Würdiger Abschied von der Hauptschule

Im Werkraum – den die Hauptschüler in Zukunft nach eigener Aussage sehr vermissen werden – entwerfen die Jugendlichen zurzeit ein „Abschiedsplakat“. - Foto: Beil

Meinerzhagen - „Hier ist es sehr familiär, wir haben einen tollen Zusammenhalt. Ich würde hier auch gern die zehnte Klasse machen.“ Der Wunsch der Neuntklässlerin Rita Bundan wird allerdings nicht in Erfüllung gehen.

Denn: Die letzten beiden Klassen der Hauptschule, die künftigen „Zehner“, ziehen bekanntlich nach Ende des laufenden Schuljahres zum Rothenstein um. Grund ist die Schließung der Städtischen Hauptschule (wir berichteten).

So ganz sang- und klanglos möchten sich die verbliebenen 70 Jungen und Mädchen allerdings nicht von der Genkeler Straße verabschieden. Zusammen mit ihrem Lehrer Albert Schmit haben sich 17 Schülerinnen und Schüler im Projektunterricht Gedanken gemacht, wie der Weggang von der Hauptschule gestaltet werden könnte.

Und die Planungen sind bereits weit fortgeschritten. „Als Motto haben wir uns ,altes Haus – gut war’s hier’ ausgesucht. Am 11. Juni von 11 bis 16 Uhr wird es dann ein riesiges Klassentreffen auf dem Schulgelände geben. Dazu sind Schüler, Lehrer, Ehemalige und auch Hausmeister, Eltern und Bekannte eingeladen“, freut sich die Neuntklässlerin Rita schon jetzt auf eine tolle Abschiedsparty.

In Arbeitsgruppen wurde auch bereits festgelegt, was dann gemacht wird: „Wir haben uns zusammengesetzt und zum Beispiel eine Chronik ausgearbeitet“, erklärt Pauline Rann. Und Albert Schmit ergänzt: „Dazu haben wir viele MZ-Artikel aus unserem Archiv genutzt.“ Außerdem wird es „möglichst abwechslungsreiche“ Speisen und Getränke geben und einen großen Flohmarkt.

Ein selbst komponierter Rap-Song in Form eines Gedichtes ist ebenfalls im Entstehen. Vanessa Dück, Florian Langmichel und Rebecca Lipceiova haben außerdem ein großes Plakat im Werkraum entworfen – welches natürlich das Motto des Abschiedsfestes ziert.

Zwei zehnte Klassen der Hauptschule werden nach den Sommerferien am Rothenstein weitergeführt – von einigen Lehrern aus dem Kollegium werde man sich laut Schmit dann trennen müssen. Der Hauptschul-Komplex wird von einem Investor wie berichtet in ein Haus umgewandelt, in dem unter anderem Demenz-Wohngruppen entstehen sollen.

Die Schüler der neunten Klassen sind so kurz vor dem endgültigen Abschied jedenfalls traurig. „Ein komisches Gefühl, man hat ein bisschen Angst vor dem unbekannten Neuen“, berichtet Rita Bundan. Sie ist eine von 40 Schülerinnen und Schülern, die umziehen werden. Die Arbeiten dafür haben übrigens schon begonnen.

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