Krankschreibungen am Telefon

Gelbe Scheine und positiv Getestete

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Krankschreibungen per Telefon sind jetzt wieder möglich.

Meinerzhagen – Ja, bei ihm wurde schon mehrfach Gebrauch gemacht von der Möglichkeit der Krankschreibung am Telefon. Und: Nein, neu ist dieses Verfahren für Allgemeinmediziner Dr. Matthias Biezynski nicht.

Der heimische Arzt betreibt seine Praxis an der Kampstraße und er hält die Regelung, die seit Montag für Menschen mit leichten Atemwegserkrankungen gilt und offensichtlich genutzt wird, für gut. „Das hat uns auch bei der ersten Infektionswelle geholfen. Jetzt kommt das eigentlich schon drei bis vier Wochen zu spät“, sagt der Mediziner. 

Dr. Biezynski ist davon überzeugt, dass Infektionswellen auch dadurch unterbrochen werden können, dass sich Patienten mit Symptomen einer leichteren Atemwegserkrankung nicht mehr persönlich in der Praxis vorstellen müssen. „Wir sind mitten in der zweiten Welle“, stellt er fest. Ein positives Testergebnis gab es in den vergangenen Wochen in seiner Praxis allerdings nicht. „Während der ersten Welle hatten wir einen positiven Befund“, erinnert er sich zurück. 

Zweifel an offiziellen Zahlen

Dass es schon bald eine Änderung zum Besseren gibt, glaubt Dr. Matthias Biezynski allerdings nicht. Er zweifelt sogar die offiziellen Zahlen an, glaubt an eine höhere Dunkelziffer, was die tatsächlichen Infektionen angeht. Dass es schon in kurzer Zeit einen ebenso sicheren wie wirksamen Impfstoff geben wird, welcher der Pandemie ein Ende bereitet, zweifelt der Arzt ebenfalls an. „Wo es hingeht, das werden wir in den nächsten drei bis sechs Wochen sehen“, sagt er. 

Anders als sein Kollege hatte Dr. Holger Reimann im Zeitraum von Montag bis Dienstagmittag noch keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt, die auf einer telefonischen Diagnose beruhte. Dass es dabei bleibt, glaubt der Allgemeinmediziner allerdings nicht. „Wir erwarten da schon mehr“, sagt er. Dass es diese Möglichkeit für Menschen mit leichten Atemwegerkrankungen jetzt aber wieder gibt, findet er richtig. 

Acht positiv Getestete

In seiner Praxis Zum alten Teich hat er bereits viele Abstriche durchgeführt. Und positiv Getestete gab es danach durchaus: „Der Andrang war in dieser Beziehung groß. Allein in den letzten etwa zweieinhalb Wochen gab es bei mir acht positive Fälle“, erinnert sich Dr. Reimann. Dass unter den Menschen, die ihn konsultieren, auch einige sind, die mit dem Virus infiziert sind, damit rechnet der heimische Arzt natürlich. Und er trifft selbstverständlich Vorkehrungen, die ihn, seine Angestellten und andere Patienten schützen. Dazu zählen auch getrennte Ein- und Ausgänge. „Wir haben drei Zugänge. Eine Haupt-, eine Neben- und eine Hintertür. Ich wäre froh, wenn die auch immer entsprechend genutzt würden“, bittet er um Beachtung der ausgehängen Hinweise. 

Bei den Abstrichen ist das Praxisteam von Dr. Holger Reimann übrigens auf der sicheren Seite: „Die werden bei uns durchgeführt von einer Mitarbeiterin, die Antikörper gebildet hat“, erläutert der Arzt.

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