Haus Nordhelle: Neuer Träger wird gesucht

Ein neues Trägerkonzept für die evangelische Tagungsstätte Haus Nordhelle soll im Sommer gefunden werden.

MEINERZHAGEN ▪ Bis Ende 2012 werden die vier südwestfälischen Kirchenkreise Lüdenscheid/Plettenberg, Siegen, Wittgenstein und Iserlohn die evangelische Tagungsstätte Haus Nordhelle in Valbert weiter finanziell unterstützen.

Dieser Beschluss wurde kürzlich im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung gefasst. Der langfristige Erhalt der Einrichtung wird damit ein Stückchen wahrscheinlicher. Bekanntlich hatten die Kirchenkreise bereits vor vielen Monaten bekanntgegeben, ihre gemeinsame Trägerschaft für die evangelische Tagungsstätte Haus Nordhelle aufgeben zu wollen (wir berichteten). Das hatte auch Superintendent Klaus Majoress in einer Rede Ende November 2010 mitgeteilt: „Die Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein wollen seit einiger Zeit schon die finanzielle Beteiligung und die verantwortliche Trägerschaft aufgeben. Im Augenblick wird nach neuen Modellen gesucht, die Bildungsstätte möglichst im kirchlichen Bereich aufrecht zu erhalten“, erläuterte der Superintendent damals.

Inzwischen ist vom Vorstand ein Arbeitskreis eingesetzt, der Konzepte für einen Fortbestand des Hauses aufzeigen soll. Pastor Peter Winterhoff aus Valbert arbeitet darin mit. Der heimische Seelsorger kündigte gestern im Gespräch mit der MZ an, dass im Sommer Strategien erarbeitet werden sollen, die der Tagungsstätte eine Zukunftsperspektive auch über das Jahr 2012 hinaus geben. Dass das Haus erhalten bleibt, daran glaubt Winterhoff fest: „Es gibt Licht am Horizont. Nachdem uns die Wirtschaftskrise arg erwischt hat, gibt es inzwischen wieder eine deutliche Steigerung bei den Buchungen, die wirtschaftliche Situation ist deutlich besser“, freut er sich. „Wir versuchen jetzt, die Zeit zu nutzen. Denn dass das  Haus einmal leer stehen wird, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen“, will der Valberter Pastor – zusammen mit den übrigen Mitgliedern des Arbeitskreises – alles daransetzen, eine neue Trägerschaft zu realisieren. Dazu gilt es auch, innerhalb der evangelischen Kirche noch mehr Werbung für die Tagungsstätte zu betreiben. Denn: Warum sollen kirchliche Gruppen andere Einrichtungen für Seminare oder Freizeiten nutzen und das eigene Haus dadurch schwächen? Genau diese Frage stellten sich die Verantwortlichen bereits im vergangenen Jahr. „Alle sollen buchen und nach Valbert fahren“, appelliert Winterhoff deshalb eindringlich.

Die Einwohnerzahl schrumpft landesweit, auch die Kirchengemeinden verlieren Mitglieder. Angesichts dieser Entwicklung ist es um so notwendiger, neue „Kreise“ für Haus Nordhelle zu interessieren. Das weiß auch Joachim Stöver, pädagogischer Leiter der Einrichtung. Er verweist dabei auf die für Juni geplante Zusammenkunft, bei der Vertreter des Trägers, des Arbeitskreises und Mitarbeiter ein zukunftsfähiges Konzept erarbeiten wollen. Stöver rechnet allerdings fest damit, dass die kirchliche Trägerschaft erhalten bleibt. „Die Kirchenkreise werden die Richtung angeben, in die es künftig geht. Details dazu gibt es jetzt noch nicht“, erläuterte er gestern. Auch die Frage, ob die katholische Kirche helfen könnte, ist momentan reine Spekulation. Stöver: „Ich persönlich bin für ökumenische Kontakte absolut offen.“

Das gilt auch für den katholischen Pastor Peter-Wilhelm Keinecke: „Wir haben Haus Nordhelle immer im Blick. Veranstaltungen unserer Gemeinde fanden bereits dort statt – so eine Sitzung des Pfarrgemeinderates. Wir sind froh, das Haus in der Nähe zu haben – da gibt es für uns keinen Unterschied.“ ▪ beil

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