Feuerwehrleute sehen „grün“

+
Der grüne Belag verschandelt die neue Fassade des Anbaus am Feuerwehrgerätehaus. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Eigentlich ist die Farbe Rot bestimmend bei der Feuerwehr. Beispiele dafür sind die „roten Hähne“ an den Fassaden oder auf den Dächern der Gerätehäuser und natürlich die Einsatzfahrzeuge. Beim Löschzug Willertshagen, sorgt allerdings mehr und mehr ein anderer Farbton für Unmut.

Eine hässliche, grüne Verfärbung hat sich in den letzten Monaten auf den Fassaden des neuen Anbaus niedergelegt und zwar rundherum, an allen Seiten.

Eine Ausnahme bilden dabei die ehemaligen Fahrzeuggaragen. Hier ist von einer Verfärbung nichts zu sehen. Im Jahr 2008/09 wurde das Gerätehauses Willertshagen durch einen neuen Anbau erweitert und insgesamt mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgestattet. Rund 300.000 Euro wurden damals für die Maßnahme im städtischen Haushalt bereit gestellt.

Nach deren Abschluss konnten sich die Löschzugmitglieder über einen neuen Schulungsraum mit Küche und neue Umkleide- und Sanitärräume freuen. Ebenso wurden die vorhandenen Garagen verlängert und somit auch mehr Platz für Wartung und Pflege geschaffen. Neu gestaltete Zufahrten zum Gerätehaus von der Straße Grünenthal und eine neue Alarmausfahrt auf die Landstraße 539 komplettierten die Maßnahme.

Neben der intensiven Mitwirkung der Kameraden während der Planung, setzen diese bei verschiedenen Gewerken ihre „Eigenleistung“ zum guten Gelingen ein. So wurde von den Feuerwehrmännern neben ihrem normalen Einsatz- und Übungsdienst beispielsweise der gesamte Parkplatz hinter dem Gerätehaus gepflastert. Am Ende war etwas entstanden, über das sich alle Beteiligten nicht nur freuen konnten, sondern das auch in einer offiziellen Feierstunde die verdiente Anerkennung, unter anderem auch durch den Bürgermeister und den Kreisbrandmeister, erhielt.

Dass sich nunmehr, seit etwa einem Jahr, auf den Fassaden eine hässliche Grünfärbung „breit macht“, sorgt auch im Rathaus für Nachdenken. „Wir haben, gleich nachdem wir die Sache entdeckt haben, mit dem damals zuständigen Architekten Kontakt aufgenommen. Der hat bereits eine erste Überprüfung der Sachlage vorgenommen und weitere Schritte eingeleitet“, so Piero del Casale auf Nachfrage der MZ.

Bei der Suche nach den Gründen für die Verfärbungen ist auch die dicht am Gebäude vorbei fließende Lister in den Fokus der Verdächtigen gelangt. Unter Umständen könnte ihre Feuchtigkeit für die Misere verantwortlich sein. Neben dieser „natürlichen Variante“ wird in den nächsten Monaten geprüft, ob bei den Arbeiten eventuell handwerkliche Fehler gemacht oder fehlerhaftes Material verwendet wurde.

„Wir haben für die Ausführung der Arbeiten noch einen Gewährleistungsanspruch, den wir für den Fall, dass Fehler gemacht wurden, in Anspruch nehmen werden“, so Piero del Casale.

Bis dahin werden die Mitglieder des Löschzuges wohl mit der Situation leben müssen. Deren Stimmung im Zusammenhang mit dem Gebäudezustand beschreibt der stellvertretende Stadtbrandinspektor Ulrich Blumenrath so: „Die Kameraden aus Willertshagen sind über das äußere Erscheinungsbild ihres Gerätehauses nicht glücklich“. Besonders im Hinblick auf die Eigenleistungen und die dadurch erheblichen Einsparungen für die Stadt eine nachvollziehbare Gemütslage. Bleibt zu hoffen, dass die ersparten Mittel nicht für die Behebung der Schäden indirekt wieder draufgehen. ▪ jjh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare