Heimische Vereine wünschen sich Integration durch Sport

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Ardit Sula (Mitte) trainiert beim RSV Listertal und läuft inzwischen auch bei Spielen im grün-weißen Trikot auf. Seit Kurzem ist der 19-Jährige spielberechtigt – zur Freude der Mannschaftskollegen und der beiden Trainer Jörg Busenius (links) und Marco Vedder (rechts).

Meinerzhagen - „Beim Sport braucht man keine Sprache“, sagt TuS-Übungsleiterin Elke Peters und drückt damit aus, dass im Sport Integration im wahrsten Sinne von alleine „läuft“. Die heimischen Sportvereine möchten daher ganz besonders auch Flüchtlinge zu ihren Angeboten einladen.

Der Vorstand des TuS Meinerzhagen habe beschlossen, einen Schnuppertag für Flüchtlingsfamilien anzubieten, berichtet TuS-Vorsitzender Harald Elbertshagen: „Wir möchten gern zeigen, welche Angebote wir für Kinder und Jugendliche haben und sie einladen, einfach bei uns mitzumachen.“ Darüber hinaus wolle man auch eine mehrsprachige Broschüre erstellen, die dann an den Anlaufstellen für Flüchtlinge ausgelegt werden soll. „Wenn die Informationen in Arabisch, Englisch und Französisch übersetzt werden, kommen 80 bis 90 Prozent der Flüchtlinge damit klar“, ist sich Harald Elbertshagen sicher, der sich gleichzeitig darüber freut, dass die „Reklame“, die unter anderem über das Jugendzentrum gemacht wurde, fruchtete. In einigen Gruppen des TuS turnen bereits seit einiger Zeit Kinder aus Flüchtlingsfamilien mit. Verständigungsprobleme sind dabei für alle Beteiligten kein Thema, berichtet TuS-Übungsleiterin Elke Peters: „Im Sport sind die Regeln doch überall gleich.“

Das gilt auch für den Fußball. Die Fußballkultur sei ohnehin schon bunt, schreibt der DFB in seiner Broschüre, die er gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration herausgegeben hat. Sport könne daher „ein wenig Leichtigkeit in den Alltag vieler Flüchtlinge bringen“. Ein Grund, warum sich auch der RSV Meinerzhagen engagieren möchte. Für Kinder soll ein Fußballschnuppertag angeboten werden, berichtet Jugendleiter Winfried Hösel. Für Integration mache sich der Verein ohnehin stark. „Mehr als 70 Prozent unserer Sportler und Trainer haben keine deutschen Vorfahren. Aber bei uns gibt es keine Ausländer, sondern nur Menschen, insbesondere nur Kinder.“ In einigen Jugendmannschaften hätten auch schon Flüchtlinge trainiert, so Hösel.

Beim RSV Listertal freuen sich Trainer und Spieler der zweiten Mannschaft, dass ihr Neuzugang Ardit Sula seit Kurzem spielberechtigt ist und offiziell für den RSV auflaufen darf. Zusammen mit seinem Vater kam der 19-Jährige vor fünf Monaten aus Albanien nach Deutschland, derzeit lebt er im Haus Nordhelle in Valbert, zuvor wohnte er in der städtischen Unterkunft in Wilkenberg. Anfangs trainierte er beim RSV Meinerzhagen, doch mit dem Fahrrad war der Weg zum Training auf Dauer zu weit. „Wir freuen uns auf jeden Fall, dass Ardit uns verstärkt“, so die beiden Trainer Marco Vedder und Jörg Busenius. „Er ist ein vollwertiges Mitglied bei uns“, betonen sie.

In Fahrgemeinschaften nehmen die Spieler den 19-Jährigen mit zum Training. Fußball ist eine große Leidenschaft des Real-Madrid-Fans, der für den RSV Listertal im Mittelfeld kickt und zweimal in der Woche außerdem in Ihne einen Deutschkurs besucht. „Ich hoffe hier einfach auf eine bessere Zukunft“, sagt Ardit.

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