Kapelle ist „das neue Herzstück des Hauses“

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Christian Graf in der neuen Kapelle. Rechts der „Ambo“, daneben steht der Altar. Er wiegt eine halbe Tonne. „Wir mussten seinen Standort genau berechnen – um die Fußbodenheizung durch das Gewicht nicht zu beschädigen“, erklärt der Leiter des Hauses.

Meinerzhagen - Zimmer, die sich durch gehobenen Hotelstandard auszeichnen und Geschäftsleute, die in ihnen logieren. Das evangelische Tagungszentrum Haus Nordhelle präsentiert sich nach der Renovierung in einem anderen „Gewand“. Und dennoch: Das kirchliche „Gesicht“, der christliche Glaube und die evangelische Grundausrichtung sollen unbedingt erhalten bleiben.

Kirchliche Gruppen sind auch in Zukunft aus dem Valberter Haus nicht wegzudenken. Der Spagat zwischen Kirche und Kommerz – das ist es, was Einrichtungsleiter Christian Graf und sein Team schaffen müssen. Und dabei hilft ihnen ein Raum, den es so im Tagungszentrum noch nie gab: Die kleine Kapelle. Sie ist fertig und wird bereits eifrig genutzt.

Einen „hauseigenen“ Geistlichen gibt es nach wie vor noch nicht. „Doch zweimal in der Woche, montags und mittwochs, finden dort jeweils ab 8 Uhr Andachten statt“, berichtet Christian Graf, selbst ausgebildeter Diakon. Unterstützt wird er dabei zurzeit von Arlette Giulia Ngami Tchana aus Kamerun und Amos Kameli aus Tansania. Die junge Afrikanerin und ihr Kollege wurden über die Vereinigte Evangelische Mission nach Valbert vermittelt, wo sie in Haus Nordhelle ihren Dienst als so genannte „Süd-Nord-Freiwillige“ versehen, ähnlich dem Bundesfreiwilligendienst.

„Das neue Herzstück des Hauses“ nennt Christian Graf die Kapelle, die dort entstand, wo früher die Toiletten standen. Maximal 30 Personen finden auf den massiven Holzbänken Platz. Die Sitzgelegenheiten bilden einen gewollten Kontrast zum Altar, dem Rednerpult – Ambo genannt – und dem Taufbecken. Das alles ist aus gebürstetem Edelstahl gefertigt. „Die Schlichtheit ist dabei gewollt. Und das Thema ,Wasser’ zieht sich wie ein roter Faden durch den Raum. Der Ambo symbolisiert ein Schiff, das Taufbecken hat Wellenform. Und das Kreuz auf dem Bild an der Wand ist lediglich als Fragment abgebildet. Es steht damit auch für Zweifel und Brüche in der Glaubensbiografie“, erklärt Graf.

Geschaffen wurden die Objekte von Metallbildhauer Walter Schneider aus Schmallenberg, der sich schon lange mit sakralen Themen auseinandersetzt. Am Bau beteiligt waren aber auch Architekt Helmut Blöcher aus Kreuztal, der Haus Nordhelle einst entwarf, und ein kirchlicher Arbeitskreis, in dem unter anderem die Iserlohner Superintendentin Martina Espeloer und Christian Graf mitwirkten. Sie alle waren sich auch einig in der Absicht, dass das Kreuz in dem Raum bestimmend sein soll. „Es ist auch das einzige farbige Element“, erklärt Graf. Gern hätten die Bauherren den Kapellenraum nach oben geöffnet. „Das war aus statischen Gründen aber nicht möglich“, berichtet der Leiter des Hauses. Als Ersatz wurde jetzt die so genannte „Lichtachse“ eingebaut, die den Raum nach oben optisch öffnet.

Dass die erste Kapelle im Haus überhaupt realisiert werden konnte, ist übrigens auch Sponsoren zu verdanken. Detlef und Christa Graf, die Eltern des Hausleiters, baten bei ihrer Goldhochzeit beispielsweise um Spenden und verzichteten auf Geschenke. Der Erlös wurde in die Eingangstür der Kapelle investiert. Und das Unternehmer-Ehepaar Dr. Jochen und Eva Kirchhoff stellte einen hohen Betrag zur Verfügung, dessen Verwendungszweck der Bau der Kapelle war. Die darf übrigens auch von Gruppen genutzt werden. Und auch Wanderer, die dort einkehren wollen, sind willkommen.

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