Galgenfrist für einen Kirschbaum

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Im „Dachgeschoss“ der Hornissen-Behausung muss es ordentlich gekracht haben, als die Krone der Kirsche kurz hinter dem Ortsausgang von Hardenberg gekappt wurde.

Meinerzhagen - Warum haben die Mitarbeiter von Straßen.NRW an der Kreisstraße 4 bei Hardenberg einen Baumstamm ohne Krone stehen lassen?

Darauf gibt Medienbeauftragter Michael Overmeyer eine einfache Antwort: „Die Baumkontrolleure hatten an der rund 60 Jahre alten Kirsche den Befall mit dem Schwefelporling festgestellt. Da dieser Pilz zu den holzzersetzenden Pilzen gehört, stirbt der befallene Baum mit der Zeit ab und stellt dann unter Umständen eine erhebliche Verkehrsgefahr dar.“

Bei der näheren Untersuchung der befallenen Kirsche wurde laut Overmeyer festgestellt, dass diese ein „Habitatbaum“ sei, dessen Stammfuß ein Hornissennest beherberge. „Und Hornissen stehen gemäß Paragraf 44 Bundesnaturschutzgesetz unter besonderem Schutz. So ist es unter anderem verboten, Hornissennester zu zerstören oder zu beseitigen. Zuwiderhandlungen können mit Geldstrafen von bis zu 50 000 Euro belegt werden“, teilt Overmeyer mit.

Um sowohl der Verkehrssicherungspflicht als auch dem Naturschutz Genüge zu leisten, haben die Mitarbeiter von Straßen.NRW nun zunächst nur die Krone entnommen und den Stamm stehen lassen. Dieser werde entfernt, nachdem das Hornissenvolk im Herbst abgestorben und das Nest verlassen sei, kündigt der Mitarbeiter des Landesbetriebes in einer Pressemitteilung an.

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