Hoger in der Stadthalle: Einfühlsam und freundlich

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Schauspielerin Hannelore Hoger und Moderator Terry Albrecht. Von der Bühne durfte er während ihrer Lesung aber nicht, denn „von der Bühne geht man immer gemeinsam“, ließ sie ihn wissen.

Meinerzhagen - „Glaubst Du an die Liebe? Ja ich glaube an Empathie, Zuneigung, Vertrauen und Zärtlichkeit. Und das ist doch Liebe“. Diesen Satz hat die Schauspielerin Hannelore Hoger an den Anfang ihres Buches gestellt und mit diesem Satz beendete sie auch die Lesung, zu der KuK (Verein für Kommunikation und Kultur in Kierspe und Meinerzhagen) in die Stadthalle Meinerzhagen eingeladen hatte.

Rund 300 Besucher – darunter neben vielen Frauen auch zahlreiche Männer – erlebten die bekannte und beliebte Schauspielerin als eine Frau, für die diese Worte keine leeren Hülsen sind. Denn mit Zuneigung, Vertrauen und Zärtlichkeit schreibt sie in ihrem Buch über besondere Abschnitte ihres Lebens. 

Ihr Werk sei keine Biografie, betont Hannelore Hoger, sondern „Bilder aus meinem Leben“. Vorgestellt und begrüßt wurde sie von Terry Albrecht, WDR-Kulturredakteur, der auch während der rund anderthalbstündigen Lesung neben Hannelore Hogers auf der Bühne blieb. Denn als Terry Albrecht von der Bühne gehen wollte, hielt sie ihn zurück mit den Worten „von der Bühne geht man immer gemeinsam“. Dadurch gestaltete sich der Abend besonders interessant, denn Terry Albrecht, der nicht nur einfühlsam moderierte, stellte der Ausnahmekünstlerin immer wieder gezielt Fragen, auf die Hannelore Hoger bereitwillig einging.

Mit ihrer Lesung begann sie ganz am Anfang ihres Buches „Ohne Liebe trauern die Sterne“. Sie erzählte von ihrer Kindheit und Jugend in Hamburg, von ihren Eltern, ihrem unerschütterlichen Willen, Schauspielerin zu werden. Berichtete von den damit verbundenen Schwierigkeiten und Entbehrungen. Von ihren Beziehungen und von ihren Freundschaften, von ihren ersten Erfolgen am Theater, den langen Jahren der Engagements an vielen großen Bühnen im In- und Ausland und erinnerte an ihre Arbeit mit den Regisseuren Peter Zadek, Edgar Reitz und Alexander Kluge, ihren Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit berühmten Kollegen wie O.E. Hasse, Ulrich Wildgruber oder Götz George. 

Besonders gerne denke sie dabei an den Schauspielworkshop zurück, den sie bei Lee Strasberg im berühmten Theater- und Filminstitut in New York absolvierte. Damals war es verpönt, Fernsehen zu machen, sagt sie, doch durch das Fernsehen wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Sie übernahm die Rolle der Bella Block und drehte allein davon 38 Folgen. Aber auch in anderen Produktionen zeigte sie ihr großes Talent. 

Unaufgeregt, freundlich, fast bescheiden liest sie und fesselt vom ersten Augenblick an ihr Publikum, das ihr mit einer Welle der Sympathie begegnete. Hannelore Hoger gilt als schwierig, kantig, und als eine Frau, die kaum jemand an sich heran lässt. Davon war an diesem Abend nichts zu spüren. Das Publikum erlebte sie als eine einfühlsame und äußerst freundliche Person. 

Mit begeistertem Applaus bedankten sich die Zuhörer bei dieser sympathischen und großartigen Schauspielerin für eine interessante und äußerst unterhaltsame Lesung. Im Anschluss nahm sich Hannelore Hoger gerne viel Zeit zum Signieren ihrer Bücher.

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