Hannelore Kraft: „Ich musste einfach kommen“

MEINERZHAGEN ▪ Hannelore Kraft hat Wort gehalten. „Ich musste einfach zu diesem Termin kommen“, erklärte die Ministerpräsidentin des Landes NRW Freitagmittag bei der offiziellen Verkehrsübergabe der Meinerzhagener Südumgehung mit Augenzwinkern und direktem Blickkontakt zu ihrem früheren SPD-Landtagskollegen Gerd Wirth aus Meinerzhagen.

Als sie 2000 als junge Abgeordnete neu in den Landtag gekommen sei, habe sie ihr Büro direkt neben dem Abgeordneten und damaligen verkehrspolitischen Sprecher der SPD gehabt und von diesem zum ersten Mal vom wichtigen Projekt „Südumgehung“ gehört, verriet sie.

Im September 2004 war dann nach langer Vorgeschichte endlich Baubeginn für die vier Kilometer lange Verbindung, die die aus dem Rheinland ankommende Landstraße 306 mit der Autobahn A 45 bei Scherl verbindet. Nach achtjähriger Bauzeit und mit rund 20 Millionen Euro Baukosten erfolgte heute kurz nach 13 Uhr per Durchtrennen eines Bandes am Schützenplatz durch die Ministerpräsidentin, den Meinerzhagener Bürgermeister Erhard Pierlings und den Hauptgeschäftsführer des Landesbetriebs Straßenbau NRW, Winfried Pudenz, unter dem Beifall von fast 400 Gästen die offizielle Verkehrsfreigabe der Ortsumgehungsstraße.

Mehr Bilder von der Eröffnung

Verkehrsübergabe mit Hannelore Kraft

Allerdings kann der Verkehr für voraussichtlich noch etwa einen Monat lang noch nicht auf dem vollständigen Abschnitt der neuen Straße laufen. Im Anschlussbereich an die Autobahn bei Scherl müssen noch einige Arbeiten erledigt werden, so dass ab der Ortslage Schnüffel noch die Umleitungsstrecke durch das Industriegebiet Schwenke und über die alte B 54 in Richtung Autobahnanschlussstelle benutzt werden muss. Heute Morgen erfolgte hier die Abbindung der alten B 54 Richtung Stadtmitte. Der gesamte Verkehr läuft seither über die völlig neu gestaltete Autobahnanschlussstelle in Richtung Frankfurt.

Für Bürgermeister Erhard Pierlings war diese eingetretene Verzögerung des Fertigstellungstermins kein Anlass, der die große Freude über das gelungene Projekt schmälern sollte. Er drückte seine große Dankbarkeit über den Abschluss einer anscheinend „unendlichen Geschichte“ aus und sagte: „Tatsächlich kam dieser Straßenneubau vor dem Hintergrund der immensen Herausforderungen, auch in finanztechnischer Hinsicht, für Fachleute plan- und zeitgerecht voran. Auch wenn heute noch das i-Tüpfelchen mit dem letzten Stück Schwarzdecke am neuralgischsten Punkt auf Scherl an der A 45 fehlt, dann ist das weder tragisch noch beklagenswert und auch kein Anlass, einen seit langem geplanten und von allen bestens vorbereiteten Termin im letzten Moment platzen zu lassen.“

Pünktlich auf die Minute um 12.30 Uhr traf, von einem vorangegangen Termin in Dortmund kommend, die Ministerpräsidentin auf dem Schützenplatz ein. Dort herrschte bereits Volksfeststimmung. Trotz Nieselregens waren viele Bürgerinnen und Bürger gekommen – und sie hatten Gelegenheit, hautnah mit einer überaus volksnah und sympathisch auftretenden Spitzenpolitikerin in Kontakt zu kommen. Hannelore Kraft suchte und fand neben ihrer offiziellen Mission den Kontakt zu den Menschen, schüttelte viele Hände und kam auch mit etlichen Bürgern ins direkte Gespräch.

In ihrer Ansprache hob die Landesmutter die große Bedeutung des nun vollendeten Straßenprojekts für die Region und ihre Menschen, aber auch für die hier traditionell starke Wirtschaft hervor. „Das ist eine gesunde Hauptschlagader für den Verkehrsfluss geworden, der leider an vielen Stellen des Landes immer wieder vom Infarkt bedroht ist“, erklärte sie. Angesichts der begrenzten Mittel seien Projekte wie diese in der Zukunft wohl nur noch schwer zu stemmen. Trotzdem versprach sie weitere Anstrengungen des Landes zur Verbesserung der wichtigen Verkehrsinfrastruktur.

Die große Bedeutung des heutigen Tags unterstrich die Präsenz weiterer hochrangiger Persönlichkeiten, darunter der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollmermann, die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone und der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas.

Für die Bewirtung der zahlreichen Gäste sorgten die Mitglieder des Chors Mixtour und des MGV Volmequelle Scherl. ▪ -fe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare