Feuerwehr richtet Fokus auf Waldbrände

Operation „Wildfire“

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Großeinsätze in der Nachbarschaft, wie hier im Mai in Altena, haben die Feuerwehr für das Thema „Waldbrände“ sensibilisiert.

Meinerzhagen – „Grün statt Großstadt“ – Meinerzhagen wirbt mit diesem Slogan, der sich auf die attraktive Natur bezieht. Doch jede Medaille hat zwei Seiten: Der idyllische Wald dient der Erholung, dort lauern allerdings auch Gefahren. Eine nicht zu unterschätzende: Waldbrände.

Angeheizt wird die brisante Lage derzeit durch die Trockenheit der vergangenen Wochen und die Borkenkäfer-Plage. Totholz gibt es gerade reichlich – und das brennt wie Zunder. Dass sich die Einsatzlagen in den vergangenen Jahren geändert haben, hat auch die Meinerzhagener Feuerwehr registriert. „Größere Waldbrand-Einsätze in der Nachbarschaft, wie vor Wochen in Gummersbach, haben uns für diese spezielle Problematik zusätzlich sensibilisiert“, sagt Stadtbrandinspektor Christian Bösinghaus, der deshalb die Initiative ergriff. Die heimische Wehrleitung gründete zunächst einen Arbeitskreis. Dessen Mitglieder sind jetzt dabei, das Vorgehen bei Feuern im Forst zu optimieren. 

Spezialisten in Südeuropa 

Seit Bestehen der Feuerwehr gehören Waldbrände zum „Geschäft“. Die Einsatzkräfte wissen prinzipiell, wie die zu bekämpfen sind. Doch eigentlich, so Bösinghaus, sei man in Deutschland traditionell eher auf „stationäre Ereignisse“ ausgerichtet, wie beispielsweise Gebäudebrände. In Südeuropa hingegen sind gewaltige Waldbrände nichts Ungewöhnliches. Und deshalb holte man in Meinerzhagen das Team „Wildfire“ mit ins Boot.

Bösinghaus erläutert: „Der Verein mit diesem Namen ist in Hessen angesiedelt und auf Schulungen spezialisiert. Wir haben jetzt Kontakt zu einem Wildfire-Mitglied. Der ist Angestellter der Gießener Berufsfeuerwehr und er hat eine Ausbildung in Südeuropa gemacht, weiß also, wie dort mit Waldbränden umgegangen wird. Dieses Wissen vermittelt er jetzt auch uns. Es geht dabei unter anderem auch um die Taktik, die bei einem Waldbrand am wirkungsvollsten ist.“ 

Digitalisierung vorantreiben

Die Detailarbeit bleibt allerdings Sache der Meinerzhagener Wehrmänner und -frauen. Christian Bösinghaus erklärt, welche Aufgaben jetzt erledigt werden: „Da geht es beispielsweise auch um Digitalisierung. In diesem Punkt arbeiten wir mit den Förstern des Landesbetriebes Wald und Holz NRW zusammen, die auf digitalen Karten die Totholz-Bestände aufgelistet haben. Das kommt uns natürlich zugute. Es geht aber auch um das Erstellen von Karten, auf denen alle Waldwege genau verzeichnet sind.“ 

Wasser in Güllefässern

Und das ist noch längst nicht alles: Verteilt über ein großes Gebiet sind zahlreiche Löschteiche in der Natur angelegt. Auch die werden digital erfasst. „Dabei kommen Flugdrohnen zum Einsatz. Wir selbst haben solche Objekte zwar nicht, aber es gibt einige bei Feuerwehren in der Nachbarschaft. Die können wir bei Bedarf nach Absprache ausleihen. Im Märkischen Kreis hat sich ohnehin die Meinung etabliert, dass nicht jede Feuerwehr alles vorhalten muss. Man muss nur wissen, wo man benötigtes Gerät schnell beschaffen kann“, erläutert Bösinghaus, der verstärkt auf Kooperation setzt. Beispielsweise mit einigen heimischen Landwirten. „Die stellen Güllefässer für die Feuerwehr bereit, die im Ernstfall mit Löschwasser befüllt werden können. So lassen sich 150 000 Liter Wasser zum Einsatzort transportieren“, freut sich der Feuerwehrchef über die Unterstützung.

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