Baubetriebshof-Mitarbeiter müssen häufig ausrücken

Illegale Müllentsorgung als Ärgernis: Im Sommer 2018 war's schlimmer als sonst

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Nur ein Beispiel: Illegal abgeladene Dachziegel im Bereich "Kleiner Nocken".

Meinerzhagen - Es gibt nichts, was in seiner „Sammlung“ fehlt. Wenn es um wilde Müllkippen und illegale Abfallentsorgung geht, hat Frank Rohrmann alles gesehen.

Der Vorarbeiter im Meinerzhagener Baubetriebshof ist in dieser Beziehung ein echter Fachmann, denn vieles, was unbekannte Zeitgenossen einfach im Wald oder am Wegesrand entsorgen, landet als „Fall“ auf seinem Schreibtisch. 

Rohrmann setzt dann ein stets ähnliches Verfahren in Gang. Müll begutachten, aufsammeln und den Abtransport veranlassen. 

Manchmal sind es aufmerksame Leser, die die Redaktion informieren, wenn sie eine wilde Müllkippe entdeckt haben. Das war auch in diesem Sommer so. 

Überhaupt, die warme Jahreszeit 2018: „Da war die Situation schon schlimmer als üblich. Eigentlich wird das ganze Jahr über illegal entsorgt, aber vor einigen Monaten hat sich das in unserem Zuständigkeitsgebiet gehäuft. Im vergangenen Sommer gab es zeitweise zwei bis drei wilde Müllkippen pro Woche“, erinnert sich Rohrmann. 

80 Liter Altöl im Wasserschutzgebiet

Er unterscheidet allerdings je nach Art des „Fundes“: „Nicht alles, was weggeworfen wird, ist gleich eine wilde Kippe. Oft haben wir es auch mit Dingen zu tun, die normalem Hausmüll ähneln“, berichtet Rohrmann. 

Und um welche Art Müll müssen sich der Vorarbeiter und seine Kolleginnen und Kollegen in der Regel kümmern? „Um alles, was man sich vorstellen kann“, zuckt der Vorarbeiter mit den Schultern. 

Diese Dinge entsorgt fast jeder falsch - gehören Sie auch dazu?

Einige Beispiele gefällig? „In Westebbe hatten wir einmal im Wasserschutzgebiet 80 Liter Altöl zu entsorgen, die glücklicherweise in Kanistern abgestellt worden waren. Der zuständige Revierförster hat uns benachrichtigt und das haben wir dann auch der Polizei gemeldet. Passiert ist zum Glück nichts“, erinnert sich Rohrmann. 

Fliesen, Klobürste, Schlachtabfälle und Reifen

Erst vor kurzer Zeit sei der Baubetriebshof auch zum Wanderparkplatz auf der Nordhelle ausgerückt. Rohrmann: „Da lag Müll herum, der offensichtlich von einer Wohnungsrenovierung stammte. Von Fliesen bis zur Klobürste habe wir dort viele Dinge gefunden. Das alles mussten wir dann von dort abfahren.“ 

Möbel, alte Elektrogeräte, Hausmüll, Schlachtabfälle und Reifen. Es gibt praktisch nichts, was in der „Sammlung“ fehlt. „In Badinghagen wurden einmal zahlreiche Autoreifen abgeladen und sogar eine Böschung hinuntergeworfen. Das waren so viele, dass man fast glauben konnte, dass es sich bei dem Verursacher um einen Gewerbebetrieb gehandelt hat“, berichtet Rohrmann. 

Besonders ärgerlich: Die Baubetriebshof-Mitarbeiter mussten den steilen Abhang herunterklettern und Reifen für Reifen von Hand nach oben befördern.

Hochbehälter als echter Brennpunkt

Ein weiterer Brennpunkt in Sachen Müll sei auch der Hochbehälter in der Oberkorbecke. „Da können Sie eigentlich immer hinfahren, Sie werden Müll finden“, hat Frank Rohrmann festgestellt. 

Dort, so der Vorarbeiter weiter, würden vermutlich Jugendliche öfter feiern – und die Hinterlassenschaften einfach liegen lassen. Keine klassische wilde Müllkippe im eigentlichen Sinn, aber dennoch ärgerlich und arbeitsintensiv. 

Willi Müller ist Vorsitzender des heimischen SGV und regelmäßig mit Wandergruppen in der heimischen Natur unterwegs. Das Müll-Problem bleibt ihm natürlich nicht verborgen. Gefühlt ist die Lage für ihn zwar nicht schlimmer geworden, aber auch er kennt die Brennpunkte: „Überall dort, wo man mit dem Auto bequem hinkommt, wird Müll abgeladen.“ 

Abgelegene Stellen, die kaum einsehbar sind

Das bestätigt auch Frank Rohrmann: „Wichtig für die illegalen Müll-Entsorger sind abgelegene Stellen, die kaum einsehbar sind. Und Fluchtwege in zwei Richtungen – auch darauf achten solche Zeitgenossen.“ 

Zu sicher sollten sich die Umweltsünder allerdings nicht sein. Je nach Art des illegal weggeworfenen Abfalls und dessen Auswirkungen auf die Natur, können sie bei Entdeckung nicht nur wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt werden, sondern sie machen sich unter Umständen sogar einer Straftat schuldig. 

„Bis zu zehn Jahre Haft können in einem besonders schweren Einzelfall verhängt werden“, weiß Marcel Dilling, Pressesprecher der heimischen Kreispolizeibehörde. Wenn Bürger beobachten, wie gerade Müll in der Natur entsorgt wird, bittet er um Hinweise an die Polizei: „Dann sollte sofort die Rufnummer 110 gewählt werden.“

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