In Grünewald wird jetzt gebaut

Im interkommunalen Gewerbegebiet Grünewald wird jetzt das erste Grundstück bebaut.

MEINERZHAGEN ▪ Voraussichtlich schon in der kommenden Woche wird im interkommunalen Gewerbegebiet Grünewald der erste Spatenstich für ein Firmengebäude vollzogen. Die erste Ansiedlung eines Unternehmens im gemeinsamen Gewerbegebiet der beiden Volmestädte Meinerzhagen und Kierspe macht Hoffnung darauf, dass es auch mit der Vermarktung der übrigen Flächen vorangeht.

„Wir haben einige interessante Anfragen“, informierte am Montag im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Meinerzhagen Petra Gothe.

Sie ist gemeinsam mit dem Kiersper Beigeordneten Olaf Stelse für die Geschäftsführung der Entwicklungsgesellschaft Grünewald zuständig. Die Gesellschaft wurde im Rahmen einer 2003 zwischen den beiden Städten abgeschlossenen öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebietes gegründet.

Die EG Grünewald GmbH nimmt für die beiden Volmestädte insbesondere die folgenden Aufgaben wahr: Steuerung des gesamten Projektes und dessen Finanzierung; Unterstützung der Partner bei der Planung; Werbung für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben im interkommunalen Gewergebiet; Erwerb, Verpachtung, Erschließung und Vermarktung der Grundstücke; Verwaltung des interkommunalen Gewerbegebietes.

Das Stammkapital der Gesellschaft belauft sich auf 80 000 Euro. Als Gesellschafter mit jeweils 45 Prozent Anteilen entsprechend einem Kapital von 36 000 Euro sind die beiden Volmestädte zu gleichen Teilen beteiligt. Acht Prozent (= 6 400 Euro) Anteil hält die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen. Und mit zwei Prozent als vierter Gesellschafter sitzt auch die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS) mit im Boot.

Im Haupt- und Finanzausschuss ging es am Montag in Vorbereitung der anstehenden turnusmäßigen Gesellschafterversammlung um insgesamt drei Beschlüsse.

Zum einen wurde der Jahresabschluss für das Jahr 2011 zur Kenntnis genommen. Bei einer Bilanzsumme von 4,319 Millionen Euro wurde ein rechnerischer Jahreverlust in Höhe von 141 727 Euro festgestellt.

Damit durch den Verlust das Eigenkapital der Gesellschaft nicht angegriffen werden muss, sollen die beteiligten Gesellschafter Nachschusszahlungen leisten. Auf die beiden Städte Meinerzhagen und Kierspe entfallen entsprechend ihren Gesellschaftsanteilen jeweils 68 880 Euro.

Bei den Abstimmungen zu diesen beiden Punkten gab es jeweils eine Gegenstimme des Grünen-Ratsvertreters Ingolf Becker. Dieser kritisierte zum schon wiederholten Male namens seiner Fraktion das Projekt Grünewald als „Geldvernichtungsmaschine“ und „glatte Fehlinvestition“. Dem traten Sprecher der beiden großen Ratsfraktion und auch der Bürgermeister mit Entschiedenheit entgegen. „Es war auch in der Vergangenheit gut für die Entwicklung unserer Stadt, ausreichend Gewerbeflächen für künftige Entwicklungen vorzuhalten. Der Erfolg hat uns dabei immer recht gegeben. Und das wird auch mit Grünewald so sein“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Oehm. Sein SPD-Kollege Gerd Wirth verdeutlichte, dass es sich bei den bislang geleisteten Zahlungen um unabdingbare Vorleistungen handele. „Mit der Vermarktung der Flächen fließen dann auch Mittel zurück in unsere Kassen“, unterstrich er.

Von den insgesamt 24 Hektar Gewerbeflächen hat die EG Grünewald bislang rund 12 Hektar in ihren Besitz gebracht. Sie vermarktet diese zu einem Quadratmeterpreis von aktuell 50 Euro. Das liege in etwa im mittleren Bereich dessen, was für Flächen entlang der A 45 verlangt wird, zeigte Petra Gothe auf.

Mit Blick auf den Erwerb auch der übrigen Flächen in Grünewald von den privaten Grundstückseigentümern zeigte sich Bürgermeister Erhard Pierlings im Übrigen sehr zuversichtlich. In diesem Zusammenhang wurde auch ein weiterer Beschluss gefasst. Durch eine Änderung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung ist jetzt auch rechtlich abgesichert, dass für Grundstücke, die nicht im Eigentum der Gesellschaft stehen, bei privater Vermarktung anteilig Erschließungskosten erhoben werden können. ▪ -fe

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