Das Ende für Meinerzhagens einzige Galerie

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Der Künstler und Galerist Herbert Langenohl schließt seine Galerie an der Fußgängerzone Zur Alten Post.

Meinerzhagen - Die Galerie Langenohl schließt. Anlass ist der Umzug des Weltladens zur Derschlager Straße. Bis Mitte März haben nun Kunstfreunde die Gelegenheit, bei mehreren Veranstaltungen einen letzten Blick in die Ausstellungsräume, Zur Alten Post 9, zu werfen.

Noch sind keine Stühle aufgestellt, die Bilder für die Ausstellung aber schon aufgehängt. Herbert Langenohl (78) justiert ein paar Strahler und rückt einige Exemplare ins rechte Licht. „Petersburger Hängung“, erklärt er augenzwinkernd. Nur durch diese verschachtelte Anordnung sei es möglich, wirklich viele seiner Werke vorzustellen. 

Die Termine für die letzten Veranstaltungen an diesem Ort rücken näher. Zeit, den engagierten Galeristen nach einer Bilanz zu fragen. Fällt der Abschied schwer? „Ja, sehr. Die Galerie ist im Laufe der Jahre zu meinem zweiten Zuhause geworden. Es gab für mich aber keine sinnvolle Möglichkeit mehr“, sagt Herbert Langenohl. 

„Ich war nur Untermieter beim Weltladen. Die gesamte Fläche zu übernehmen, wäre zu teuer geworden. Zudem hätte ich ja in Zukunft auch nicht mehr die Möglichkeit, die durch den Weltladen gegebenen Öffnungszeiten und die dadurch gewährleistete Aufsicht beizubehalten.“ 

Und wohin mit den ganzen Bildern? „Ich habe einen großen Kellerraum angemietet, in dem schon viele Bilder stehen. Dort können die anderen auch hin. Allerdings habe ich nicht mehr die schöne Möglichkeit, die Bilder zu präsentieren.“ Ob und wo in Zukunft weitere Ausstellungen stattfinden, darüber denkt er noch nach. Sicher ist nur, dass er der Kunst treu bleibt und dass er selbst auch weiter malt. 

Herbert Langenohl zeigt am Sonntag eigene Werke.

Zwölf Jahre lang besteht die Galerie nun, in dieser Zeit haben sich etliche Künstler, unter ihnen Maler, Fotografen, Musiker, Schauspieler und Kabarettisten sowie Referenten und Gruppen zu zahlreichen kulturellen Ereignissen quasi die Klinke in die Hand gegeben. Langenohl: „Ich erinnere mich gerne an viele schöne Ausstellungen – die Künstlerinnen und Künstler waren von dem Raum immer sehr begeistert – an Konzerte, Theatervorführungen, Vorträge und Feiern. 

Auch Volkshochschulkurse wie Yoga und eigene Meditationsseminare haben stattgefunden. Zudem hatten die Meinerzhagener Grünen hier ihren Fraktionsraum und einen Treffpunkt. Für unsere Stolpersteininitiative war die Galerie besonders nützlich. Wir haben dort – neben anderen Veranstaltungen zum Projekt – fast 40 Versammlungen gehabt. Wo hätte es anders eine so gute Möglichkeit gegeben?“ 

Für Sonntag, 10. März, lädt Herbert Langenohl ab 11 Uhr unter dem Titel „Kunst und Spiritualität“ zur letzten Ausstellung in die Galerie, Zur Alten Post 9, ein. Für die Musik sorgt das Jazztrio „Black in Green“. Langenohl bietet Interpretationen seiner Bilder aus seiner Lebensgeschichte und aus seiner religiös-spirituellen Entwicklung an: „Die Entwicklung geht von mehr gegenständlichen Bildern über symbolische Motive, die zum Beispiel durch Märchen angeregt sind, zu weißen Quadratbildern mit weißem Hintergrund, weißen Rahmen und farbigen Quadraten, die eher an Musik erinnern.“ 

Es geht um Transzendenz und Kontemplation. Dabei wird er sich auch mit dem Thema „Leere“ und transzendent-göttlichen Erfahrungen beschäftigen. „Leere bedeutet aber Fülle“, so Langenohl. „Die letzte Entwicklung zeigt schwarze Quadratbilder mit schwarzer Fläche. Unter der schwarzen Fläche ist aber auch hier die weiße Fläche der Jenseitigkeit, aus der Symbole und Signale in unsere äußere Wirklichkeit dringen.“ 

Am Samstag, 16. März, gibt es ab 18 Uhr „Gespräche bei Wein“ mit Herbert Langenohl, den musikalischen Part bestreitet das Vokalensemble „Vivendi“. Der Eintritt ist jeweils frei.

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