Gymnasiasten werden zu Existenzgründern

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23 Schüler waren gekommen, um den Volksbank-Mitarbeitern ihre Pläne vorzustellen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Eine Existenzgründung ist kein „Zuckerschlecken“ – es gilt zuvor viele wichtige Fragen zu beantworten: Wie viel Eigenkapital kann ich aufbringen? Welche Steuerzahlungen fallen an und wie erstelle ich ein optimales Marketingkonzept?

Mit diesen Fragestellungen beschäftigten sich auch die Schüler des Grundkurses Sozialwissenschaften der Einführungsphase vom Evangelischen Gymnasium. Die Schülergruppe unter der Leitung von Direktor Sven Dombrowski hatte sich im Unterricht einem besonderen Projekt gewidmet, das schon im letzten Jahr ein großer Erfolg gewesen war: In mehreren Gruppen sollten die Gymnasiasten fiktive Unternehmen gründen und dafür vollständige „Businesspläne“ erstellen. Die sollten schließlich in der Volksbank Meinerzhagen Vorstandsmitglied Roland Krebs und Firmenkundenberater Holger Fischer vorgestellt werden.

Und die Schülerinnen und Schüler hatten einiges in petto: So wollte eine Gruppe ein Reiseunternehmen mit einem speziellen Programm für Jugendliche gründen, die keine Lust mehr auf Urlaub mit den Eltern haben. Kreativ war auch die Idee einer „Schülerfirma“ mit dem Namen „Scan’n’Dress“: Die drei „Mitarbeiterinnen“ hatten sich vorgenommen, sich auf die Produktion eines Kleiderschranks zu spezialisieren, der auf einem eingebauten Display die optimale Kombination der enthaltenen Kleidungsstücke anzeigt. So soll dem Besitzer die allmorgendliche Frage „Was soll ich nur anziehen?“ endgültig abgenommen werden.

Holger Fischer und Roland Krebs beurteilten am Ende einer jeden Präsentation deren Tragfähigkeit: „Wir achten auf einen realistischen Finanzierungsplan und überlegen, ob man mit den Ideen der Schüler auch wirklich Geld verdienen könnte“, so Fischer, „manchmal muss man auch mal eine Absage erteilen“.

Sven Dombrowski ist überzeugt von der Effizienz des Projekts: „Es ist etwas völlig anderes, wenn Bankberater den Schülern eine Rückmeldung geben, als wenn wir als Lehrer das tun. Hier nehmen die Jugendlichen das viel ernster und es ist einfach realitätsnäher“, so der Pädagoge. ▪ juli

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