Volme-Hochwasser: Die Gefahr ist nur noch gering

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Am 20. Juni 2013 wurde auch die inzwischen nicht mehr existierende Straße „An der Stadthalle“ geflutet. Solche Hochwasser-Ereignisse sollen in diesem Bereich der Vergangenheit angehören. 

Meinerzhagen - Land unter! Am 20. Juni 2013 verwandelte ein Unwetter den Platz an der Stadthalle binnen kurzer Zeit in eine Seenlandschaft. Die Volme mutierte zu einem reißenden Fluss und trat über die Ufer. Solche Bilder wird es wohl nicht mehr geben.

Wasser drang in den Hit-Markt ein und auch die Straße An der Stadthalle war überflutet – die Feuerwehr war im Dauereinsatz. „Dass sich das jetzt noch einmal wiederholt, ist zumindest unwahrscheinlich“, ist sich Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck recht sicher. 

Grund für diesen Optimismus sind bauliche Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden und die ganz konkret dem Hochwasserschutz dienen. Eine große Rolle spielen dabei die Regenrückhaltebecken. Sie entstanden unterirdisch am Schulplatz und unter dem Parkplatz an der Stadthalle.

Allein für letztgenannte Maßnahme investierte die Stadt 2013 rund 280.000 Euro. Dieses Regenüberlauf-Bauwerk leitet überschüssiges Regenwasser in den Volmebach, damit das städtische Kanalnetz nicht überlastet wird. Das Becken selbst hat ein Fassungsvermögen von 150 Kubikmetern Wasser.

Ist das Volumen erreicht, wird die überschießende Menge in die Volme abgegeben. Das bewirkt eine ausgeklügelte Technik, die dann dafür sorgt, dass pro Sekunde 9800 Liter in den Volmebach geleitet werden.

Kanäle wurden größer gebaut

Doch das ist noch nicht alles: „Auch die Kanäle wurden inzwischen größer gebaut, so wie etwa unter der Volme- und der Bahnhofstraße“, erläutert Jürgen Tischbiereck. Ganz konkret bedeutet das, dass nun etwa doppelt so große Rohre wie früher für den Abtransport des Wassers sorgen. Auch da gibt es also einen ordentlichen Puffer, wenn Starkregen wie 2013 einsetzt. 

Und dann wäre da auch noch die Volme selbst. Sie wurde neben der Stadthalle inzwischen „befreit“, fließt jetzt offen. Und der Querschnitt des neuen Bachbettes sei selbst für ein Jahrhunderthochwasser ausgelegt, erklärt Tischbiereck und fügt hinzu: „Da spielte bei den Planungen auch ein Stückchen weit die Angst vor einer neuen Überflutung des Stadthallen-Bereiches mit.“ 

In der vergangenen Woche und auch aktuell wird nach den wochenlangen Regenfällen noch immer von Hochwasser berichtet, die Lenne stand in Altena beispielsweise auf der Uferstraße. An der Volme sei der kontinuierlich über einen langen Zeitraum fallende Regen aber nicht einmal das Problem, sagt der städtische Fachbereichsleiter. Vielmehr seien es Starkregen-Ereignisse, die innerhalb kürzester Zeit für Überflutungen sorgen würden.

Überlaufbecken nicht dramatisch gefüllt

„Und ein solches Jahrhunderthochwasser hatten wir noch nicht, seit die Volme freigelegt wurde, allerdings kann Tischbiereck noch nicht genau sagen, was in einem solchen Fall passiert. Doch er bleibt zuversichtlich: „In der vergangenen Woche haben wir uns das vor Ort angesehen – und festgestellt, dass der Anstieg der Volme wenig besorgniserregend war. Auch die Überlaufbecken waren nicht dramatisch gefüllt.

Das hat uns froh gestimmt, weil wir wohl beim Bau und bei der Planung alles richtig gemacht haben.“ Nur in einem Bereich sei es vor einer Woche „eng“ geworden, was die Volme und Hochwasser betreffe: „Im Bereich etwa von McDonalds bis zur Polizeiwache“, berichtet Tischbiereck.

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