgebiet angezeigt werden. Aber auch eine Suche über Adressen ist möglich, um schnell und aktuell den Bodenrichtwert seines Grundstücks interaktiv abzufragen“.

Im kommunalen Vergleich fällt im Übrigen auf, dass in Meinerzhagen bezogen auf die Einwohnerzahl die meisten Kaufverträge abgeschlossen werden. So gab es im gesamten Vergleichsgebiet bezogen auf je 1000 Einwohner im vergangenen Jahr 7,9 Kaufverträge, in Meinerzhagen waren es elf. Das ist der Spitzenwert, gefolgt von Herscheid mit 10,3 und Halver mit 10,0. Die Nachbarstadt Kierspe kommt auf 8,7.

Die Grundstückspreise in Meinerzhagen bewegen sich nach Feststellung des Ausschusses zwischen 120 Euro und 105 Euro pro Quadratmeter. Für Gewerbebauland müssen im Schnitt 44 Euro je Quadratmeter gezahlt werden.

Erhältlich ist der komplette Grundstücksmarktbericht zum Preis von 52 Euro beim Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Märkischen Kreis im Kreishaus Lüdenscheid, Telefon 02351/966-6753, Telefax 02351/966-6279 oder über Online-Bestellung im Internet, wahlweise in gedruckter Form, als CD-ROM oder als PDF-Datei.

Die aktuellen Bodenrichtwerte und der Grundstücksmarktbericht stehen im Internet unter http://ris.maerkischer-kreis.de/gutachterausschuss/index.html oder auf der gemeinsamen Homepage aller Gutachterausschüsse in Nordrhein-Westfalen, http://www.boris.nrw.de. ▪ -fe

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