Neue Wohnungen

Investor aus Gelsenkirchen kauft Hauptschul-Komplex

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Der Hauptschul-Komplex an der Genkeler Straße ist verkauft.

Meinerzhagen - „Der Gebäudekomplex an der Genkeler Straße, der bis zum Sommer die städtische Gemeinschaftshauptschule beherbergt, hat einen neuen Eigentümer und eine neue Funktion gefunden.“ Das teilte Bürgermeister Jan Nesselrath am Freitag mit.

In seiner jüngsten Sitzung habe der Rat der Stadt Meinerzhagen einstimmig der Veräußerung an eine Investorengruppe aus Gelsenkirchen zugestimmt, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Kaufpreis bewege sich im „niedrigen siebenstelligen Bereich“, ließ der Bürgermeister verlauten, ohne die konkrete Summe zu nennen.

Die Investoren wollen nun laut Nesselrath „nach umfangreichen Umbauarbeiten am Standort frei finanzierten und sozialen Wohnraum sowie drei Wohngruppen in einer Wohngemeinschaft ausschließlich für demente Menschen schaffen.“ Der Verkauf des Gebäudes sei das Resultat intensiver Bemühungen der Stadtverwaltung um eine möglichst nahtlose Weiternutzung des Objekts.

Längere Suche nach neuer Nutzung

Der letzte Jahrgang an der Hauptschule wird mit Beginn des Schuljahres 2016/17 im Schulzentrum am Rothenstein unterrichtet. „Demnach zeichnete sich bereits seit Längerem ab, dass der Gebäudekomplex an der Genkeler Straße einer neuer Nutzung zugeführt werden musste. Diese sollte sich – so die Zielsetzung der Stadt – gleichermaßen wirtschaftlich wie sinnvoll gestalten. Normalerweise erweist sich eine Vermarktung eines Objekts dieser Dimension als äußerst kompliziert: Allein der Unterhalt und die Bewirtschaftung des Areals von rund 14 600 Quadratmetern sowie der Nutzfläche von mehr als 6000 Quadratmetern sind fortlau-fend kostenintensiv und müssten sich als Investition gegenrechnen“, ist der Pressemitteilung zu entnehmen.

Grundsätzlich hatte sich der Rat bereits im November 2015 für einen Verkauf ausgesprochen. In der jüngsten (nicht öffentlichen Sitzung) sei nun dem kurz zuvor beurkundeten Verkauf zugestimmt und damit die Veräußerung besiegelt worden.

Mietwohnungen und Demenz-Wohngruppen

„Der Gebäudekomplex geht damit an eine erfahrene Käufergemeinschaft aus Gelsenkirchen, die bereits mehrere Objekte dieser Art umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt hat. An der Genkeler Straße sollen nun schwerpunktmäßig soziale und frei finanzierte Mietwohnungen sowie drei Wohngruppen für insgesamt 24 demente Menschen entstehen. Um den künftigen Nutzungsanforderungen gerecht zu werden, wird die Käufergemeinschaft einen zweistelligen Millionenbetrag in die Umgestaltung des Baus investieren. Dabei soll das erhaltungswürdige Gebäude der Hauptschule, das in den 1950er-Jahren errichtet wurde, in wesentlichen Bestandteilen bestehen bleiben“, berichtet Bürgermeister Nesselrath.

Für den späteren Betrieb der Wohngemeinschaft für demente Menschen habe die Käufergemeinschaft bereits in der Projektphase einen großen Dienstleister mit um-fassender Erfahrung im Bereich der Pflege gefunden: „Die APD Ambulante Pflege-dienste Gelsenkirchen sind seit mehr als 20 Jahren fest im Ruhrgebiet und darüber hinaus als Einrichtung zur Versorgung pflegebedürftiger Menschen etabliert. Für ihre Arbeit in Meinerzhagen wird die APD eine neue Gesellschaft gründen, die sich dann in den drei geplanten Wohneinheiten der Arbeit mit dementen Menschen widmen wird. In dieser Gesellschaft werden rund 30 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allein für die Begleitung der Demenz-Wohngemeinschaften zuständig sein“, berichtet Nesselrath.

„Positive Aspekte für die Stadt“

Für die Stadt selbst ergeben sich aus dem Verkauf laut Bürgermeister deutlich positive Effekte: „Instandhaltung, Umbau und Modernisierungsmaßnahmen übernimmt die Käufergemeinschaft. Sowohl während der Umbauphase als auch im Anschluss durch die spätere Nutzung des Gebäudes ist mit zusätzlichen Aufträgen für heimische Unternehmen beziehungsweise mit neuen Arbeitsplätzen insbesondere im Bereich der Pflege demenzkranker Menschen zu rechnen. Bei allen Veränderungen am Standort bleibt die TuS-Turnhalle im Besitz der Stadt Meinerzhagen; alle Sport- und Freizeiteinrichtungen wie die Kleinschwimmhalle mit Sauna und die darüber liegender Turnhalle sowie der Spielplatz zwischen Kleinschwimmhalle und Spitzenbergstraße werden weiterhin auch für die Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar bleiben. Auch die Kindergartengruppe der Arbeiterwohlfahrt, die im Gebäude an der Genkeler Straße untergebracht ist, kann an ihrem gewohnten Standort verbleiben.“

„Baubeginn nach Ende des Schuljahres“

Nach der Zustimmung des Rates zum Verkauf sollen die Planungen der Käufer nach Mitteilung der Stadt unmittelbar in die konkrete Umsetzung gehen: Mit dem Beginn der Bauarbeiten sei bereits nach Ende des laufenden Schuljahres im Sommer 2016 zu rechnen; die Fertigstellung sei im Verlauf des kommenden Jahres zu erwarten. „Wir freuen uns sehr, dass wir schon vor Auslaufen des Schulbetriebs eine ideale Lösung einstielen konnten: Wir haben nicht nur einen seriösen Käufer für den Gebäudekomplex der ehemaligen Hauptschule, sondern auch einen Partner für unsere Stadt gefunden, der die Lebensqualität um eine wichtige Facette bereichern, Wohnraum für alle Generationen schaffen und neue Perspektiven für die Versorgung demenzkranker Menschen eröffnen wird“, erklärte Bürgermeister Jan Nesselrath.

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