Höchste Auszeichung für engagierte Gudrun Weiße

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Gudrun Weiße wurde für ihre langjährige engangierte Arbeit von Superintendent Klaus Majoress geehrt. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Mit dem Goldenen Kronenkreuz, der höchsten Auszeichnung die das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an verdiente Mitarbeiter zu vergeben hat, wurde jetzt Gudrun Weiße ausgezeichnet. Superintendent Klaus Majoress steckte ihr das hochwertige Symbol an. In Handarbeit gefertigt wird es als Brosche oder Reversnadel in den Diakonie-Werkstätten auf der Asbacher Hütte und seit 1972 aufgrund besonderer Voraussetzungen verliehen.

Die vorzunehmende Ehrung war für Majoress der besondere Anlass, beim Abendmahl-Gottesdienst mit Pfarrerin Petra Handke in der Jesus-Christus-Kirche auch die Predigt zu halten. Den Sinnspruch der Dakota-Indianer, „Wenn Du bemerkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig’ ab“, hatte er gewählt, um den aktuellen Zustand der Kirche kritisch zu beleuchten. „Reiten wir nicht längst ein totes Pferd“, fragte er angesichts von Entwicklungen, die häufig nicht am Wohl der Menschen ausgerichtet seien. „Wo seid ihr“, werde er gefragt, wenn fragwürdige Zielsetzungen, Internetkampagnen, Strukturreformen und weitreichende Entscheidungen wider besseren Wissens als Maß aller Dinge und alternativlos verkauft werden. „Was macht uns noch als Kirche wirklich erkennbar? Wo setzen wir Zeichen inmitten der sich verändernden Gesellschaft? Wo bleibt das christliche Urbild?“ Christsein sei auf Gemeinschaft angelegt; es könne nicht existieren durch den einsamen Gläubigen im Wald, nicht durch Aus- und Abgrenzung, sondern nur in der Zusammengehörigkeit menschlichen Lebens. Halt und Hilfe müsse die Kirche da geben. – „Ist das Pferd, das wir reiten, schon tot?“

Dem skizzierten christlichen Urbild entsprochen hat gewiss das Wirken und ehrenamtliche Engagement von Gudrun Weiße. Mit Beginn 1968 im Kindergarten Inselweg und in der Folge über die Jahrzehnte hinweg habe sie ihre Kraft und Zeit in die Arbeit der Kirchengemeinde eingebracht. In etlichen Gremien und Funktionen, etwa als Finanzkirchmeisterin oder in Vetretung des Baukirchmeisters arbeitete sie mit, war in den Ausschüssen Bau, Finanzen, Kindergärten, Friedhof und Diakoniestation tätig. Ab 2002 war die Mitbegründerin und Mitarbeiterin der Meinerzhagener Tafel auch dort für die Kasse zuständig. Den Kinderkleiderbasar am Inselweg organisierte sie von 1978 bis 2001. Im Kompetenzteam und als Kindergartenbeauftragte des Presbyteriums brachte sie Wissen und Fähigkeiten ebenso ein, wie als Mitglied der Kreissynode. Stets habe sie das menschliche Miteinander nach Kräften gefördert. Aus Altergründen gebe sie diese vielen Verpflichtungen nun auf. Superintendent Majoress fand überzeugende Worte des Dankes, und die Gottesdienstbesucher würdigten die Verdienste von Gudrun Weiße mit anhaltendem, dann stehendem Applaus. ▪ Erna Schmidt

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