Schützenfest-Saison fällt aus 

Schützenfeste 2021 und 2022: Was bleibt, ist die Hoffnung

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Ein Schützenfest in Zeiten der Abstandsregel – undenkbar.

Meinerzhagen – Vier Schützenfeste standen in diesem Jahr auf Meinerzhagener Stadtgebiet im Terminkalender – keines kann stattfinden. Weder im Listertal, noch in Valbert, Rinkscheid oder Meinerzhagen wird auf den Vogel geschossen. Die Corona-Pandemie macht Großveranstaltungen unmöglich.

Angesichts vieler Infizierter und Toter hätte wohl auch niemand Lust gehabt, ausgelassen zu feiern. Und wie sieht es im kommenden Jahr aus? Laufen die Vorbereitungen für Schützenfeste bereits an, oder folgen die Verantwortlichen dem Altenaer Beispiel und sagen ihre Veranstaltungen für 2021 bereits jetzt ab? 

Hoffen auf normale Verhältnisse

„Nein. Das tun wir noch nicht.“ Dominik Busch ist Vorsitzender des Schützenvereines Valbert und er hofft, „dass 2021 alles einigermaßen normal läuft und wir feiern können“. Jetzt schon eine Entscheidung zu fällen, sei nicht nötig, schließlich habe das Fest in Valbert eine ganz andere Dimension als das in Altena, es sei wesentlich kleiner. Dominik Busch macht sich aber auch keine Illusionen: „Ohne Impfstoff wird es auch 2021 schwierig. Eine Entscheidung über das Vorgehen sei jetzt allerdings noch nicht nötig. „Wir haben langfristige Verträge mit den Dienstleistern. Sollte es ein behördliches Verbot geben, hätten wir keine Nachteile“, sagt Busch. Das Valberter Schützenfest sollte vom 17. bis 19. Juli 2020 stattfinden. Um an diesen Tagen wenigsten ein bisschen Fest-Feeling zu verbreiten, bittet Dominik Busch nun darum, die Schützenfest-Beflaggung vorzunehmen. „Und der Vorstand hat sich für diese Tage eine Überraschung einfallen lassen“, verspricht der Vorsitzende.

Sein Fest hätte bereits am 13. und 14. Juni 2020 über die Bühne gehen sollen: Frank Valenthorn, Geschäftsführer im Schützenverein Rinkscheid, richtet seinen Blick nun in die Zukunft. Vergleiche mit dem Fest in Altena zieht er nicht, in Rinkscheid seien die Voraussetzungen ganz andere: „Wir haben zwei Marschkapellen am Start und eine Tanzkapelle. Außerdem eine kleine Kirmes und einen Imbissstand. Das ist überschaubar, eine Entscheidung über die Veranstaltung im kommenden Jahr zu treffen, ist also noch nicht nötig“, erläutert der Funktionär. Den Vertrag mit der Tanzband habe man bereits in Vor-Corona-Zeiten getroffen. „Über das weitere Vorgehen werden wir im Herbst beraten“, kündigt Valenthorn an. 

Verständnis für Altenaer Entscheidung

Auch im Listertal bleibt man nach der Absage des Schützenfestes 2020, das planmäßig vom 24. bis 26. Juli stattfinden sollte, gelassen. „Altena – da reden wir von ganz anderen Dimensionen als bei uns. Die Absage dort ist für mich verständlich“, sagt Daniel Schmidt, Schriftführer des Schützenvereines Zur Listertalsperre. Im Listertal könne man deutlich kurzfristiger entscheiden, als in der Burgstadt. „Ich denke, dass wir Anfang 2021 sehen werden, in welche Richtung es bei uns geht und welche behördlichen Vorgaben es dann gibt“, schätzt Schmidt. Auch er glaubt, dass die Durchführung des Schützenfestes in Hunswinkel wesentlich von der Entwicklung eines Impfstoffes abhängt. 

In Meinerzhagen sind die Würfel bereits vor zwei Monaten gefallen. Das Schützenfest, von der Größenordnung mit dem in Altena durchaus vergleichbar, findet nicht statt. Am ersten August-Wochenende bleiben Festplatz und -zelt also leer. Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass das Fest, das alle zwei Jahre ausgerichtet wird, nicht stattfindet. Gefeiert wird in Meinerzhagen-Stadt nun erst wieder im Jahr 2022 – Schützengesellschafts-Vorsitzender Carsten Decker findet das auch gut so. Denn bis dahin sollte die Pandemie eigentlich abgeklungen und ein Impfstoff verfügbar sein. Die Altenaer Entscheidung kann Decker nachvollziehen, ohne die Hintergründe, was beispielsweise Vertragsmodalitäten angeht, zu kennen. „Das wäre dann in Altena wohl ein nicht kalkulierbares Risiko gewesen“, sagt der Vorsitzende.

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