Vor der Landtagswahl 2017

Wahlkampf vor Ort kostet Zeit - und Geld

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Kugelschreiber, Süßigkeiten, Feuerzeuge, Taschentücher und natürlich auch Infobroschüren werden vor der Landtagswahl an die potenziellen Wähler verteilt. Die heimischen Politiker opfern für die Wahl viel Zeit.

MEINERZHAGEN - Nein. Profis, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, sind die Meinerzhagener Politiker nicht. Aber sie setzen sich für ihre Parteien und Kandidaten ein, die am 14. Mai zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen antreten. Dieses Engagement kostet Zeit und oft auch Geld.

Grillzangen, Traubenzucker und Gummibärchen – auch bei den Grünen werden Standbesucher beschenkt. Zwar war die Partei am Freitag nicht in der Innenstadt vertreten, Sprecher Karl Hardenacke berichtet trotzdem von Auftritten im Wahlkampf: „Vor der Wahl haben wir noch zwei Stände geplant und auch Gründonnerstag waren wir schon in der Stadt vertreten.“ Der zeitliche Aufwand sei groß – und an diesem Freitag habe er auch arbeiten müssen. „Wir haben nicht so viele Rentner und Freiberufler in unseren Reihen, die Zeit haben“, erläutert er.

Kai Krause (FDP) nimmt in der kommenden Woche sogar Urlaub, um Wahlkampf zu machen. „Wir sind alle keine Berufspolitiker und jeder nimmt für den Wahlkampf mal freie Tage“, so Krause. Am Freitag war Landtagskandidatin Angela Freimuth in der Meinerzhagener Fußgängerzone anzutreffen, zusammen mit der Kreistagsabgeordneten Martina Stenger und Christian Schön. Bei der FDP gibt es zum Beispiel Feuerzeuge, Bonbons, Bärchen – und ein Geduldsspiel. „Das alles bezahlen wir als Stadtverband selbst. Nur die Plakate übernimmt die Kreis-FDP“, erläutert Krause, dessen Partei noch am 5. und 12. Mai mit einem Stand in der Volmestadt vertreten sein wird. 

Keinen Wahlkampf machten in Meinerzhagen hingegen die Piraten. Ratsmitglied Rolf Hantschel begründet warum: „Personell sind wir im Märkischen Kreis einfach schlecht aufgestellt. Ich bin berufstätig – da bleibt kaum Zeit. Aber bei der Kommunalwahl werden wir wieder aktiv.“

Zum dritten Mal hatte Die Linke ihren Stand an Pollmanns Eck aufgebaut. „Man muss sich die Zeit frei schaufeln“, sagte Anja Claus, Sprecherin des Stadtverbandes, die mit Ulrich Herrmann neben den obligatorischen Flyern Lutscher, Einkaufschips, Feuerzeuge und Kondome verteilte. Die Briefkästen der Bürger würden auch noch mit Infomaterial bestückt, kündigten sie an. 

Vertreten war am Freitag im Stadtzentrum auch die CDU. An ihrem Anhänger, gebaut von Ortsvorsteher Hans Gerd Turck, gab es Kaffee und Kekse, der ausziehbare Grill wurde allerdings nicht angefeuert. „Wir haben Glück, die meisten Parteikollegen können sich ihre Zeit einteilen – oder sie bauen Überstunden ab“, berichtete Benjamin Nolte, der zusammen mit Alessandro Heep, Jan Blume und CDU-Chef Thorsten Stracke für seine Partei warb. 5000 bis 6000 Traubenzuckertütchen würden bis zur Wahl verteilt, außerdem 2000 Kugelschreiber und Blöcke. „Die Werbeartikel stammen von der heimischen Firma Krugmann“, erläuterte Nolte, finanziert würden die „Give-aways“ vom Landtagskandidaten. Die Landtagswahl sei sehr „themengeprägt“, hat Nolte bei Gesprächen festgestellt. „Die Leute nehmen nicht nur Werbeartikel mit, sie kommen auch und haben Fragen.“ Mit dieser Einschätzung stimmt er auch mit den Vertretern der „Konkurrenz“ überein. 

Auf das persönliche Gespräch setzen auch die Mitglieder der SPD, wie Fraktionsvorsitzender Rolf Puschkarsky berichtete. „Wir haben natürlich auch Kulis, Taschentücher, Einkaufschips und Feuerzeuge. Das erwarten die Leute auch.“ Bezahlt würde alles vom Ortsverein. Für die Sozialdemokraten beginnt in der kommenden Woche die „heiße“ Wahlkampfphase, dann werden sie freitags in der Stadt für ihre Partei werben, außerdem am 6. Mai auch in Hösinghausen nahe des neuen Radwegs. Den Zeitaufwand für die Wahl nehme man in Kauf. „Das gehört dazu“, sagt Puschkarsky.

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