Sehnsucht nach mehr Freiheiten

Hungrig auf den Restaurantbesuch

Auch André Kattwinkel vom Gasthaus Zur Listertalsperre sucht Mitarbeiter. Er berichtet von einem regelrechten Ansturm auf sein Restaurant in Hunswinkel.
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Auch André Kattwinkel vom Gasthaus Zur Listertalsperre sucht Mitarbeiter. Er berichtet von einem regelrechten Ansturm auf sein Restaurant in Hunswinkel.

„Wir arbeiten zeitweise wirklich an unserer absoluten Leistungsgrenze. Es gibt Tage an Wochenenden, da kommen schätzungsweise 400 bis 500 Gäste zu uns.“ André Kattwinkel betreibt das Gasthaus Zur Listertalsperre in Hunswinkel – und mit dem augenblicklichen Geschäft ist er sehr zufrieden.

Meinerzhagen – Doch er kennt auch andere Zeiten. Durch die Pandemie musste auch Kattwinkel sein Gasthaus lange zusperren. „Diese Zeit haben wir für Renovierungsarbeiten genutzt“, blickt der Gastwirt zurück.

Großer Nachholbedarf

Die niedrige Inzidenz und dadurch bedingte Lockerungen geben den Menschen viele Freiheiten zurück. Und auch was Restaurantbesuche angeht, scheint es einen großen Nachholbedarf zu geben. Das jedenfalls hat André Kattwinkel in den vergangenen Tagen beobachtet. Um dem Ansturm weiter Herr zu bleiben, sucht der Gastwirt nun Verstärkung beim Personal. „Wir haben zehn Mitarbeiter und suchen händeringend weitere“, berichtet der Listertaler, der neben der Gaststätte auch einen Catering- und Getränke-Service und einen Kiosk in Kalberschnacke betreibt.

Hauptsächlich Einheimische kommen zurzeit als Gäste zu André Kattwinkel, um sich bewirten zu lassen. „Ich schätze deren Anteil auf etwa 75 Prozent. Der Rest unserer Gäste kommt hauptsächlich aus dem Ruhrgebiet oder dem Rheinland“, berichtet der Meinerzhagener. Auffällig: „Gelbe Nummernschilder sieht man noch relativ wenige. Holländer sind eher selten. Das gilt auch für Motorradfahrer, die kaum noch in größeren Gruppen anzutreffen sind“, berichtet Kattwinkel.

Dass die Pandemie noch nicht überwunden ist, sieht man aber auch im Gasthaus Zur Listertalsperre. Es gilt auch dort – drinnen und draußen – weiterhin die Maskenpflicht, außer am Sitzplatz. Und die persönlichen Daten der Gäste müssen zur Kontaktnachverfolgung weiter erfasst werden.

Stimmung ist besser

Auch Ibrahim Mrzljak vom Gasthaus Theile hat festgestellt, dass sich die Stimmung in der Bevölkerung deutlich verbessert hat. Und über zu wenige Gäste kann auch er nicht klagen. Das freut den Gastwirt sehr. An eine mögliche vierte Corona-Welle mag er deshalb auch gar nicht denken: „Wir genießen den Augenblick. Über den Herbst und die Delta-Variante mache ich mir keine Gedanken.“

Draußen bietet das Gasthaus Theile seinen Besuchern etwa 40 Sitzplätze. „Die sind auch sehr beliebt, denn unsere Besucher sitzen lieber an der frischen Luft als drinnen. Aber auch dort sind wir gut besucht“, berichtet der Gastwirt, der sich einfach nur freut: „Das geht alles in die richtige Richtung.“ Das Einzige, was Ibrahim Mrzljak jetzt noch einen kleinen Strich durch die Rechnung machen kann, ist Regen.

Gute Auslastung

Auch im Gasthaus Theile wäre Verstärkung beim Personal übrigens herzlich willkommen. „Ein Problem, denn Mitarbeiter zu finden, das ist momentan wirklich nicht einfach“, hat der Volmestädter festgestellt.

Das Sauerland ist schön und immer einen Ausflug wert. Das kann Friedrich Albert Lück vom Fischerheim in Windebruch nur bestätigen. Er bewirtet inzwischen wieder viele Gäste, die den Besuch an der Lister mit einem Essen in seiner Gaststätte verbinden. „Wir sind sehr gut ausgelastet, eher schon überlastet“, berichtet der Gastronom. Das Problem ist: „Einige Beschäftigte haben sich während der Pandemie anderswohin orientiert. Und neues Personal zu finden, das ist extrem schwer. Das war schon vor Corona nicht einfach“, erläutert er und fügt hinzu: „Teilweise mussten wir schon Feierlichkeiten absagen.“

Hoffnung: Keine vierte Welle

Die Kapazitäten in seinem Restaurant kann Friedrich Albert Lück deshalb manchmal gar nicht ausschöpfen, auch wegen der Einhaltung der Mindestabstände. Aber natürlich freut sich der Windebrucher über den regen Zuspruch der Kundschaft. „Es ist ganz klar zu spüren, dass sich die Stimmung bei den Menschen deutlich verbessert hat. Die Leute sind hungrig aufs Ausgehen. Jetzt hoffe ich, dass die Situation so bleibt und keine vierte Welle kommt.“ Für ihn war die Gastronomie übrigens nie schuld am Anstieg der Infektionszahlen. „Bei uns ist es nicht gefährlicher als beim Einkaufen im Lidl“, ist Friedrich Albert Lück überzeugt.

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