Hohe Auszeichnung für Herbert Monkowski

Die Auszeichnung überreichte Jacek Protas, oberster Repräsentant des Verwaltungsbezirkes Ermland-Masuren (l.).

MEINERZHAGEN ▪ Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der historischen Kirche von Groß Kleeberg/Polen erhielt der Meinerzhagener Herbert Monkowski (77) jetzt das Ehrenabzeichen „Verdient für die Wojewodschaft Ermland-Masuren“.

Die Ehrung ging auf einen Beschluss der Volksvertretung des Verwaltungsbezirks Warminsko-Mazurskiego, dem Sejmik zurück. Die Auszeichnung ist von besonderer Bedeutung auch für die deutsch-polnischen Beziehungen, weil erstmals in dieser Form ein Vorsitzender der Landsmannschaft Ostpreußen geehrt wurde, einer Organisation, die in kommunistischen Zeiten noch als „Feind Polens“ galt. Den Antrag auf die Verleihung hatte der Vorsteher der Gemeinde Purda gestellt. „Herbert Monkowski hat viel Gutes nicht nur für unsere Gemeinde getan, sondern für die ganze Wojewodschaft und sogar für die polnisch-deutsche Aussöhnung“, sagte Eduard Dyfus, der Promotions chef der Gemeinde Purda, anlässlich der Verleihungsfeier.

Ein feierlicher Gottesdienst, konzelebriert von Bischof-Senior Edmund Piszcz, Protonotar Julian Zolnierkiewic und Prälat Henryk Blaszczyk aus Groß Kleeberg, leitete die Verleihung ein. Die Laudatio hielt der Gemeindevorsteher von Purda, Jerzy Laskowski. Die Auszeichnung überreichte Jacek Protas, Marschall – das heißt Regierungspräsident der Wojewodschaft.

Der Verdienstkatalog von Monkowski für die Region und die dort lebenden Menschen ist vielfältig und beachtlich. Er stammt selbst aus Jomendorf bei Allenstein, übersiedelte in den 60er Jahren nach Deutschland und lebt seither in Meinerzhagen. 26 Jahre lang gab er die „Jomenpost“ heraus, eine Zeitschrift der ehemaligen Einwohner der Gemeinde Bertung. Er organisierte auch viele Ausflüge ehemaliger Bewohner in ihre einstige Heimat, brachte aber auch mit Ostpreußen nicht verbundene Menschen dorthin. Er war immer sehr interessiert daran, was in seiner Heimat geschieht und unterstützte organisatorisch und materiell die in Ermland verbliebenen Landsleute und Kirchen.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Helga und dem inzwischen verstorbenen Pfarrer Johann Gehrmann, einem Probst aus Hilter bei Osnabrück, organisierte Herbert Monkowski ab 1981 zahlreiche Spendentransporte nach Allenstein.  Die „Polenhilfe Meinerzhagen“, so der Name dieser privaten Hilfsaktion, wurde zu einer ebenso segensreichen wie völkerverbindenden Angelegenheit, die bis heute anhält. „Auch viele Meinerzhagener Bürger haben in all den Jahren immer wieder mit Sach- und Geldspenden geholfen. Die mir jetzt zuteil gewordene Auszeichnung sehe ich daher auch als stellvertretenden Dank an all diese vielen Helfer an“, erklärte Monkowski im Gespräch mit unserer Zeitung.

Seit mehr als 30 Jahren gehört Herbert Monkowski der Kreisgemeinschaft Allenstein-Land innerhalb der Landschaftsmannschaft Ostpreußen an. In der alten Kreisgemeinschaft war er vor 1989 Orts- und Kirchspielvertreter von Jomendorf und Bertung. Seit der Gründung der neuen, gerichtlich eingetragenen Kreisgemeinschaft Allenstein-Land Ende 1989 ist er Mitglied des Kreistages. 1993 wurde er für kurze Zeit als Schriftführer Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes im Kreisausschuss.

Im Anschluss daran widmete sich Herbert Monkowski vorrangig der Arbeit für seinen Heimatort Jomendorf. Alle zwei Jahre veranstaltet er in Meinerzhagen das ‚Jomendorf-Treffen‘, das bis zu 300 Heimatvertriebene anzieht und von hoher Geistlichkeit begleitet wird, so von den Visitatoren des Ermlandes aus Münster, von Erzbischof und Kardinal Sterzynski aus Berlin und zuletzt, im Jahr 2008, vom neuen Erzbischof von Allenstein.

Nach dem Rücktritt des langjährigen Kreistagsvorsitzenden Adalbert Graf wählte der Kreistag auf seiner Sitzung vom 28. April 2007 Monkowski zum neuen Kreistagsvorsitzenden.

Der Meinerzhagener ist auch einer der Mitgründer der bis heute gut funktionierenden Partnerschaft zwischen dem Landkreis Allenstein und dem Landkreis Osnabrück.

Das herausragende Engagement Herbert Monkowskis ist vielfach in Polen und Deutschland gewürdigt worden. Am 21. Juni 1990 verlieh ihm der Stadtpräsident von Allenstein die ‚goldene Verdienstmedaille‘ für Verdienste um Ermland und Masuren.

Am 9. Dezember 1991 erhielt er aus der Hand des Landrates des Märkischen Kreises das ihm vom Bundespräsidenten verliehene Bundesverdienstkreuz. Im Juni 1996 wurde Herbert Monkowski in Würdigung seiner völkerversöhnenden Aktivitäten in den Internationalen Souveränen Orden des Heiligen Stanislaus aufgenommen und vom Fürsthochmeister Graf Julius Novina-Sokolnicki persönlich zum Ritter geschlagen. Kurz danach erhielt er von dessen Ordensleitung das Offizierskreuz.

In Würdigung seiner außergewöhnlichen Leistungen für Ostpreußen und seine Menschen verlieh ihm die Landsmannschaft Ostpreußen im vergangenen Jahr das Goldene Ehrenzeichen. ▪ -fe

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