Neues Buch

Autor Holger Weyland "beleuchtet" die Jugendkultur vergangener Jahrzehnte 

+
Das Meinerzhagener Schulwesen in den vergangenen Jahrzehnten – das hat Autor Holger Weyland zum Thema seines Buches gemacht.

Meinerzhagen – Er ist ein leidenschaftlicher Sammler ortsgeschichtlicher „Exponate“, er kommentiert und verfasst Texte. Der Meinerzhagener Holger Weyland kennt sich aus in seiner Stadt und er wirft besonders gern einen Blick in die „jüngere“ Vergangenheit der Jahre ab 1960.

Das tut er in der Regel aus einem ganz besonderen Blickwinkel: Die Jugend(kultur) ist ihm sehr wichtig. Und so ist es kein Wunder, dass in seinem neuen Buch gerade dieses Thema den Schwerpunkt bildet. „Beiträge zum Meinerzhagener Schulwesen – Fakten, Meinungen und Geschichte(n)“ ist das Werk überschrieben. 

Holger Weyland als „68-er“ zu bezeichnen, ist sicherlich nicht falsch. Die Rebellion der Jugend gegen das Establishment – auch der 1948 geborene Volmestädter war dabei. Mit diesem Hintergrund „ausgestattet“, verwundert es wenig, dass sich der Autor nicht mit dem zufriedengibt, was offizielle Quellen auch aus den Archiven der Stadt beispielsweise über die „roaring sixties“ berichten. Einige Aspekte würden dabei völlig unter den Tisch fallen, konstatiert er und verweist auf den jugendpolitischen Bereich: „Es bleibt bei ermüdenden Chroniken, kleinen Anekdoten und Belanglosigkeiten. Dinge, die der Erinnerung kaum wert sind“, schreibt Weyland in dem Vorwort seines Buches, das diese Lücke füllen soll. 

Was er mit der Veröffentlichung des Werkes genau erreichen will, beschreibt Weyland mit folgenden Worten: „Es geht darum, einmal das, was wir als Schüler damals meinten und was für uns wichtig war, zum Beispiel die verschiedenen Aspekte unserer Jugendkultur in Meinerzhagen, wieder einmal aufzuzeigen, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“ 

Jugendkultur? Das ist weit mehr als Schule und das damalige System. Es geht auch um die Rebellion der Heranwachsenden. Dem trägt Weyland Rechnung. „1967/68, Schülerunruhe auch in Meinerzhagen“ ist ein Buch-Kapitel überschrieben. „Die Jugend hörte nicht mehr Fred Bertelmann mit seinem ,lachenden Vagabunden’, sondern die Stones mit ihrem ,Street-Fighting-Man’“, stellt Weyland fest. Und dass die Heranwachsenden ihre Helden in der Turnhalle des TuS an der Lindenstraße sogar live zu hören bekamen – die „Rattles“ und die „Lords“ gastierten dort –, auch das ist Weyland eine Randnotiz wert.

Miniröcke, Gammler, Mitbestimmung an den Schulen, Selbstverwaltung, freiwillige Unterrichtsteilnahme der Schüler in der Oberstufe, Drogenkonsum in Meinerzhagen. Das waren nur einige Themen, die „damals“ auf den Tisch kamen, auch in Meinerzhagen. Weyland verknüpft Zeiterscheinungen mit dem Leben vor Ort. Vieles berichtet er dabei aus der eigenen Erinnerung. Ein Streifzug, der bis in die „Neuzeit“ führt. 

Schon die Überschriften der einzelnen Kapitel zeigen, in welche Themen Weyland eintaucht: „Schüler und Lehrer – eine ganz besondere Beziehung“, „Meinerzhagen in den 1960er-Jahren – El Dorado der Jugendkultur“ oder „Sex, Drugs und Rock’n Roll“. All das wird beleuchtet und ergänzt auch durch persönliche Erlebnisse. Meinerzhagen aus der Sicht eines Meinerzhageners, der sich mit Fug und Recht als Zeitzeuge bezeichnen darf. 

Und wo traf sich die Jugend in längst vergangenen Zeiten? Auch das weiß der Chronist zu berichten. Zum Beispiel im legendären Lady’s Inn, das 1967 in der Voss Mühle eröffnete und in das Weyland sogar Studien-Kollegen aus Wuppertal „entführte“. „Hier ging es erst ab 23 Uhr so richtig los bis morgens um 4 Uhr und die Jungs wollten gar nicht mehr nach Hause“, schreibt der Autor. Treffpunkte habe es früher jedenfalls genug gegeben stellt Weyland fest und er berichtet von „Kneipen und Jugendtreffs en masse“.

Und schließlich noch das: Zur jüngeren Geschichte der Stadt Meinerzhagen gehört die Evangelische Landesschule „Zur Pforte“, die 2005 abgerissen wurde. Holger Weyland widmet der Einrichtung in seinem Buch viel Raum und er verspricht dem Leser auch „eine ganz besondere Exkursion in die Gründungsjahre“.

Herausgegeben wurde das Buch, das im Selbstverlag erschienen ist, vom Verein zur Förderung von Information, Kommunikation und Kreativität Meinerzhagen. Zum Stückpreis von 20 Euro ist es zu haben in der Buchhandlung Schmitz in Meinerzhagen, Zur Alten Post 6, Tel. 0 23 54/27 62

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare