Valberter Dorfkneipe in "Zigarrenkiste" illusorisch

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Ernüchterung pur: Architekt Michael Koch konnte dem Ortsvorsteher Hans-Gerd Turck nur das bestätigen, was auch der erste optische Eindruck vermuten ließ. Hier kann man nicht mehr sanieren.

Valbert - Die Ernüchterung, mehr noch die Enttäuschung war ihnen ins Gesicht geschrieben. Am Samstag hatten sich rund zehn interessierte Valberter an der ehemaligen „Zigarrenkiste“ getroffen, um das Gebäude nach vorheriger Absprache mit der Eigentümerin besichtigen zu können.

Grundlegende Frage der Gruppe: Würde sich die kleine Kneipe, in der bereits Mitte der 1960er-Jahre ein gastronomischer Betrieb untergebracht war, noch für diesen Zweck nutzen lassen? Die Antwort lautete schließlich ganz klar: nein. 

Der letzte „reguläre Betrieb“ als Imbissgaststätte endete vor rund acht Jahren. Eine Weiternutzung schien also durchaus möglich, sodass sich nun Vertreter von Vereinen und Organisationen aus dem Ebbedorf, aber auch Privatpersonen zum Ortstermin trafen. Auf diesen hatte man sich Ende Juni im Rahmen einer Besprechung geeinigt. In der hatte Ortsvorsteher Hans-Gerd Turck, unter anderem mit Unterstützung durch die Regionalmanagerin Frederike Schriever, die Möglichkeiten zum Betrieb einer ehrenamtlich geführten Dorfkneipe aufgezeigt. 

Rückblick: Auslöser für die Veranstaltung war die Schließung der Traditionsgaststätte Hültekanne im Oktober 2016. Für die Einwohner des Ebbedorfes und aus den umliegenden Ortschaften gibt es seitdem kein „Dorfgasthaus“ mehr (die MZ berichtete). Nicht nur für den Einzelnen ein misslicher Umstand, denn gerade die Valberter Vereine und Gruppierungen nutzten die „Hüka“ für ihre Versammlungen und Festivitäten, für die besonders der Saal eine ansprechende Umgebung war.

Vor zwei Wochen hatte sich ein wichtiges Detail bei den Unterstützern des Projekts „Dorfkneipe“ herauskristallisiert: Man war mehrheitlich der Auffassung, dass die Hültekanne aufgrund ihrer Größe und dem damit für einen erfolgreichen Betrieb einer Gaststätte notwendig zu betreibendem, personellen und finanziellen Aufwand als „Ehrenamtskneipe“ nicht infrage kommt. Als Alternative hatte man in der Besprechung die sogenannte Zigarrenkiste ins Auge gefasst.

Die positiven Argumente für das Gebäude an der Ihnestraße: eine zentrale Lage, Platz für eine Außenbewirtung der Gäste, ausreichend Parkplätze und seit Kurzem in unmittelbarer Nähe die Ladestation für E-Bikes und Pedelecs. 

Auf der negativen Seite der Bewertungsliste stand allerdings ein dicker Brocken: der bereits von außen zu erkennende schlechte Zustand des Gebäudes, verbunden mit der bangen Frage, wie es nach dem jahrelangen Leerstand im Inneren aussehen möge. Um die Antwort auf diese Frage nicht nur durch eine optische Betrachtung geben, sondern auch zu einer bautechnisch realistischen Einschätzung kommen zu können, war Architekt Michael Koch am Samstag ebenfalls vor Ort. Er lieferte eine „grobe“ und grundsätzliche Betrachtung. Und dazu bedurfte es für den Baufachmann keiner großen Anstrengungen. 

Denn direkt nachdem der Ortsvorsteher die Tür geöffnet hatte, war selbst für den Laien auf den ersten Blick das Dilemma erkennbar. Wobei Zyniker das ins Gebäude eingedrungene Efeu noch als idyllisch bezeichnen könnten. Der Rest allerdings machte deutlich: Hier kann nur noch der Abbruch eine Option sein. 

Doch auch darin könnte nach Auffassung der Anwesenden eine Zukunftsoption bestehen. Denn wenn mit vertretbarem finanziellen Aufwand ein Grunderwerb mögliche wäre, könnte unter Umständen ein Neubau eine Alternative sein.

In den nächsten Tagen will man sich parallel um die eigentums- und baurechtlichen Fragen kümmern. Danach steht eine nächste Gesprächsrunde an, zu der wiederum alle, die am Thema interessiert sind und sich auch aktiv einbringen wollen, eingeladen sind. Der genaue Termin und der Versammlungsort werden noch bekannt gegeben.

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