Volme im Blickpunkt

Nach der Flut ist vor der Flut

Auch die an der Stadthalle offengelegte Volme war bei Tief Bernd von Vorteil, sagt Jürgen Tischbiereck.
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Auch die an der Stadthalle offengelegte Volme war bei Tief Bernd von Vorteil, sagt Jürgen Tischbiereck.

„Wir sind nicht mit einem blauen Auge, sondern mit 200 davongekommen.“

Meinerzhagen – Wenn der städtische Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck an Tief Bernd am 15. Juli mit seinem Starkregen und den Überschwemmungen zurückdenkt, sind ihm in erster Linie die schrecklichen Bilder von der Ahr und die Verwüstungen im Lennetal in Erinnerung geblieben. Dass es in Meinerzhagen keine Flutschäden von diesem Ausmaß gegeben hat, erleichtert den Fachbereichsleiter. Er führt das auch auf vorausschauende Planungen und deren Umsetzung im Bereich Kanalbau, Regenrückhaltebecken und die Offenlegung der Volme an der Stadthalle zurück. „Das hat geholfen“, ist Tischbiereck zufrieden.

Zusätzliches Oberflächenwasser

Doch sich zurückzulehnen und darauf zu vertrauen, dass Meinerzhagen auch bei künftigen Starkregenfällen nahezu ungeschoren davonkommt, das ist keine Alternative. „Wir haben Mittel vorgesehen, um für die Volme ein Niederschlagsabflussmodell aufstellen zu lassen“, beschreibt Tischbiereck einen weiteren Schritt, um künftig Hochwasser zu verhindern.

Das macht auch Sinn, denn schon in einem absehbaren Zeitraum könnte zusätzliches Oberflächenwasser per Kanal in die Volme eingeleitet werden. Tischbiereck verweist in diesem Zusammenhang auf das Neubaugebiet „Schulpforta“, wo „Auf der Freiheit“ einst die Evangelische Landesschule stand. Von dort aus würde, nach einer Bebauung des Bereichs, der Kanal in die Volme entwässern. Das gilt auch für Industrieflächen der Firma Otto Fuchs an der Straße Im Tempel. „Wir müssen nachweisen, dass die Volme das verkraftet. Im Prinzip und noch rein theoretisch geht es dabei um die Frage, wie viel Wasser in die Volme eingeleitet werden kann, ohne, dass sie überläuft“, erläutert der Fachbereichsleiter und fügt hinzu: „Das muss ausgerechnet werden, um den Genehmigungsbehörden sagen zu können, ob noch Wasser hinzukommen kann.“

Einige Uferabbrüche

Dass die Volme bei Hochwasser auch in Meinerzhagen eine zerstörerische Kraft entfalten kann, hat sie beim jüngsten Starkregen jedenfalls bewiesen. Einige Keller liefen voll. „Und im Bereich an der Polizeiwache Oststraße und nahe des Hit-Marktes hat es einige eiserne Rechen zerrissen“, berichtet Tischbiereck und er verweist auch auf Uferabbrüche an einigen Stellen im Stadtgebiet, wo auch so genannte Wasserbausteine mitgerissen wurden. Die Böschungssicherung sei inzwischen erfolgt, auch viele Abrisse habe man beseitigt. „Das haben wir neu hergestellt“, berichtet Tischbiereck. Auch unterhalb der Ölmühle sei ein Uferabriss passiert, wie auch weiter flussabwärts. „Da warten wir jetzt auf ein Angebot, um diese Schäden zu beseitigen“, erläutert der Fachbereichsleiter.

In Altena hatten sich die eigentlich kleinen Bäche Nette und Rahmede durch Tief Bernd in reißende Flüsse verwandelt – davon kann auch die Meinerzhagener Feuerwehr berichten, die in der Rahmede im Einsatz war. Auf Meinerzhagener Stadtgebiet gibt es solche Wasserläufe ebenfalls zu genüge. Passiert ist hier beim Starkregen allerdings nicht viel: „Im Ihnetal ist mir gar nichts bekannt. Dort gibt es auch genügend Überschwemmungsflächen. In der Wiebelsaat wurde das Fundament einer Brücke beschädigt. Hier soll allerdings eine neue Brücke gebaut werden“, bilanziert Tischbiereck.

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