Impfungen im Langemann-Haus

Licht am Ende des Tunnels: Seniorenheim hofft auf die ersten Impfungen

Wann mit den Impfungen im Wilhelm-Langemann-Haus begonnen wird, steht noch nicht fest. Die Voraussetzungen jedenfalls sollen bis zum 27. Dezember gegeben sein.
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Wann mit den Impfungen im Wilhelm-Langemann-Haus begonnen wird, steht noch nicht fest. Die Voraussetzungen jedenfalls sollen bis zum 27. Dezember gegeben sein.

Noch weiß Ingrid Papst nicht, wann im Wilhelm-Langemann-Haus die ersten Lieferungen mit dem Impfstoff eintreffen. Und dennoch laufen die Vorbereitungen für den oft wohl lebensrettenden „Pieks“ in der Senioreneinrichtung an der Mühlenbergstraße auf Hochtouren.

Meinerzhagen – Nach wochenlangem Bangen scheint also alles auf einem guten Weg. Mit Stand von Dienstagmorgen war das Infektionsgeschehen im Haus leicht rückläufig. Zurzeit sind 19 Bewohner infiziert, vier davon mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Intensivmedizinisch behandelt wird keiner. Hinzu kommen 14 Mitarbeiter, die an Covid-19 erkrankt sind. Alle befinden sich mit leichten Symptomen in häuslicher Quarantäne.

Als Folge der abnehmenden Fallzahlen können Besuche in den Wohnbereichen A und B ab heute wieder ermöglicht werden – allerdings nur nach Voranmeldung und unter Einhaltung strengster Hygienemaßnahmen. Pro Woche bietet das Langemann-Haus nun vier Test-Termine für Hausgäste an, dazu ist allerdings eine vorherige telefonische Absprache nötig.

Heimischer Arzt wird impfen

Ein heimischer Arzt hat sich inzwischen bereit erklärt, mit einem Impfteam anzurücken, sobald das Vakzin in Ampullen ins Langemann-Haus geliefert wird. „Wir gehen davon aus, dass wir zu den ersten Einrichtungen gehören, in denen Bewohner und Mitarbeiter, die das wünschen, geimpft werden“, ist Ingrid Papst zuversichtlich, dass die Immunisierung zeitnah beginnen kann. Für sie und ihre Mitarbeiter jedenfalls gilt: Vorbereitet sein, denn theoretisch könnte die Aktion am 27. Dezember beginnen.

Bis dahin ist noch einige Arbeit zu leisten, denn viele Bedingungen müssen unbedingt erfüllt werden. In einem ersten Schritt wurden die Mitarbeiter bereits angeschrieben, ebenso wie Verwandte und Betreuer der Bewohner. Inhalt der Schreiben: Ein Aufklärungsblatt über die Impfung und ein Einwilligungsbescheid. „Das ist schon am vergangenen Wochenende rausgegangen“, berichtet Ingrid Papst. Die Bewohner, die selbst entscheiden können, ob sie geimpft werden möchten, wurden ebenfalls schon genauestens informiert, und auch sie müssen ihr Einverständnis schriftlich bekunden. Bei der Impfaktion selbst wird alles zeitlich so kalkuliert, dass in jedem Fall auch Fragen der Bewohner und Mitarbeiter beantwortet werden können.“

Kreis legt Reihenfolge fest

Der genaue Ablauf wird sich laut Ingrid Papst so darstellen: Zunächst legt der Märkische Kreis die Einrichtungen fest, die zuerst mit den Impfungen an der Reihe sind. Dann schreibt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) diese Häuser an und informiert sie. Anschließend beauftragt die KV den Arzt mit der Impfung der Bewohner. Dann kommt der heimische Mediziner selbst ins Spiel: Er setzt sich mit der Senioreneinrichtung in Verbindung und kommt ins Haus – zu einer Besprechung. Anschließend werden die Termine für die erste und die zweite Impfung festgelegt.

Zeitgleich haben Ingrid Papst und ihr Team ihre „Hausaufgaben“ zu erledigen, von denen einige Punkte schon abgehakt sind: „Wir haben geeignete Kühlmöglichkeiten für den Impfstoff in unserem Haus. Außerdem bereiten wir für die Immunisierung der Mitarbeiter ein Einbahnstraßensystem vor, damit sich die Beteiligten nicht in die Quere kommen. Zusätzlich werden wir einen Raum zur Verfügung stellen, in dem der Impfstoff aufbereitet werden kann. Die Bewohner werden dann in jedem Einzelfall auf ihren Zimmern geimpft. Und es ist auch sichergestellt, dass die Nachbeobachtungszeit von 30 Minuten nach jeder Impfung eingehalten werden kann. Das ist dann unsere Aufgabe.“

Genaue Dokumentation

Neben dem eigentlichen Vorgang des Impfens ist natürlich eine genaue Dokumentation nötig. Wer wurde wann geimpft? Haben Aufklärungsgespräche stattgefunden? Ist der jeweilige Bewohner mit der Impfung einverstanden? Das alles muss detailliert festgehalten werden. Ingrid Papst und ihre Mitarbeiter jedenfalls treiben die Vorbereitungen so voran, als ob Vakzin und impfender Arzt bereits am 27. Dezember eintreffen würden. „Bis dahin sind die Voraussetzungen dafür gegeben“, ist sich die Einrichtungsleiterin schon jetzt sicher.

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