Talsperren spielen eine wichtige Rolle beim Hochwasserschutz

Das Management der Wassermassen

Zahlreiche Besucher beobachteten das Schauspiel am Damm
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Zahlreiche Besucher beobachteten das Schauspiel am Damm der überlaufenden Lister und hielten es im Bild fest.

Die Listertalsperre läuft über. Ein eindrucksvolles Schauspiel – das allerdings wegen der Überflutungen im Lennetal einen faden Beigeschmack hinterlässt.

Meinerzhagen – Über den Listerbach laufen die Wassermassen in die Listertalsperre. Läuft die über, landet das „Nass“ in der Biggetalsperre. Wenn die an ihrer Kapazitätsgrenze ist, wird Wasser an den Biggefluss abgegeben, der es Richtung Lenne transportiert.

Bigge puffert Fluten ab

Markus Rüdel ist Pressesprecher des Ruhrverbandes, der die Talsperren betreibt. Er betonte am Freitag, dass die Lenne zum Beispiel bei der Katastrophe in Altena kaum durch die Wasser-Abgabe der Bigge über die Ufer getreten sei, sondern weil sie aus unkontrolliert einfließendem Oberflächenwasser zusätzlich gespeist worden sei: „Im Gegenteil: Wir haben mit unseren Talsperren noch viel Wasser abgepuffert“, sagt Rüdel.

Am Dienstag vor dem bereits angekündigten Starkregen habe man beim Ruhrverband schon gehandelt und kontrolliert Wasser aus den Talsperren abgegeben, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen. „Das ist auch gelungen, allerdings hatten wir bereits einen Tag vor dem Unwetter hohe Füllstände in den Stauseen“, erläutert der Ruhrverbands-Sprecher. Deshalb habe man die Abgabemengen auch nicht stark erhöhen können, es sei auch nicht zu deutlichen Pegelerhöhungen in den Flüssen gekommen, fügt er hinzu. Erst am Donnerstag, also einen Tag nach der Jahrhundertflut im Lennetal, sei die Bigge zu 100 Prozent gefüllt gewesen, berichtet Rüdel.

Steuerung über die Bigge

An der Lister läuft das Wasser quasi automatisch über. Ist es in der Bigge gelandet, kann der Ruhrverband steuernd eingreifen. Und langsam erhöht sich auch wieder der Spielraum, weil der Pegel der Bigge sinkt. „Am Donnerstag waren wir in der Bigge bei einer 100-prozentigen Auslastung, am Freitag sank dieser Wert auf 99,7 Prozent. Die Lage hat sich also zumindest etwas entspannt“, stellt Markus Rüdel fest.

Wie viel Wasser in den vergangenen Tagen durch Lister und Bigge floss, kann der Ruhrverbands-Mitarbeiter mit konkreten Zahlen belegen: „Der Zufluss in die Bigge betrug an diesem Freitag noch 29 Kubikmeter pro Sekunde. Davon stammten sechs Kubikmeter aus der Lister. Am Donnerstag lagen wir beim Bigge-Zufluss noch deutlich über 80 Kubikmeter pro Sekunde. Und abgegeben haben wir nie mehr als 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.“

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