Kohlbergstraße überflutet, Bigge als Puffer

Die Abläufe in der Kohlbergstraße mussten von Feuerwehr und Bauhof immer wieder von Laub befreit werden, um das Ablaufen des Wassers zu ermöglichen. - Foto: Benninghaus

Meinerzhagen - Nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage hat die Lenne die Altenaer Uferstraße überflutet. Doch die Burgstädter haben noch Glück. Denn: Ohne die Biggetalsperre, die am Dienstagmorgen zeitweise 165 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zurückhielt, stünde das Wasser in der Stadt um mehr als einen Meter höher, sagen die Experten des Ruhrverbandes. Und auch in Meinerzhagen meldet die Feuerwehr eine Überflutung, allerdings von geringerem Ausmaß.

Auf der Kohlbergstraße überschwemmte das Wasser die Fahrbahn, es lief ebenfalls in die Keller von zwei Häusern. Ein aus dem Hohlweg fließender Bach war über die Ufer getreten. Das Rohr, das den Bach unter der Straße in den Immecker Teich leitet, konnte die Wassermassen nicht mehr fassen.

Ein weiterer Grund für die Überflutung: Im Wasser wurden große Mengen an Laub mitgespült. Ärgerlich für die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes: Vielfach handelte es sich dabei auch um Grünabfälle aus Gärten, die vermutlich von Bürgern in dem Waldstück abgeladen wurden. Mitarbeiter des Bauhofes versuchten in den frühen Morgenstunden zunächst, Dreck und Schlamm aus dem Bachlauf herauszubaggern.

Schließlich wurde der Löschzug 3 Willertshagen/Lengelscheid alarmiert. Die Einsatzkräfte pumpten die Keller von zwei betroffenen Häuser an der Kohlbergstraße leer. Außerdem wurden die Gullideckel geöffnet und Schlauchleitungen gelegt. Auch die überflutete Straße wurde so „trocken gelegt“. Im hinteren Bereich der Fahrbahn wurde mit mehreren Lastwagenladungen Schotter ein kleiner Staudamm errichtet, um das Wasser umzuleiten. Der Löschgruppe Willertshagen unter Leitung von Christian Bösinghaus war mit 20 Einsatzkräften vor Ort, die kontrollierten auch das Regen-Rückhaltebecken in der Korbecke. Beendet war der Einsatz am Dienstag um 11.30 Uhr.

Kohlbergstraße überflutet, Biggetalsperre als Puffer

Während die Lister- und die Fürwiggetalsperre seit einiger Zeit ihr sogenanntes Stauziel deutlich überschritten haben und demzufolge dort das Wasser überläuft, ist sowohl in der Versetalsperre als auch in der Biggetalsperre noch Platz für einen weiteren Wasserzulauf. Wobei sich dabei die Tatsache, dass der Wasserstand der Biggetalsperre wegen der dort in diesem Jahr durchgeführten Sanierungsarbeiten um rund 13 Meter abgesenkt wurde, derzeit besonders positiv auswirkt. Bei dem sonst um diese Jahreszeit üblichen Wasserstand, hätte der Ruhrverband bei der jetzigen Niederschlagslage mehr aus der Biggetalsperre in die Flüsse der Region ablassen müssen.

Zusätzlich wird die Biggetalsperre durch den in den letzten Tagen erfolgten Wasserzulauf deutlich früher ihr Stauziel erreichen. Bei Abschluss der Bauarbeiten vor gut zwei Monaten ging man noch von Ende März 2016 aus. Nun sind aber bereits etwas mehr als die Hälfte „wieder aufgefüllt“.

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