Auch an Festtagen normaler Betrieb im Tierheim

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Lisa Baur, Marion Reich und Susanne Weyland kümmern sich um die Tiere der Schutzstation. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Freudig werden Susanne Weyland und ihre Kolleginnen Marion Reich und Lisa Baur von den sechs Hängebauchschweinen begrüßt, als sie mit getrockneten Brötchen das Gehege betreten. Zwei Mitarbeiterinnen fegen und misten den Stall, die andere kümmert sich darum, dass jedes Schwein etwas vom Frühstück abbekommt.

Von Friederike Domke

Alltag im Tierheim Meinerzhagen, denn die Tiere haben ihren Rhythmus. Feiertage und Wochenenden gibt’s im Tierreich nicht, folglich interessiert es sie auch herzlich wenig, ob die Menschheit einmal im Jahr Weihnachten, Ostern oder Pfingsten feiert.

Also wurde auch an den vergangenen Feiertagen der Alltag im Tierheim nicht unterbrochen. Die Tiere gehen vor, das haben sich die ehrenamtlichen Helfer, die Tag für Tag für das Wohl der Vierbeiner sorgen, auf die Fahne geschrieben.

„Trotzdem mache ich für die Tiere am Heiligen Abend aber mal eine besonders leckere Dose Futter auf“, schmunzelt Susanne Weyland, „denn wenn wir einen besonderen Tag haben, möchte man das an die Tiere schließlich auch weiter geben.“

Doch gerade in der Feier- und Ferienzeit müssen die Mitarbeiter immer wieder auch mit tierischen Schicksalen umgehen, vermehren sich doch die Abgaben einiger Haustiere im Vergleich zum Rest des Jahres, mit Ausnahme der großen Sommerferien, immens. „Die Besitzer sind da ziemlich einfallsreich, was die Begründung der plötzlichen Abgabe betrifft“, so Pia Sperber. Manchmal käme sie sich schon ziemlich veräppelt vor, sagt sie. „Die Leute machen es sich einfach, doch auch wir haben begrenzte Kapazitäten.“ Natürlich gebe es bei vielen familiäre oder gesundheitliche Veränderungen, die es unmöglich machten, ein Tier weiterhin zu behalten, aber mittlerweile könne sie sehr gut zwischen einer Abgabe schweren Herzens und einer schnellen Abschiebung unterscheiden. „Es gab sogar schonmal Fälle, bei denen der Tierhalter bei einer Nicht-Annahme mit der Euthanasie des Tieres gedroht hatte“, aber das, so Pia Sperber, seien zum Glück Ausnahmen.

Und schlussendlich steht dann doch das Wohl des Tieres im Vordergrund, ganz egal weshalb es im Tierheim landet. „Aber mir tut es schon sehr leid, wenn ein Kater, der mit acht Jahren abgegeben wird, tagelang trauernd in der Ecke sitzt und überhaupt nicht weiß, was mit ihm geschieht“, erzählt Marion Reich, schließlich seien gerade Hunde und Katzen eng an ihre Familienbande gewohnt.

Rund 25 Katzen warten zur Zeit im Tierheim auf ein neues Zuhause, Hunde hingegen können so gut wie gar nicht aufgenommen werden, da das neu erbaute Hundehaus noch nicht komplett fertig gestellt ist. Das wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr der Fall sein. Bei akuten Notfällen wird aber schon mal eine Ausnahme gemacht.

Rund ein dreiviertel Jahr bleibt im Durchschnitt ein Tier in der Obhut der Tierschützer, bevor es in ein neues Zuhause vermittelt werden kann. „Das sind die schönen Momente, für die wir unsere Arbeit letztendlich machen“, so Pia Sperber. Dann, so die Leiterin weiter, habe ihre Arbeit einen Sinn.

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