Anonymer Drohbrief „an asozialen Hundebesitzer“

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Auch er sollte nach der anonymen Drohung jetzt besser nur noch angeleint spazieren gehen. 

Meinerzhagen/Kierspe - „An alle asozialen Hundebesitzer“ richtet sich ein anonymer Drohbrief, der jetzt beim Tierschutzverein in Listerhammer eingegangen ist.

„Wir werden am 15. Februar geeignete Maßnahmen ergreifen, um dieser Hundescheiße Herr zu werden“, heißt es darin. Polizei und Tierschutz nehmen diese Ankündigung jetzt durchaus ernst.

Das Schreiben, das am Donnerstag beim Tierschutzverein im Briefkasten lag, trägt den Absender „Freunde der Kleintiere und Singvögel, Kuckuckswald 7,5, Meinerzhagen“. Im „Anschreiben“ ist zudem die Adresse „Kuckuckswald 788, Kierspe“ angegeben. Die wenigen Zeilen strotzen vor Drohungen, Beleidigungen und Fäkalsprache im Wortsinn: „Wir haben die Schnauze voll von diesen dämlichen Hundebesitzern, die ihren blöden Kötern nicht beibringen können, nicht in Hauseingängen und Garageneinfahrten zu scheißen. Wir werden deshalb am 15.2. geeignete Maßnahmen ergreifen, um dieser Hundescheiße Herr zu werden. Seht zu, dass eure Köter satt sind, wenn ihr losgeht, um Kierspe und Meinerzhagen vollzuscheißen! Lieber 3 Flüchtlinge als 1 Hund. Gott und sein Sohn sind mit uns und nicht mit euch!“

Pia Sperber, Vorsitzende des Tierschutzvereines in den beiden Volmestädten, hat sich nach Eingang des Schreibens sofort mit der Polizei in Verbindung gesetzt. Hauptkommissar Marian Kosanke habe ihr unter anderem geraten, sich über die MZ an die Öffentlichkeit zu wenden. Der Beamte appelliert außerdem an alle Tierbesitzer, ihre Hunde anzuleinen. „Und die Halter sollten verstärkt darauf achten, was auf dem Boden liegt.“ Kosanke wies außerdem darauf hin, dass es sich bei dem Auslegen von Giftködern um eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz handele, nach dem Tiere nicht gequält werden dürfen.

Auch Pia Sperber bittet Hundebesitzer darum, jetzt die Augen offenzuhalten. Der Tierschutzverein selbst sei allerdings eher weniger betroffen: „Unsere Hunde halten sich schließlich in der Auffangstation auf.“ Sie berichtet, dass bereits im vergangenen Jahr in Meinerzhagen Giftköder ausgelegt worden seien. „Wir haben damals von Ködern mit Rattengift gehört und in Halver hat es einen Fall gegeben, in dem Fleisch mit Schneckenkorn versetzt worden ist.“

Für den Verfasser des Drohbriefes hat sie nicht das geringste Verständnis. „Dennoch ist es die Pflicht eines jeden Hundehalters, darauf zu achten, dass Hunde nicht überall hinmachen. Jeder Besitzer muss die Hinterlassenschaften wegmachen“, fordert Pia Sperber. Dass ein anonymer Drohbrief natürlich nicht die richtige Form ist, auf dieses Problem hinzuweisen, versteht sich von selbst. Zumal darin von „geeigneten Maßnahmen“ die Rede ist. Die, sollte es sich wirklich um Giftköder handeln, würden auch eine Bedrohung für Kleinkinder darstellen. „Schließlich stecken die alles mögliche in den Mund“, fürchtet Sperber, dass auch Menschen durch die angekündigte kriminelle „Aktion“ zu Schaden kommen könnten.

Da niemand weiß, wo und ob der Unbekannte zuschlägt, gilt deshalb nun erhöhte Vorsicht. „Natürlich kann das alles Fake sein. Vorsichtshalber haben wir aber auch die heimischen Tierärzte informiert, dass die sich darauf einstellen können, dass eventuell ein Tier vergiftet wird. Die Gefahr besteht auch nicht nur für Hunde, sondern auch für Katzen und Vögel.“

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