„Berührtsein von der Schönheit der Existenz“

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Hans-Adolf Müller und Ulrike Krugmann haben die Natur im Wandel der Jahreszeiten fotografiert. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Natur im Wechsel der Jahreszeiten: Dieser Wandel in Farbe und Form reizt ambitionierte Fotografen immer wieder. Auch Hans-Adolf Müller und Ulrike Krugmann sind dem Naturschauspiel mit ihren Kameras auf der Spur.

Sie präsentieren eine Auswahl ihrer ausdrucksstarken Aufnahmen in der Villa im Park. Die Vernissage findet am Samstag, 4. Mai, ab 19 Uhr statt. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen. Die Ausstellung ist bis zum 30. Mai täglich in der Zeit von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Aufnahmen des gebürtigen Düsseldorfers und Wahl-Meinerzhageners Hans-Adolf Müller sind eine Bild gewordene Liebeserklärung an einen Baum: „Die Kummerbuche“ steht im Ort Blankenheim in der Eifel - und das nun schon seit 200 Jahren. Ihren Reiz verdankt sie nicht nur ihrem knorrigen Astwerk, sie soll zudem auf einem historischen Hügelgrab stehen.

Im Frühjahr 2009 entstand das erste Foto des Baumes, dessen Äußeres den Fotografen schon so lange fasziniert hatte. „Ein klarer Tag, pure Sonne, kein Schnee, aber noch Winter“, erinnert er sich. „Es fällt auf, dass das Astwerk infolge der tief stehenden Sonne eine Färbung erhält, die nicht der Wirklichkeit entspricht“, ist er fasziniert von der Lichtstimmung und ergänzt: “Im Gegenlicht wird dann auch der graphische Charakter des Geästs sichtbar.“

Hans-Adolf Müller machte seine ersten Aufnahmen im zarten Alter von zehn Jahren mit einer Balgenkamera auf Negativen im Format 6 mal 9 Zentimeter. Bei diesem Gerät war es mit dem Drücken des Auslösers alleine nicht getan. „Mein Vater erklärte mir den Einfluss von Blende und Belichtungszeit auf die Bildwirkung“, erinnert er sich. Das Fotografieren sollte ihn von nun an als ein mit Hingabe betriebenes Hobby durch sein Leben begleiten. Wann immer er auf seinen Reisen eine romanische Kirche vor die „Linse“ bekam, erlag er der Faszination der alten Gemäuer. Eine Bildermappe mit farbigen und schwarzweißen Fotos erzählt von dieser Leidenschaft. Er arbeitete bis zu seinem Ruhestand als Schweißfachingenieur, auch hier waren ihm seine fotografischen Kenntnisse von Nutzen. Am Samstag präsentiert er zwanzig eindrucksvolle Aufnahmen, die die „Kummerbuche“ im Wandel der Jahreszeiten zeigen.

Ulrike Krugmanns liebstes „Fotoobjekt“ ist ein Spiegelbild des Wandels: Der Teich am Haus Isenburg in Kierspe faszinierte sie schon in Kindertagen. „Das zarte Glitzern der Raureifkristalle auf dem Ufergras, der stete Wandel der Eisformationen, die Spiegelungen im Wasser“ entzückten sie im Winter. So wandelt sich das Aussehen des Gewässers manchmal stündlich. „Fotografieren ist für mich wie Malen mit der Kamera“, sagt Krugmann. „Es ist ein Berührtsein von der Schönheit der Existenz, von dem Geheimnisvollen, das in den Erscheinungen der Natur zum Ausdruck kommt.“

Die gelernte Altenpflegerin, die im Lüdenscheider Karl-Reeber-Seniorenzentrum arbeitet, entdeckte die Fotografie 2007 für sich. Ausgeklügelte Fototechnik oder fotografische Finessen, wie das Spiel mit der Wirkung von Blende, Brennweite oder Zeit, sind ihr nicht so wichtig. Für sie zählt vor allem, den besonderen Moment abzupassen und immer dann auf den Auslöser zu drücken, wenn die Natur sich von ihrer zauberhaftesten Seite zeigt. Zum Ende der Ausstellung am 30. Mai laden beide Fotografen noch einmal ab 19 Uhr zu einer Finissage in die Villa Schmiemicke im Park ein. ▪ ps

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