In Haus Nordhelle ist alles „Bio“

In der Küche von Haus Nordhelle wird verstärkt auf biologische und nachhaltige Küche gesetzt.

VALBERT ▪ Das war keine leichte Aufgabe für die Küchencrew der evangelischen Tagungsstätte Haus Nordhelle. Doch mit der Zertifizierung Ende 2009 und der Bestätigung jetzt ein Jahr später lief die Umstellung von der konventionellen zur Bio-Küche reibungslos ab.

Unter dem Stichwort Nachhaltigkeit kam den Verantwortlichen die Idee, ihre Küche auf frische Produkte, also saisonale Früchte und Gemüse, anstatt der üblichen Convenience-Produkte umzustellen. Als kirchliche Tagungs- und Bildungsstätte „wollen wir unseren Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten“, schreibt das Nordhelle-Team in einem Flyer.

„Wir können so nicht weitermachen“, beschrieb Kai-Uwe Kersten, kaufmännischer Leiter des Hauses, die Gefühlslage des Teams Ende letzten Jahres. Unter Mithilfe des Beraters Gerald Brunnert von der Bio-Werkstatt Iserlohn gelang die Umstellung des Speiseplans sehr schnell. Mittlerweile werden etwa 85 000 Essen jährlich nach dem Motto „Klimaschutz mit Messer und Gabel“ an zwei weiterführende Schulen und die Kindergärten in Valbert verteilt oder in der eigenen Restauration ausgegeben. Auf dem Essensplan des seit diesem Jahr belieferten evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen stehen Gerichte wie „Freibeuter Seelachsragout mit Petersilien Bio-Schwenkkartoffeln“ oder „Andalusisches Bio-Ratatouille mit Pesto-Gnocchis“. Und das kommt an. Ohne Geschmacksverstärker, aber dafür mit frischen Kräutern und Gewürzen, wollen Uwe Scheer, Guido Rauber und Andreas Kebben aus der Küche der Tagungsstätte die Geschmäcker der regionalen Produkte hervorheben. „Entgegen aller Vorurteile essen uns die Kinder das Salatbüfett leer“, freut sich Kai-Uwe Kersten. „Sogar bei Spinat-Stampfkartoffeln wurde mehrfach nachgeholt“, zeigte sich der kaufmännische Leiter überrascht.

Für ihre Küche dürfen die Valberter dank der Zertifizierung jetzt mit dem EG-Bio-Siegel werben. Das locke, so Kersten, auch neue Gruppen in die Tagungsstätte. Auch die Resonanz der Stammgäste auf das neue Angebot, das deutlich weniger Fleisch vorsieht, war zum Großteil positiv. „Natürlich gibt es den ein oder anderen Meckerer, aber wir suchen dann auch gezielt das Gespräch mit den Gästen“, betont Kersten.

Drei Landwirte aus der Region beliefern heute das Tagungshaus, und die Hauptlieferanten schickten nach einiger Zeit ihre Bio-Kataloge. An den Essenskosten hat sich, entgegen vieler Vorurteile, bisher nichts geändert. Dies liegt auch an der reduzierten Fleischmenge. Eine besondere Anekdote gab es mit einer Tagungsgruppe: „Die Gäste wollten uns nicht glauben, eine so große Menge frischen Blattspinat bereitstellen zu können“, lachten Kersten und seine Mitarbeiter. ▪ ds

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