Schulen und Kitas ab Montag "dicht"

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In der Grundschule Auf der Wahr wurde am Eingang ein Behälter mit Desinfektionsmittel aufgehangen und mit den Schülern über die Hygieneregeln gesprochen. Ab Montag bleiben Schulen und Kitas jedoch geschlossen.

Seit Freitag Nachmittag steht fest: In NRW werden Schulen und Kindergärten ab Montag wegen der Ausbreitung des Coronavirus geschlossen.

Meinerzhagen - Auch an den drei Meinerzhagener Grundschulen, der Städtischen Sekundarschule und dem Evangelischen Gymnasium werden die Osterferien damit um drei Wochen vorzogen. Die unterrichtsfreie Zeit dauert also fünf Wochen.

Jetzt gilt es für berufstätige Eltern jüngerer Kinder, die Betreuung des Nachwuchses sicherzustellen. Am Montag und Dienstag sollen laut Ministerpräsident Armin Laschet die Lehrer, die übrigens im Dienst bleiben, Gespräche mit betroffenen Eltern über Lösungsmöglichkeiten führen. In Ausnahmefällen ist an diesen beiden Tagen auch eine Betreuung der Kinder möglich.

In Meinerzhagen ist jetzt an den Grundschulen wohl auch die Offene Ganztagsschule (OGS) der Awo gefordert. Details über diese Angebote, die aufrechterhalten werden könnten, sollen die zuständigen Minister mit den jeweiligen Trägern führen. Johannes Anft ist stellvertretender Geschäftsführer des Awo Unterbezirkes Hagen/Märkischer Kreis. Auf Anfrage teilte er mit: „Wenn es erlaubt bleibt und verantwortbar ist, werden wir OGS-Notgruppen einrichten.“ Aktuelle Infos seien auf der Awo-Homepage (awo-ha-mk.de) einzusehen. 

Unterstützung in dieser schwierigen Lage sagte gestern auch der städtische Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz zu: „Wir können helfen.“ Betreuungsbedarf sollte in Meinerzhagen nun zunächst an der jeweiligen Einrichtung angemeldet werden, hieß es. 

Kitas und ähnliche Betreuungsangebote, die Kinder bis zur Einschulung betreffen, sollen laut Laschet ab Montag nicht mehr betreten werden. Hier seien jetzt auch die Eltern in der Pflicht, sagte der Ministerpräsident. Als Alternativen nannte er Urlaubs- und Überstundenabbau und eine Umorganisation im privaten Umfeld. Großeltern sollen nicht „eingespannt“ werden, da sie in der Regel als Risikogruppe gelten. Schüler älterer Jahrgänge würden außerdem die Möglichkeit bekommen, Prüfungen wie Vorklausuren abzulegen, hieß es. Wie das realisiert werden kann, wird noch zu regeln sein.

In der Grundschule Auf der Wahr war man Freitag Vormittag bereits auf den Ernstfall vorbereitet: „Alle Kinder werden heute ihre Arbeitshefte und Bücher mit nach Hause nehmen“, sagte Schulleiterin Christiane Wagner. Arbeits- und Wochenpläne gebe es ohnehin für alle Schüler, an den entsprechenden Aufgaben könne zuhause weitergearbeitet werden.

Bereits seit Tagen befinde sie sich in enger Abstimmung mit ihren beiden Kolleginnen, Sibylle Eich und Stefanie Nesselrath, Leiterinnen der beiden weiteren Meinerzhagener Grundschulen Am Kohlberg und Valbert. Wichtige Informationen bezüglich des Corona-Virus seien abgestimmt und von allen drei Grundschulen in ähnlichem Wortlaut an Eltern mitgeteilt worden.

Auf der Wahr wird das schulinterne Kommuniaktionsprogramm School Fox verwendet, über diese Plattform wurden gestern auch die Eltern über die Schließung der Schule informiert. An ihrer Schule bilde sie zudem zusammen mit ihren Kolleginnen Nina Dülsner und Sandra Blume ein Krisenteam, erläuterte Christiane Wagner: „Wir stehen in engem Austausch bei allen wichtigen Entscheidungen.“ In Notfallordnern würden auch die Erlasse des Ministeriums dokumentiert.

„So etwas hatten wir noch nie“, sieht Christiane Wagner die Schulen mit vielen Fragen und Entscheidungen konfrontiert. Während es an den weiterführenden Schulen um die anstehenden Prüfungen gehe, spiele insbesondere an den Grundschulen die Betreuung eine Rolle. Hier seien noch keine Regelungen getroffen worden. Man warte auf die Anweisung „von oben“ was die Einrichtung von Notfallbetreuungsgruppen angehe.

Auch die weiterführenden Schulen in Meinerzhagen haben sich angesichts der zu erwartenden Schulschließungen auf den Fall der Fälle vorbereitet. So waren sowohl an der Städtischen Sekundarschule als auch am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen (EGM) alle Schüler aufgefordert, vorsorglich sämtliche Lehrmaterialien mit nach Hause zu nehmen, um im Notfall daheim Aufgaben erledigen zu können. Christiane Dickhut, Leiterin der Sekundarschule, erklärte das Prozedere: „Wir werden auf unserer Internetseite die Unterrichtsmaterialien für die Fächer Mathematik, Englisch und Deutsch zum Download zur Verfügung stellen. Dort finden die Schüler dann pdf-Dateien, mit denen sie arbeiten können.“ Bereits gestern sei in die sogenannten Logbücher der Schüler ein Eintrag für die Eltern erfolgt, in dem das weitere Vorgehen erläutert wird. „Da die Eltern aufgefordert sind, mindestens wöchentlich in das Logbuch ihres Kindes zu schauen, sollten so alle Familien erreicht worden sein“, sagte Dickhut.

Ähnlich verfährt das EGM. Dessen Schulleiter Sven Dombrowski ist der Idee aus der Sekundarschule gefolgt und hat seinen Schülern am Freitag  per Schuldurchsage ebenfalls aufgetragen, sämtliche Lehrmaterialien mit nach Hause zu nehmen. Die Übermittlung der Aufgaben, die es zu jeder Unterrichtsstunde geben soll, erfolge dann aber nicht über die Homepage der Schule, sondern über das System „Web-Untis“, das Schüler und Eltern zur Verfügung steht. „Darüber wird für jedes Fach eine Aufgabe erteilt, die die Schüler zu erledigen haben. Übrigens auch für Sport oder Kunst“, betonte Dombrowski, der allerdings zunächst keine Information darüber hatte, welche Folgen die Corona-Krise für die anstehenden Abiturprüfungen haben könnte.

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