Bilderwerkstatt stößt auf große Resonanz

Der Vorsitzende des Heimatvereins Christian Voswinkel (links) erläuterte die vorgestellten Bilder.

Meinerzhagen - Wie stark der Wandel der Zeit auch das Stadtbild verändert hat, sahen die Teilnehmer der Bilderwerkstatt am Mittwochabend im Zeitraffer. Christian Voswinkel präsentierte neben weiteren historischen Momentaufnahmen auch das „älteste Foto der Stadt“, wie der Vorsitzende des Heimatvereins ankündigte. 1889 aufgenommen, zeigt es ein kleines verschlafenes Städtchen.

Von Petra Schüller

Damals hatte Meinerzhagen rund 2560 Einwohner. Diesmal ging es um die Häuser an der Volmestraße in Zentrumsnähe. Der ursprüngliche Plan, auch die Lindenstraße einzubeziehen, ging nicht auf. Die rund 30 Besucher – viele von ihnen alteingesessene Meinerzhagener – konnten dem Vorsitzenden des Heimatvereins so viele wertvolle Hinweise zu den Fotos geben, dass die Stunde wie im Flug verging. „Die Lindenstraße besprechen wir dann bei der nächsten Bilderwerkstatt im November“, versprach Voswinkel.

 Er projizierte neben Fotos vieler heute nicht mehr existierender Gebäude auch das Bild eines Drogeriemarktes auf die Leinwand. Der geschwungene Schriftzug „Medizinal-Drogerie“ prangte auf der Hauswand, im Nachbargebäude befand sich anno dazumal die Metzgerei Mannesmann. Das Gebäude stand noch Mitte des 20. Jahrhunderts an der Volmestraße, etwa dort, wo sich heute die Meinerzhagener Baugesellschaft befindet. Die Besucher der Bilderwerkstatt wussten, welche Geschäftsleute die Drogerie über die Jahrzehnte betrieben und Voswinkel notierte sich die wertvollen Hinweise.

Auch die Fotos der Huf- und Wagenschmiede Schulte, aufgenommen um 1920, trafen auf großes Interesse. Zur gleichen Zeit entstanden faszinierende Aufnahmen des damals an der Volmestraße gelegenen großen Sportplatzes. Eine zeigt ihn im Winter mit geschlossener Eisdecke und schwarz vor Menschen, die darauf Schlittschuh liefen. „Damals wurde der Platz bei Minusgraden geflutet und als Eisbahn genutzt“, erklärte Voswinkel. Ein weiteres Bild zeigt erneut großen Andrang am selben Ort: Die Pfingstkirmes auf dem Sportplatz. Über dem Eingang steht der Schriftzug „Willkommen Kameraden“.

Der Vorsitzende des Heimatvereins machte noch einmal sein Anliegen deutlich, die Ortsgeschichte und die Geschichte der Menschen, die sie prägten für die Nachwelt zu sichern. Er bat die Anwesenden, den Heimatverein an ihrem Wissen über das Stadtleben in früherer Zeit teilhaben zu lassen. „Schreiben Sie die Namen der Personen auf, die auf alten Familienfotos zu sehen sind“, bat er. Der Termin für die nächste Bilderwerkstatt im November steht noch nicht fest und wird rechtzeitig in der MZ bekannt gegeben.

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