Holzabfälle sorgen für Wärme und Strom

Holzberge türmen sich auf dem Wanderparkplatz bei Valbert. ▪ Foto Helmecke

VALBERT ▪ Eigentlich dient der Wanderparkplatz am Ortseingang von Valbert mit seinen Tischen und Sitzbänken Wanderern und Ausflüglern zum Ausspannen und Picknicken in freier Natur.

Zurzeit allerdings müssen sich die üblichen Nutzer den Platz mit rund 1500 Kubikmetern Abfallholz teilen. Ordentlich durch einen Schredder zerkleinert, erinnert es stark an den handelsüblichen Rindenmulch aus dem Baumarkt. Wozu lagern derartig große Massen hier und was soll damit geschehen? Fragen, die sich dem Betrachter zwangsläufig aufdrängen. Die Antwort darauf weiß Manfred Schiefer aus Werdohl.

„Es handelt sich um zerkleinerten Schlagabraum aus den Wäldern rund um Meinerzhagen. Dieser wird nicht wie früher einfach verbrannt oder zu Mulch verarbeitet, sondern dient der Stromerzeugung in einem Biomassekraftwerk“, so der Holzfachmann aus Werdohl. Seit einigen Jahren bietet er mit seiner Märkischen Forstbetriebe GmbH Dienstleistungen, wie zum Beispiel manuellen Holzeinschlag, Pflanzung, Bestandspflege und mehr an. „Der Schwerpunkt unseres Unternehmens liegt in der hochmechanischen Holzernte mit modernsten Maschinen“, so Schiefer.

Vor einiger Zeit hat er mit seinem Geschäftspartner, Kevin Klotzkowsky aus Ennepetal, die Firma Holzenergie Ennepetal (HEE) gegründet. Der 22-jährige Klotzkowsky ist im Moment auch vor Ort in Valbert tätig und sorgt hier für die Verladung der „Holzberge“.

„Bis zum vergangenen Freitag haben wir 15 Sattelschlepper mit jeweils rund 90 Kubikmetern Restholz beladen und auf den Weg zum Biomassekraftwerk nach Erndtebrück-Schameder geschickt“, berichtet der gelernte Federnmacher. Aus Liebe zur Natur hat er nach Abschluss seiner Lehre in der elterlichen Fabrik dieser den Rücken gekehrt, um zu jeder Jahreszeit an der frischen Luft arbeiten zu können.

In Erndtebrück-Schameder betreibt RWE Innogy seit 2007 das Biomasse-Heizkraftwerk Wittgenstein und produziert Wärme und Strom auf der Basis von Frischholz, Landschaftspflegeholz und Waldrestholz aus der Region.

Eine Form der Stromgewinnung, die gerade in Zeiten des Klimaschutzes an Bedeutung gewinnt.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Kraftwerkes befindet sich seit Sommer 2010 eine Fabrik zur Holzpellets-Herstellung. Diese nutzt die bei der Stromerzeugung entstandene Wärme des Kraftwerkes zur Trocknung der Pellets.

Durch die Kombination von CO2-neutraler Energieerzeugung mit der Holzpellets- Produktion, ergibt sich im Biomassekraftwerk Schameder ein doppelt „grüner Effekt“. So können im Heizkraftwerk jährlich rund 48 000 Tonnen und durch den Einsatz der Pellets in den Haushalten zusätzlich 100 000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Die Jahresproduktion der Pellets beträgt nach Angaben des Betreibers, German Pellets, rund 120 000 Tonnen. Damit werden hauptsächlich die Abnehmer in Nordrhein-Westfalen im Gebiet von Rhein und Ruhr versorgt.

Der aus Siegen-Wittgenstein stammende Landesumweltminister, Johannes Remmel, hatte bei der Werkseröffnung im August 2010 mit gewissem Stolz festgestellt: „Wir sind das drittstärkste Bundesland beim Betrieb von Pelletkesseln in Deutschland – nach Bayern und Baden-Württemberg“.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits rund 16 000 Haushalte mit Pelletkesseln, Tendenz steigend. ▪ jjh

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