Lage der Wirtschaft

Verkehrsminister Wüst zu Gast im MK: Der Verlust von Arbeitsplätzen droht

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NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst diskutierte mit Arbeitgebern aus dem Märkischen Kreis.

In Zeiten der Corona-Pandemie ist die Situation auf der Sauerlandlinie nur noch eine von mehreren Sorgen der Firmen im Märkischen Kreis.

Meinerzhagen – Das wurde am Mittwoch im Dialog zwischen NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Vertretern des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektro-Industrie Lüdenscheid (AGV) deutlich. Auf Einladung des AGV war Wüst, der auch Landesvorsitzender der CDU-Mittelstandsunion ist, nach Meinerzhagen gekommen, um über die Situation in der größten Industrieregion des Landes zu sprechen. Gastgeber war mit der Firma Otto Fuchs einer der größten Arbeitgeber der Region – und zwar am Standort der Otto Fuchs Surface Technology im Gewerbepark Grünewald.

Es zeigte sich, dass nicht alle Firmen unter den Folgen der Pandemie leiden, wie Frauke Brader-Vollmerhaus aus Kierspe verdeutlichte, deren Unternehmen vor allem die Baubranche beliefere. Erco Leuchten in Lüdenscheid wiederum ist stark von Einbrüchen im Export betroffen. Langsam ziehe das Geschäft wieder an, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Tim Henrik Maack, aber man könne noch nicht sagen, wie es weitergehe. 

Ungewisse Zukunft

Letztlich ist es der ohnehin im Strukturwandel begriffene Automotivesektor, in dem viele vor einer ungewissen Zukunft stehen. Allerdings gehen sowohl Dr. Hinrich Mählmann, geschäftsführender Gesellschafter der Otto Fuchs-Gruppe, als auch AGV-Vorsitzender Dr. Frank Hoffmeister, geschäftsführender Gesellschafter von Schrauben Betzer in Lüdenscheid, von einer Verbesserung der Auftragslage in der zweiten Jahreshälfte aus, wenn es keine neuen Einschränkungen gebe. Und wenn die Neuzulassungen von Autos bundesweit zügig funktionierten, so Mählmann. In großen Städten dauere es derzeit Monate, einen Termin zu bekommen.

AGV-Geschäftsführer Christian Lepping zeichnete aus seiner täglichen Arbeit mit kleinen und mittelständischen Unternehmen ein anderes Bild: Corona habe die Probleme vieler kleinerer Zulieferer beschleunigt. „Es werden Arbeitsplätze und Arbeitgeber auf der Strecke bleiben“, sagte er. Es müsse langfristige Konzepte über Kurzarbeiter- und Insolvenzregelungen hinaus geben, um diesen Strukturwandel zu begegnen.

Um Arbeitsplätze kämpfen

Diese Botschaft sei in Düsseldorf angekommen, erklärte Wüst. „Politik muss wieder lernen, um Arbeitsplätze zu kämpfen.“ Für den Verkehrsminister hat die Pandemie aber auch einen positiven Effekt: Sie habe gezeigt, dass die Zunahme von Arbeit im Homeoffice dazu beitrage, Staus zu reduzieren. Das könne gerne Früchte tragen. Er warb um Verständnis, dass es wohl noch 15 Jahre dauern werde, bis die Sauerlandlinie, die „Königin der Autobahnen“, endgültig ausgebaut sei. Parallel müsse daran gearbeitet werden, mehr Transporte auf Schienen- und Wasserwege zu verlagern und auch dort die Infrastruktur zu verbessern. Denn ein weiterer Ausbau als die sechs Spuren sei kein Thema.

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