Waren die Diebe scharf auf „Blumen-Joints“?

Aus der Mitte der Hortensienbüsche schnitten Unbekannte zahlreiche Stengel ab. - Foto: Beil

MEINERZHAGEN -   Im Bereich Otto-Fuchs-Straße geht der Hortensienklau um. Dutzende Blumenstengel wurden abgeschnitten, dazu drangen Unbekannte unbemerkt in mehrere Gärten ein und „bedienten“ sich.

Von Jürgen Beil

Als Schmuck für die Wohnung kommen die gestohlenen Blumen allerdings nicht in Frage. Im Dezember stehen die Büsche längst nicht mehr in Blüte und bieten einen eher traurigen Anblick.

Ein betroffener Anwohner zieht einen Hortensienstrauch auseinander und blickt in dessen Mitte: „Alles abgeschnitten. Nur einen Kranz haben die Diebe außen herum stehen gelassen“, ist er fassungslos. Was den Mann so betroffen macht, ist aber nicht die Tatsache, dass die fünf „heimgesuchten“ Büsche in seinem Garten nun recht kahl aussehen und wohl im kommenden Jahr nicht mehr blühen werden. „Dass hier bei Nacht und Nebel einfach Unbekannte in unseren Garten eindringen, das ist kein schönes Gefühl.“

Doch was wollen die Diebe eigentlich mit verblühten Hortensien – oder besser deren kahlen Stengeln? Hier gibt es eine allerdings nur auf den ersten Blick absurde Vermutung: Inhaltsstoffe in Hortensien sollen eine berauschende Wirkung haben.

Auch die Pharmazeutische Zeitung, herausgegeben von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, hat sich bereits mit dem Missbrauch von Hortensien befasst. Die PZ schrieb dazu: „Leicht zu beschaffen sind Hortensien: Sie wachsen in vielen Gärten, Parks oder auf dem Balkon. Der strauchartigen Pflanze mit den großen rosa oder blauen doldenförmigen Blüten wird eine berauschende Wirkung nachgesagt. Triebe, Blüten und Blätter werden geraucht. Die Blumen-Joints sollen eine ähnliche Wirkung besitzen wie Marihuana, nämlich Wohlbefinden, Euphorie und Halluzinationen auslösen sowie sedierend (Anm. der Red.: beruhigend) wirken. Bei Jugendlichen sollen Hortensientriebe als Haschischersatz beliebt sein, Zahlen zum Konsum gibt es aber keine. Vom Rauchen wird dringend abgeraten, da die Pflanze Blausäureverbindungen enthält, die beim Verbrennen freigesetzt werden.“

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