Positives Fazit

Weniger Raketen-Reste nach der Silvesternacht in Meinerzhagen

+
Am Mittwoch waren nur noch wenige Spuren von Silvesterböllern im Stadtgebiet zu finden.

Meinerzhagen - „Es ist weniger geworden. Ganz klar. Das sieht man sofort.“ Frank Rohrmann ist Vorarbeiter im Meinerzhagener Baubetriebshof – und er zieht in Sachen Silvestermüll in diesem Jahr ein positives Fazit.

Frank Rohrmann ist bereits seit vielen Jahren beim Baubetriebshof beschäftigt und er hat Routine, wenn es um Böller und Co., oder besser um deren ausgebrannte Reste geht. Zum Jahresanfang 2019 hat er schon im eigenen Garten bemerkt, dass die Raketen-Überbleibsel diesmal nicht mehr so zahlreich herumliegen wie sonst. 

Diese Tendenz hat sich dann im Stadtgebiet von Meinerzhagen fortgesetzt. Am Mittwoch waren Rohrmann und drei weitere Betriebshof-Angestellte in der Stadt unterwegs, um Hinterlassenschaften aus der Silvesternacht aufzusammeln und im Container, der auf dem Betriebsgelände in Darmche steht, zu entsorgen. „Und bisher hat keiner meiner Kollegen Hilfe gerufen. Also kann es auch bei denen nicht so heftig sein“, freut er sich über weniger Müll.

Otto-Fuchs-Platz erstmals Einsatzgebiet

In diesem Zusammenhang bedankt sich Rohrmann besonders bei der Jugendorganisation der Ahmadiyya Muslim-Gemeinde. Deren heimische Mitglieder greifen bereits seit Jahren auch in Meinerzhagen immer am 1. Januar zu Besen und Schaufeln und räumen auf. 

Das tun sie im Rahmen einer bundesweiten Neujahrsputz-Aktion. Einige Plätze ihres Heimatortes werden anschließend von den Resten der nächtlichen Silvester-Feierlichkeiten befreit. In Meinerzhagen gehörte erstmals auch der Otto-Fuchs-Platz zum Einsatzgebiet. „Wir spüren diese Hilfe deutlich, das ist eine echte Entlastung für uns“, dankt Rohrmann. 

Er holte gestern sieben prall gefüllt große Müllsäcke bei der Ahmadiyya Muslim-Gemeinde ab. „Die haben wir dann in den Container zu dem von uns eingesammelten Müll gepackt. Zusammen wird das wie normaler Hausmüll abgefahren“, erläutert Rohrmann. 

Laut Ahmadiyya Muslim findet die Neujahrs-Aktion in 240 Gemeinden mit knapp 6500 ehrenamtlichen Helfern der Jugendorganisation statt. Die Aktion habe eine lange Tradition: Seit mehr als 20 Jahren würden die Jugendlichen so ihren höchstpersönlichen Beitrag für die Gesellschaft leisten. „Mit der Aktion möchten die Jugendlichen ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement setzen und ihre Verbundenheit zum Heimatort ausdrücken“, heißt es dazu. 

Gefährlich sei das Einsammeln von Böllern, Raketen und Abschussbatterien übrigens nicht, teilt Frank Rohrmann mit. Besonders am Mittwoch sei das alles unproblematisch über die Bühne gegangen. „Es war feucht, die Reste waren durchweicht. Wir haben sie von Hand aufgenommen und entsorgt“, berichtet er. 

Der Besenwagen sei dabei nicht zum Einsatz gekommen. „Das lohnte angesichts der aufgekommenen Menge nicht.“ Dass der Baubetriebshof Silvestermüll entsorgt, ist in Meinerzhagen schon selbstverständlich – Verursacht haben die Frauen und Männer der Aufräumkolonnen den Abfall aber natürlich nicht selbst.

Wer ist verantwortlich für den Müll?

Wer also ist eigentlich dafür verantwortlich, dass die unschönen Überreste der Neujahrsnacht verschwinden? „Jeder Mieter ist verpflichtet, seinen Müll wegzuräumen, der aus besonderen Anlässen übermäßig entsteht“, sagt Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Insofern müsse ein Mieter die Überreste seiner Silvesterparty hinterher beseitigen. 

Feiern mehrere Parteien im Haus, sei der Schuldige hinterher aber sicherlich nur schwer auszumachen. Also ist häufig privates Engagement gefragt – oder eben der Einsatz des Baubetriebshofes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare